Christian Adam

Kommentar

Christian Adam

Die zwei Gesichter

19.03.2017 • 19:39 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Erst Sturm, nun Ried. Es ist wie in einem falschen Film. In Bezug auf Agieren, Auftreten, Körpersprache. Irgendwie verrückt, aber in Graz oder im Innviertel legt Altach alle Tugenden ab – und das zum wiederholten Male. Ein kleiner Unterschied ist aber doch erkennbar, weil aus den Worten des Trainers zu entnehmen. „Der eine oder andere Spieler ist vielleicht mit zu vielen Zukunftsplanungen beschäftigt.“ Das ist jedoch kein Altacher Phänomen. Störfeuer wie diese können für Risse in einer Gemeinschaft sorgen, selbst wenn dies unbewusst geschehen sollte.

Gerade Altach funktioniert so gut, weil der Zusammenhalt so stark ist. Dass gemeinsame Erfolge für einzelne Spieler auch den Weg zu größeren Vereinen öffnen, ist nur normal. Allein der Umgang damit ist kein einfacher, zumal einige ja zum ersten Mal so intensiv im nationalen bzw. internationalen Fokus stehen. Das Produkt Fußball ist schnelllebig geworden, umso wichtiger ist die Konstanz. Gerade diesbezüglich hat die Mannschaft zwei Gesichter erkennen lassen. Gut zu wissen deshalb, dass es gerade die noch verbleibenden zehn Spiele sind, die am Ende der Saison in Erinnerung bleiben.

Altach wird im Sommer einige Spieler verlieren, das ist nicht aufzuhalten. Die Mannschaft wird ihr Gesicht unweigerlich verändern. Nicht zuletzt das Spiel in Ried zeigte auf, wie sehr die Gegner – in dem Fall das Duo Chabbi/Alge – den heimischen Spitzenklub bis ins kleinste Detail studiert und entsprechende Maßnahmen gesetzt haben. Genau deshalb ist des Trainers Denkansatz richtig, noch variantenreicher agieren zu wollen. Altachs viele Gesichter – dafür ist die Zeit reif.