Machtwort im doppelten Sinne

Sport / 17.03.2017 • 22:47 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Spiel Nummer 69 im SCRA-Dress muss noch warten, Torhüter Andreas Lukse ist gegen Ried nicht im Kader. Foto: gepa
Spiel Nummer 69 im SCRA-Dress muss noch warten, Torhüter Andreas Lukse ist gegen Ried nicht im Kader. Foto: gepa

Andreas Lukse gegen Ried nicht dabei und damit ohne Spielpraxis zum Nationalteam.

Altach. Als der Bus in Richtung Oberösterreich abfuhr, blieben die Plätze von Torhüter Andreas Lukse sowie Tormanntrainer Sebastian Brandner frei. Beide werden heute nachfahren, das Machtwort in der Torhüterfrage ist jedoch schon vor der Abreise gefallen. Altachs Martin Scherb verzichtet auf einen Einsatz seines 29-jährigen Teamtormanns, will dies aber keinesfalls im Zusammenhang mit dem anstehenden WM-Qualifikationsspiel von Österreich gegen Moldawien (24. März) sehen.

„Es geht hier nur um Altach und um Lukse“, betont er ungewöhnlich scharf. Das Risiko, seinen Schlussmann nach nur einem Tag regulärem Torhütertraining gleich wieder einzusetzen, war dem Coach einfach zu groß. Die Entscheidung sei nach reiflicher Überlegung und in Absprache mit dem Spieler gefällt worden. „Mit jedem Tag wird er matchfitter“, ist er überzeugt. Lukse selbst absolvierte am Freitag-nachmittag noch eine zweite Tageseinheit mit Brandner – und fühlt sich eigentlich fit. „Das habe ich dem Trainer auch so kommuniziert.“ „Er will spielen, natürlich“, hat Scherb Verständnis für den Spieler. Seine Aufgabe jedoch sei es, im Sinne des Vereins zu entscheiden. Das sei auch mit den Verantwortlichen des Österreichischen Fußballbundes so abgesprochen. „Andi gewinnt damit noch ein paar Tage Zeit und kann dann im Teamlehrgang voll durchstarten. Das hilft ihm, dem Team und auch uns“, sagt Scherb mit Blickrichtung ÖFB-Team. Lukse selbst wird nach dem heutigen Spiel in Ried gleich nach Wien weiterfahren.

Während also Lukse das vierte Spiel in Folge versäumen wird, ist Nikola Dovedan wieder dabei. Gegen eine Mannschaft aus Ried, die dank dem Trainerduo Chabbi/Alge über viel Ländle-Knowhow verfügt. Und die, so Scherb, nun weitaus aggressiver und auch offensiver auftritt. Deshalb erwartet er einen sehr emotionsgeladenen Auftritt der Rieder, wo Chabbi auf die ersten Punkte seiner Bundesliga-Trainerkarriere hofft. All das wurde in Altach in der Trainingswoche thematisiert. Nun fordert Scherb von seinen Schützlingen Kompaktheit und Geduld, um im richtigen Moment die Nadelstiche setzen zu können. Nichts wurde in Altach, das zuletzt neun der zehn Spiele in Ried verlor, dem Zufall überlassen. Neue Reize wurden gesetzt, auch ein neues Quartier (Therme Geinberg) wurde bezogen.

Klar, Lukse will spielen. Ich muss aber an den Verein denken.

Martin Scherb