Comeback ist für Veith „schaffbar“

Sport / 02.03.2017 • 21:55 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Wieder auf Krücken unterwegs: Anna Veith muss nach dem Eingriff im linken Knie mobil werden. Foto: gepa
Wieder auf Krücken unterwegs: Anna Veith muss nach dem Eingriff im linken Knie mobil werden. Foto: gepa

Ski-Ass muss mindesten sechs Monate pausieren – Olympia 2018 geht sich laut Arzt aus.

Rum. Anna Veith wird nach ihrer Knieoperation am Dienstag eine mindestens sechsmonatige Skipause einlegen müssen. Dies teilte ihr behandelnder Arzt Christian Hoser bei einer Pressekonferenz mit dem Skistar in der Privatklinik Hochrum mit. Die Olympischen Spiele im Februar 2018 „werden sich ausgehen“, zeigte sich Hoser optimistisch. Veith selbst will sich kein Zeitlimit setzen.

„Das habe ich aus den vorherigen Verletzungen gelernt. Ich habe bereits alles erreicht und kann mich darauf konzentrieren, wieder fit zu werden. Der Wille ist da, sonst müsste ich das nicht machen“, sagte die 27-Jährige, die das Krankenhaus noch am Donnerstag verlassen konnte.

Operation verlief nach Plan

Sie könne sich „ganz gut bewegen“ und fühle sich sehr wohl, so die Salzburgerin. Der Skisport sei ihre größte Leidenschaft. Sie habe sich zwar vor der Operation gefragt, ob es das noch wert sei, und habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht, aber: „Ich spürte, dass es weiter geht. Viele Menschen unterstützen mich. Sponsoren und Skiverband stehen hinter mir. Ich bin sehr dankbar“, erklärte die Olympiasiegerin und dreifache Weltmeisterin. Ihr größtes Ziel sei, wieder schmerzfrei zu werden, und: „Den schnellen Schwung muss ich wieder hinbringen.“ Sie habe vor der Operation „Angst gehabt, dass es wieder so wird wie beim ersten Mal“, räumte Veith ein und spielte auf den Eingriff am rechten Knie im Oktober 2015 an. Sie habe aber gemerkt, dass es anders sei und nehme die Erfahrung aus der ersten Rehabilitation nun mit. „Die Angst wurde mir genommen, ich weiß, es ist schaffbar“, zeigte sich Veith optimistisch.

Der Skistar wurde wegen einer chronischen Entzündung der Patellasehne im linken Knie operiert, es wurde entzündetes Gewebe weggeschnitten. Veith müsse nun rund zwei Wochen Krücken benutzen, erläuterte Hoser. Dann könne langsam mit Unterwasser-Therapie und Radfahren begonnen und die Intensität gesteigert werden. Entscheidend werde sein, wie die Patellasehne auf die Belastung reagiere. Die Operation sei jedenfalls nach Plan verlaufen. Das Problem sei gewesen, dass „ein Teil der Sehne kaputt bzw. degenerativ verändert ist“, sagte Hoser.

Arzt ist „positiv gestimmt“

Im nunmehr operierten linken Knie gebe es seit vier Jahren Probleme mit der Entzündung an der Spitze der Kniescheibe. Durch konservative Methoden habe man es nicht geschafft, die Sehne zu reparieren bzw. eine „lokale Verbesserung“ zu erreichen. Die Operation sei jedenfalls „der letzte Ausweg“ gewesen. Auch das im Jahr 2015 nach einem Sturz operierte rechte Knie habe noch „Aufwärtstendenzen“, so Hoser, der sich insgesamt „positiv gestimmt“ zeigte.

Viele Menschen unterstützen mich. Ich bin sehr dankbar.

Anna Veith

Zur Person

Anna Veith

verpasste nach einem Sturz und einer Knieoperation die gesamte vergangene Weltcupsaison. Nun musste sie neuerlich an der Patellasehne operiert werden.

Geboren: am 18. Juni 1989 in Hallein

Wohnort: Salzburg

Ausbildung: Hotelkauffrau

Größe/Gewicht: 1,65 m/64 kg

Familienstand: Verheiratet seit April 2016 mit Ex-ÖSV-Snowboarder Manuel Veith

Ski/Schuhe/Bindung: Head

Verein: SK Hallein

Hobbys: Harley fahren, Biken, Formel 1, Tennis, Golf

Homepage: www.anna-veith.com