„Wir müssen jeden Stein umdrehen“

Sport / 26.03.2017 • 22:48 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Mercedes-Boss Toto Wolff: Ferrari war das schnellere Auto. Foto: gepa
Mercedes-Boss Toto Wolff: Ferrari war das schnellere Auto. Foto: gepa

Die Niederlage in Melbourne hat Toto Wolff kalt erwischt.

Melbourne. Nach dem Ferrari-Sieg folgte die Analyse durch den Mercedes-Motorsportchef.

Herr Wolff, als Sebastian Vettel nach seinem Boxenstopp die Führung vor Lewis Hamilton übernahm, wirkten Sie sehr wütend. War es ein strategischer Fehler?

Wolff: Ich muss wohl an meiner Emotionalität während des Rennens arbeiten. Ich sollte professionellen Rat einholen (lacht). Insgesamt war der Ferrari heute einfach das schnellere Auto. Lewis hat anfangs Vollgas gegeben und war trotzdem nicht in der Lage, davonzuziehen. Mit seinem frühen Stopp wollten wir Vettel einen möglichen Vorteil nehmen. Als wir danach aber hinter Max Verstappen festhingen, war das gleichbedeutend mit der Niederlage.

War es der eine große Fehler, der den Sieg gekostet hat?

Wolff: Am Ende gibt es immer viele Kleinigkeiten, die man hätte besser machen können oder müssen. Generell kann man aber sagen: Wir waren nicht schnell genug, und deshalb ist Sebastian Vettel der verdiente Sieger. Selbst wenn wir alles optimal getroffen hätten, wissen wir nicht, ob es zum Sieg gereicht hätte. Wir müssen jetzt verstehen, warum wir am Anfang des Rennens nicht die gewünschte Geschwindigkeit hatten.

Mercedes hat damit erstmals seit langer Zeit ein Rennen verloren, weil der Gegner einfach stärker war. Wie fühlt sich das an, und ist es nicht eine wichtige Zutat für die Formel 1?

Wolff: Es trägt zur Persönlichkeitsbildung bei. In den vergangenen drei Jahren hatten wir das Glück, dass wir fast alles gewonnen haben. Jetzt geht es darum, zu akzeptieren, dass wir von Ferrari geschlagen wurden. Sie sind gut aus den Startlöchern gekommen, ihr Auto ist schnell, das ist ein Fakt. Wir werden gestärkt daraus hervorgehen. Wir müssen jeden Stein umdrehen.