Mit Alaba als Chef in WM-Quali

Sport / 23.03.2017 • 20:02 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Aug’ in Aug’: Teamchef Marcel Koller (links) und sein Kapitän gegen Moldau, Bayern-Spieler David Alaba. Foto: apa
Aug’ in Aug’: Teamchef Marcel Koller (links) und sein Kapitän gegen Moldau, Bayern-Spieler David Alaba. Foto: apa

Bayern-Star vertritt heute gegen Moldau in dieser Rolle den gesperrten Julian Baumgartlinger.

Wien. „Wir haben uns für ihn entschieden, weil er Spieler bei Bayern München ist, und weil er mit Druck umgehen kann“, sagte Teamchef Marcel Koller. David Alaba sei im Spielerrat und hätte schon in den vergangenen zwei, drei Jahren Führungsaufgaben übernommen. „Jetzt ist er auch in einem Alter, wo er diesen Schritt gehen kann.“

Ein Thema für das Kapitäns­amt wäre auch Basel-Stürmer Marc Janko gewesen, der diese Rolle bereits in der Vergangenheit ausgeübt hatte. Koller betonte, dass seine Entscheidung vorerst nur für das Moldau-Spiel gelte. Sollte Baumgartlinger, der im Sommer den aus dem Team zurückgetretenen Christian Fuchs als ÖFB-Kapitän beerbt hat, wieder einmal ausfallen, ist Alaba nicht zwingend der Ersatzmann.

Kritik an Ex-Spieler Scharner

Gegen die Moldauer absolviert Alaba sein 55. Länderspiel. „In erster Linie ist es eine Riesenehre für mich“, sagte der Wiener über die Kapitänsrolle. „Sonst ist nichts anders. Ich habe immer schon versucht, der Mannschaft zu helfen und sie mitzureißen. Ich versuche, vorne wegzugehen.“

Alaba hatte die Kapitänsschleife bereits im WM-Quali-Spiel gegen Irland (0:1) – da hatte Baumgartlinger fälschlicherweise geglaubt, dass er ausgewechselt wird – und im Test gegen die Slowakei (0:0) bei dessen tatsächlicher Auswechslung übernommen. „Ich freue mich, dass er mich auserwählt hat. Da will ich auch viel zurückgeben“, betonte Alaba. Welche Worte er in der Kabine an seine Kollegen richten werde, wollte der Bayern-Star nicht preisgeben. Sein erstes Länderspiel hatte Alaba im Oktober 2009 in Frankreich (1:3) bestritten – mit 17 Jahren und drei Monaten als jüngster ÖFB-Teamspieler der Geschichte.

„Er hat als Spieler die Champions League gewonnen und spielt seit fünf, sechs Jahren regelmäßig in dieser Liga“, verwies Koller auf Alabas Qualitäten. Auf welcher Position dieser im Nationalteam am besten eingesetzt wird, wird in der Öffentlichkeit seit Jahren diskutiert. Eine Umstellung auf eine defensive Dreierkette würde das linke Mittelfeld als zusätzliche Option bringen. Alaba, bei den Bayern Linksverteidiger, bevorzugt aber das Mittelfeldzentrum.

Der frühere ÖFB-Teamspieler Paul Scharner hatte Alaba zuletzt in einem Interview gar vorgeworfen, im Finish gegen Irland die taktische Vorgabe des Teamchefs ignoriert zu haben, während des Spiels auf die Linksverteidigerposition zu wechseln. „Es stimmt nicht“, betonte Koller. „Paul Scharner war ja nicht dabei.“

Grundsätzlich kann der Teamchef wenig mit der heftigen Kritik, die der von ihm 2012 aus dem Team eliminierte Ex-England-Legionär auch an ihm selbst geäußert hat, anfangen. „Er hat gesagt, wir werden uns nie für ein Turnier qualifizieren. Jetzt sucht er wieder etwas Neues. Es ist auch so, dass ihm vielleicht ein bisschen langweilig ist“, meinte Koller.

Vielleicht ist ihm jetzt ja ein bisschen langweilig.

koller über Scharner

Fußball

WM 2018 in Russland, Qualifikation Europazone (Österreich-Gruppe)

Gruppe D

Österreich – Moldau heute

Ernst-Happel-Stadion, 20.45 Uhr, SR István Vad (RUS)

ORF eins überträgt live ab 20.15 Uhr

Mögliche Aufstellungen

Österreich (3-5-2): Lindner (Eintracht Frankfurt, 8 Länderspiele); Dragovic (Bayer Leverkusen, 54/1 Tor), Prödl (Watford, 60/4), Hinteregger (FC Augsburg, 22/1); Sabitzer (RB Leipzig, 25/4), Junuzovic (Werder Bremen, 52/7), Ilsanker (RB Leipzig, 21/0), Alaba (Bayern München, 54/11), Arnautovic (Stoke City, 60/13); Burgstaller (Schalke 04, 9/0), Janko (FC Basel, 61/28)

Moldau (4-2-3-1): Namasco (43 Länderspiele); Racu (28/1 Tor), Posmac (15/2), Epureanu (76/8), Bolohan (19/0); Cojocari (27/1), Gatcan (54/5); Andronic (10/1), Ionita (24/2), Dedov (Milsami Orhei, 37/2); Bugaev (48/9)

Georgien – Serbien heute

Tiflis, 18 Uhr

Irland – Wales heute

Dublin, 20.45 Uhr

Tabelle

1. Irland 4 3 1 0 7: 3 10

2. Serbien 4 2 2 0 9: 5 8

3. Wales 4 1 3 0 8: 4 6

4. Österreich 4 1 1 2 6: 7 4

5. Georgien 4 0 2 2 3: 5 2

6. Moldau 4 0 1 3 2:11 1

Modus: Der Gruppensieger ist fix bei der WM 2018 in Russland, der Zweite im Play-off, sofern er nicht schlechtester aller neun Gruppen-Zweiten ist.

Torschützenliste

4 Gareth Bale Wales

3 Dušan Tadic Serbien

Aleksandar Mitrovic Serbien

James McClean Irland

2 Marko Arnautovic Österreich

Marc Janko Österreich

Joe Allen Wales

Filip Kostic Serbien

1 Martin Hinteregger Österreich

Marcel Sabitzer Österreich

Jano Ananidze Georgien

Tornike Okriashvili Georgien

Valeri Qazaishvili Georgien

Branislav Ivanovic Serbien

Jeff Hendrick Irland

Daryl Murphy Irland

Seamus Coleman Irland

Shane Long Irland

Igor Bugaev Moldau

Alexandre Gatcan Moldau

Sam Vokes Wales

Eigentor

1 Kevin Wimmer Österreich

Die nächsten Spiele

Irland – Österreich 11. Juni

Moldau – Georgien 11. Juni

Serbien – Wales 11. Juni

Wales – Österreich 2. September

Georgien – Irland 2. September

Serbien – Moldauo 2. September

Österreich – Georgien 5. September

Irland – Serbien 5. September

Moldau – Wales 5. September

Österreich – Serbien 6. Oktober

Irland – Moldau 6. Oktober

Georgien – Wales 6. Oktober

Moldau – Österreich 9. Oktober

Serbien – Georgien 9. Oktober

Wales – Irland 9. Oktober