Im Handball regieren weiter die Roten

17.03.2017 • 21:37 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Präsidentensohn Lukas Frühstück hatte nach der Pause großen Anteil, dass Bregenz die Partie bis zur 50. Minute offen hielt. Fotos:VN/Stiplovsek
Präsidentensohn Lukas Frühstück hatte nach der Pause großen Anteil, dass Bregenz die Partie bis zur 50. Minute offen hielt. Fotos:VN/Stiplovsek

Harder Handballer nach 27:24-Derby­erfolg in Bregenz wieder
Tabellenführer.

Bregenz. Am Ende blieb die Rangordnung gewahrt und das 84. Ländle-Derby in der Handball-Liga Austria brachte die Erkenntis, dass in Vorarlbergs Männerhandball weiter die Roten Teufel vom Bodensee den Takt vorgeben. Mit einem 27:24-Erfolg in Bregenz übernahm der Alpla HC Hard wieder die Führung in der Tabelle und steuert nach Rang eins im Grunddurchgang nun der Pole Position in der K.o.-Runde zu. Den ligaübergreifend zum vierten Mal in dieser Saison in einem Revierduell unterlegenen Festspielstädtern bleibt der schwache Trost, dass man gegenüber dem vorangegangenen Duell (Anm. 19:32-Niederlage) eine klare Leistungssteigerung verzeichnete, den Erzrivalen bis zum Ende forderte. Am Ende blieb aber die Einsicht, dass man ohne Tore aus dem Rückraum kein Spiel gewinnen kann.

Umschwung dank Aleksic

Hard-Coach Petr Hrachovec überraschte mit einer offensiven 5:1-Deckung und konnte sich rasch mit 3:1 bzw. 6:3 (8.) absetzen, ehe bei den Gastgebern in Person von Goran Aleksic der Kampfgeist richtig erwachte. Der Bregenz-Goalie trug mit Paraden am Fließband dazu bei, dass Bregenz nach einer zehnminütig „Torflaute“ der Harder mit 7:6 (16.) in Führung ging. Und dies, obwohl man zu diesem Zeitpunkt durch den einen rabenschwarzen Tag erwischenden Ante Esegovic und Amadeus Hedin zwei Siebenmeter vergab. Doch dank der Treffsicherheit von Hard-Youngster Daniel Dicker setzten sich die Gäste bis zur Pause wieder auf 11:9 ab.

Zwei Ausschlüsse für Hard

Nach dem Seitenwechsel nahm dann die Härte im Revierduell zu. Zunächst musste Hard-Linkshänder Marko Tanaskovic (36.) nach einer harten Attacke an Lukas Frühstück und anschließend Goalgetter Dominik Schmid (47.), nach der dritten Zeitstrafe, vorzeitig auf die Tribüne. Die Gastgber ihrerseits bündelten noch einmal alle Kräfte und konnten letztmals zehn Minuten vor dem Ende den Rückstand auf ein Tor (20:21) verkürzen.

Doch die Roten Teufel hatten in Person von Roli Schlinger den siegbringenden Akteur auf ihrer Seite. Der ehemalige Bregenzer zog auf der ihm zugeteilten Spielmacherposition die Fäden, brachte seine Nebenleute immer wieder perfekt in Wurfposition und trug maßgeblich dazu bei, dass nach dem Abpfiff erstmals in dieser Saison in der Handballarena Rieden die Harder Fans jubelten.

„Die Leistung in der Abwehr war nicht schlecht, aber auch nicht so gut, um Hard richtig in Gefahr zu bringen. Unterm Strich waren es die vielen technischen Fehler und der nahezu nicht vorhandene Druck von den beiden Halbpositionen, die ein besseres Resultat vereitelt haben“, betonte Bregenz-Kotrainer Matthias Günther.

Für Hard-Kapitän Dominik Schmid waren die bessere Abwehr, der breitere Kader und die notwendige Routine, die maßgeblichen Faktoren, die am Ende für den Sieg seines Team sorgten.

Wenn man von den Halbpositionen keine Tore macht, ist es unmöglich, ein Spiel zu gewinnen.

Matthias Günther
Bis zu seinem Ausschluss erzielte Dominik Schmid sechs Treffer.
Bis zu seinem Ausschluss erzielte Dominik Schmid sechs Treffer.
Roli Schlinger agierte abgeklärt und war einer der Matchwinner.
Roli Schlinger agierte abgeklärt und war einer der Matchwinner.
Goran Aleksic hielt vor der Pause sein Team mit Paraden im Spiel.
Goran Aleksic hielt vor der Pause sein Team mit Paraden im Spiel.
Bregenz-Trainer Robert Hedin (l.) und Pendant Petr Hrachovec waren nicht immer einer Meinung.
Bregenz-Trainer Robert Hedin (l.) und Pendant Petr Hrachovec waren nicht immer einer Meinung.

Handball

Handball-Liga Austria der Männer (HLA) 2016/17 Internet: www.hla.at

» Oberes Play-off, 7. Runde

Bregenz Handball – Alpla HC Hard 24:27 (9:11)

Handballarena Rieden, SR Brkic/Jusufhodzic, HR: 19:32

Zweiminutenstrafen: 5 bzw. 6: Rote Karten: 36. Tanaskovic (Foul), 48. Schmid (3×2)

Torfolge: 5. 1:3, 8. 3:6, 15. 7:6, 21. 7:9, 29. 8:11, 35. 12:13, 39. 15:16, 43. 16:19, 48. 19:20, 50. 20:21, 53. 21:23, 56. 222:6, 58. 23:27

Bregenz Handball: Aleksic (1. bis 60.), Suppanschitz (n. e.); Amadeus Hedin (2/1),
Frühstück (6/2), Beljanski (5), Klopcic (5), Lampert, Bammer (1), Schnabl, Esegovic, Belos, Mohr, Gangl, Wassel, Glaser, Warvne (5)

Alpla HC Hard: Doknic (1. bis 41./16:17), Hurich (ab 42.), Pouget (n. e.); Schmid (6),
Raschle (1), Zivkovic (3), Wüstner, Tanaskovic, Schlinger (4/1), Knauth (2), Dicker (3),
Maier, Herburger (3), Weber, Zeiner (4), Surac (1)

SG Handball West Wien – UHK Krems Samsag, 19 Uhr

Spielfrei: HC Fivers WAT Margareten

Tabelle: 1. Alpla HC Hard 5 4 1 0 159:134 +25 23 (14)

2. HC Fivers WAT Margareten 5 4 1 0 164:141 +23 21 (12)

3. Bregenz Handball 6 3 0 3 159:162 -2 17 (11)

4. UHK Krems 5 1 0 4 132:146 -14 13 (11)

5. SG Handball West Wien 5 0 0 5 130:161 -31 11 (11)

» Erklärung: In Klammer Bonuspunkte Grunddurchgang.

Restprogramm Oberes Play-off

8. Runde: SG Handball West Wien – Bregenz Handball 24. 3., 19 Uhr, HR: 23:35

Alpla HC Hard – HC Fivers WAT Margareten 24. 3., 19.30 Uhr, HR: 34:34

9. Runde: Alpla HC Hard – SG Handball West Wien 31. 3., 19.30 Uhr, HR: 29:28

HC Fivers WAT Margarten – UHK Krems 1. 4., 19.30 Uhr

10. Runde: Bregenz Handball – HC Fivers WAT Margareten 8. 4., 19 Uhr, HR: 26:30

UHK Krems – Alpla HC Hard 8. 4., 19 Uhr, HR: 29:37