Erwin und der maskierte Vollstrecker erregen

02.04.2017 • 21:01 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Pierre-Emerick Aubameyang einmal mehr als Maskenmann. Zusammen mit dem Japaner Shinji Kagawa feierte er den Führungstreffer. Foto: Reuters
Pierre-Emerick Aubameyang einmal mehr als Maskenmann. Zusammen mit dem Japaner Shinji Kagawa feierte er den Führungstreffer. Foto: Reuters

Das deutsche Revierderby (1:1) auf Schalke wirkte ein einziger Comic.

Gelsenkirchen. Der maskierte Vollstrecker Pierre-Emerick Aubameyang wollte seinen dreisten PR-Jubel nach dem 1:1 von Dortmund bei Schalke als kindliche Spielerei abtun. Dagegen musste das zwei Meter große Schalker Plüsch-Maskottchen Erwin feststellen, dass Schiedsrichter offenbar keinen Spaß verstehen.

„Das Maskottchen stellt den Schiedsrichter vor allen Zuschauern bloß. Das geht gar nicht nicht, da muss der Verein Konsequenzen ziehen“, sagte der frühere Bundesliga-Referee Thorsten Kinhöfer und forderte einen Innenraum-Ausschluss für Holger Becker. Der steckt im Kostüm des Erwin und hatte dem Unparteiischen Felix Zwayer nach einem nicht gegebenen Handelfmeter in der Nachspielzeit eine Rote Karte unter die Nase gehalten. Zwayer notierte den Vorfall, ob es zu einer Verhandlung und möglichen Strafe für Erwin kommt, ist noch offen.

Schalke-Manager Christian Heidel hält die Hysterie für maßlos übertrieben. „Wir sollten mal die Kirche im Dorf lassen. Man muss auch mal lachen können“, sagte er mit einem Kopfschütteln: „Hoffentlich wird er vom DFB vorgeladen. Dann gehen wir in die mündliche Verhandlung – dann erscheint er im Kostüm vor Gericht.“ Becker entschuldigte sich nach eigener Aussage inzwischen bei Zwayer.

Wegen einer Verkleidung muss auch BVB-Torjäger Aubameyang Konsequenzen fürchten, und zwar durch den eigenen Verein. Wie üblich in Revierderbys bejubelte der Gabuner sein Tor zum 0:1 mit einer Maske, nach Batman und Spiderman fungierte er diesmal aber als „The Masked Finisher“. Eine unverhohlene PR-Aktion für seinen Privatsponsor Nike, für den er kürzlich in einem Werbespot als jene Figur aufgetreten war.

BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke fand das gar nicht zum Lachen. „Darüber werden wir noch mal reden. Dann wird es etwas schwieriger für ihn“, sagte er und kritisierte auch den Rivalen des BVB-Ausrüsters Puma. Trainer Thomas Tuchel und Sportchef Michael Zorc schützten dagegen Aubameyang, der bei Instagram schrieb: „Kommt schon, Jungs. Ich bin wie ein Kind, das es genießt, Fußball zu spielen.“

Von „Erwin“ gab es die Rote Karte für Schiedsrichter Felix Zwayer. Reuters
Von „Erwin“ gab es die Rote Karte für Schiedsrichter Felix Zwayer. Reuters