Karriereende im Sinne der Gesundheit

17.03.2017 • 18:46 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Badminton-Olympiastarter David Obernosterer hat sich aus gesundheitlichen Gründen zu einem Ende seiner aktiven Laufbahn entschlossen. Foto: GEPA
Badminton-Olympiastarter David Obernosterer hat sich aus gesundheitlichen Gründen zu einem Ende seiner aktiven Laufbahn entschlossen. Foto: GEPA

Badminton-Olympiastarter David Obernosterer zog Schlussstrich unter aktive Laufbahn.

Schwarzach. (VN-jd) Mit der Teilnahme an den olympischen Sommerspielen im Vorjahr in Rio de Janeiro hat sich David Obernosterer seinen Kindheitstraum erfüllt. Am Ende forderte die jahrelange Belastung auf höchstem Niveau aber ihren Tribut. Aufgrund von bereits während der zwölfmonatigen Olympia-Qualifikationsphase aufgetretener Probleme an der Hüfte hat sich der 27-jährige Schwarzacher nun dazu entschlossen, einen Schlussstrich unter seine aktive Karriere zu setzen. „Eigentlich wollte ich selbst den Zeitpunkt des Aufhörens bestimmen, doch nun ist es anders gekommen als geplant. Die Ärzte haben mir eindeutig zu verstehen gegeben, dass es mit Blick auf mein weiteres Leben besser ist, wenn ich mit Leistungssport aufhöre. Eine Fortsetzung der Karriere wäre mit einem erheblichen gesundheitlichen Risiko verbunden gewesen, das ich nicht auf mich nehmen wollte. Wenn der Körper nicht mehr mitspielt, kann das Herz noch lange dagegen sein. Die Gesundheit ist das höchste Gut des Menschen, und es wäre fahrlässig gewesen, wenn ich diese Alarmglocken nicht erhört hätte“, erklärt die ehemalige Nummer 54 der Weltrangliste (Anm.: am 3. Dezember 2015) und 17. der Sommerspiele in Rio.

„Habe alle Ziele erreicht“

Trotz des abrupten Endes mit dem Leistungssport blickt Österreichs langjährige Nummer eins auf die Zeit als Badmintonprofi zurück: „Ich kann stolz und zufrieden auf fantastische Jahre mit vielen Höhen und wenigen Tiefen zurückblicken. Ich hatte dass Glück, dass ich alle gesteckten Ziele realisieren konnte. Zudem konnte ich meinem Vater beweisen, dass man auch mit ,Bällen hinterherspringen‘ Geld verdienen und Träume verwirklichen kann.“

Mehr als froh ist Obernosterer auch, dass ihm die im Herbst auch in Erwägung gezogene Hüftoperation erspart bleibt. „Dank der guten Behandlung hat sich die lädierte Hüfte so gut erholt, dass ich bereits wieder schmerzfrei Ski- und Radfahren bzw. Schwimmen kann. Ich bin wieder absolut schmerzfrei und laut dem behandelnden Arzt bleibt mir bei einer weiterhin vernünftigen Belastung der Hüfte ein operativer Eingriff erspart.“

Rückkehr nach Vorarlberg

Die neu gewonnene Freizeit durch das Karriereende soll aber weiter vom Badmintonsport geprägt sein. Allerdings nicht mehr in der Intensität der letzten zehn Jahre. „Ich habe in den letzten Monaten schon zeitweise die Funktion des Sportkoordinators im Vorarlberger Fachverband übernommen. Diese Tätigkeit macht mir enorm viel Spaß und je nach Möglichkeit wird der Umfang noch intensiviert. Daneben kann ich mir aber auch gut vorstellen, dass ich einmal als Sparten- oder Spezialtrainer meine Erfahrung weitergebe. Badminton hat meinen Werdegang wesentlich geprägt und trotz des Karriereendes kann ich mir eine Leben ohne Badminton noch nicht vorstellen.“

Möglich wurde die Zusammenarbeit im Vorarlberger Verband auch durch die Entscheidung, dass Obernosterer im Sommer seinen Lebensmittelpunkt von Wien zurück ins Ländle verlegt. „Ich werde im Juni mein Bachelorstudium für Betriebswirtschaftslehre abschließen, die Zelte in Wien nach zehn Jahren abbrechen und ab Herbst mit dem Masterstudium in Liechtenstein beginnen. Für mich beginnt durch die Entscheidung ein neuer Lebensabschnitt, auf den ich mich bereits freue.“

Das Risiko, bleibende Schäden zu haben, hat mir die Entscheidung am Ende abgenommen.

David Obernosterer