Dank Sprungstärke zur Medaille

Sport / 28.02.2017 • 20:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

Mit einem Quintett fordern Österreichs Kombinierer heute die scheinbar übermächtigen Deutschen.

Lahti. Dank Bernhard Grubers Titelgewinn 2015 ist der ÖSV im Großschanzen-Bewerb der Nordischen Kombination in Lahti in der Überzahl. Cheftrainer Christoph Eugen stellt ein „sehr starkes Team“ mit sprungstarken Athleten und Philipp Orter als schnellem Läufer.

Gruber (34) und Wilhelm Denifl (36) sind die Routiniers und beide kennen Schanze und Loipe in der finnischen WM-Stadt genau. „Die Strecke taugt mir, da kann ich meine Größe ausspielen und einen guten Zug laufen. Richtung Ziel muss man dann Stehvermögen beweisen“, erklärte Gruber.

Pommer erhielt Vorzug

Die Voraussetzung für eine Medaillenchance gilt es freilich im Springen zu schaffen. Gruber hofft, gleichauf mit den von Ex-Weltmeister Eric Frenzel und Johannes Rydzek angeführten Deutschen in den 10-km-Langlauf zu starten. „Dadurch könnte ich Kräfte sparen, denn die Aufholjagd ist immer ein großer Energieaufwand.“ Eine Medaille ist auch diesmal das Ziel des Gasteiners, der sich vor allem selbst beweisen will, wozu er fähig ist. Es wäre Grubers zehntes Edelmetall bei einem Großereignis.

Denifl gilt als Spezialist für Großschanzen, er lässt sich auch von windigen Bedingungen nicht bremsen. „Wenn es windet, taugt es mir sogar noch mehr“, meinte der in der Steiermark lebende Stubaier. „In Lahti steht eine meiner Lieblingsschanzen. Da geht es ums Fliegen, das ist meine Stärke.“ Der Salpausselkä-Bakken sei ein älteres Modell, sagte der Familienvater. „Das bin ich auch. Vielleicht liegt mir die Schanze deshalb so gut.“

Mario Seidl hofft, seine Sprungstärke besser als von der Normalschanze auszuspielen. „Auf der Großen kann man in der letzten Phase noch einige Meter herausholen, das liegt mir sehr gut“, betonte der Salzburger. Die Team-Medaille erleichtere die weitere Arbeit. „Die gibt einen Schub für das Selbstvertrauen und bringt mehr Lockerheit.“ Der 24-Jährige verzichtete auf den zweiten Trainingstag. „Ich habe alles beisammen und kann mich in Ruhe vorbereiten.“

Orter ist bezüglich seiner Sprungleistung Realist – ein Platz ganz vorne ist außer Reichweite. Mit einem Rückstand von 40 Sekunden bis zu einer Minute traut er sich zu, um eine Medaille mitzulaufen. Im ersten Einzelbewerb war er als 30. 1:23 Minuten zurückgelegen und hatte nach Laufbestzeit das Podest als Achter nur um gut zehn Sekunden verpasst. „Da haben mir nach der Aufholjagd im Finish die letzten Körner gefehlt.“

Der fünfte Startplatz ging an David Pommer. Der Tiroler erhielt nach Trainerentscheidung den Vorzug vor dem Ramsauer Franz-Josef Rehrl. Pommer hatte zum Auftakt des „Triple“ in Seefeld als Vierter seine beste Saisonplatzierung erreicht, war aber danach durch Kniebeschwerden zurückgeworfen worden. Er musste auf die vier Asien-Bewerbe verzichten, baute aber in der Folge eine gute WM-Form auf.

Lahti ist eine meiner Lieblingsschanzen. Da geht es ums Fliegen.

Wilhelm Denifl

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