Austrias Wochen der Wahrheit

02.04.2017 • 20:51 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Trainieren ja, spielen nein – Ilkay Durmus sitzt bei der Austria derzeit auf der „Ersatzbank“. Foto: gepa
Trainieren ja, spielen nein – Ilkay Durmus sitzt bei der Austria derzeit auf der „Ersatzbank“. Foto: gepa

Trainerentscheidung erwartet, Ilkay Durmus vorerst auf dem Abstellgleis.

Lustenau. Nicht das erste Mal erlebt die Lustenauer Austria nach einem sportlich erfolgreichen Herbst einen turbulenten Frühling, abseits des Platzes. Einmal mehr rückte deshalb Präsident Hubert Nagel (65) in den Mittelpunkt, auch wenn der Klubchef sehr auf Konsens aus ist. Doch die Trainerfrage nagt, auch wenn sich Nagel nach außen nicht nur zuversichtlich, sondern auch sehr ruhig gibt. Gegenüber den VN hatte er schon von einem Trio gesprochen, mit dem auch die finanziellen Bedingungen geklärt sind, allein die Entscheidung steht noch aus. „Ich bin sehr zuversichtlich, dass es in den nächsten Tagen passieren wird“, lautet seine Ansage. Also noch vor dem Livespiel am Freitag gegen Wattens.

Die noch ausstehende Trainerbestellung ist seit dem Wochenende aber nicht die einzige Baustelle bei den Grün-Weißen. Grund dafür ist ein doch verständlicher, laufen im Sommer immerhin 13 Verträge aus. Verhandlungen werden zwar geführt, doch noch wollen sich weder Spieler noch Nagel voreilig auf einen Vollzug einigen. Viel wird nämlich davon abhängen, wie die Gedanken des neuen Trainers sind – und diesbezüglich müssen die Spieler noch warten. Für Ilkay Durmus könnte die Wartezeit ein wenig länger werden. So wurde der Deutsch-Türke in der Vorwoche vom Präsidenten höchst persönlich auf das Abstellgleis gestellt. Erst durfte er die Reise nach Wr. Neustadt nicht mitmachen und über einen Einsatz in den nächsten Spielen wird wohl auch nicht die sportliche Leistung des 22-Jährigen, dessen Vertrag bis Juni läuft, entscheiden. Dabei hat der variabel einsetzbare Linksfuß im Austria-Dress durchwegs gute Leistungen abgeliefert. Fünf Treffer gelangen ihm in 23 Spielen, einmal traf er im ÖFB-Cup.

Turbulente Wochen

Der Präsident jedenfalls wollte sich nicht öffentlich zu den Vorfällen in der „Causa Durmus“ äußern. Nur so viel ließ er durchblicken: Der Spieler habe sich nicht an Abmachungen gehalten und solle sich deshalb selbst hinterfragen. Eine Tatsache, die Nagel, der über Jahrzehnte für Handschlag-Qualität steht, so in Rage brachte, dass er auf einen Einsatz des Spielers gerne verzichtet – ohne diesbezüglich eine Zeitangabe zu liefern.

Der Austria stehen also turbulente zehn Spieltage bevor, zumal befürchtet werden muss, dass die unsichere Zukunft vieler Spieler eine „tickende Zeitbombe“ werden könnte. Die Zeit drängt, auch wenn Nagel keine Hektik verspürt.

Ich mag es nicht, wenn man sich nicht an Abmachungen hält.

Hubert Nagel