Vom Burj Khalifa auf höchste Stufe bei Siegerehrung

02.04.2017 • 20:36 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Karate-Lady Bettina Plank setzte sich im Finale des Premier-League-Turniers in Dubai gegen die Türkin Serap Ozcelik mit 1:0-Punkten durch. Foto: GEPA
Karate-Lady Bettina Plank setzte sich im Finale des Premier-League-Turniers in Dubai gegen die Türkin Serap Ozcelik mit 1:0-Punkten durch. Foto: GEPA

Karate-Lady Bettina Plank triumphiert wie 2016 beim Premier-League-Turnier in Dubai.

Dubai. (VN-jd) Das Burj Khalifa in Dubai ist mit einer Höhe von 828 Metern das höchste Bauwerk der Welt – doch beim Premier-League-Turnier in der größten Stadt der Vereinigten Arabischen Emirate am Persischen Golf fühlte sich Karate-Lady Bettina Plank dem Himmel noch ein Stück näher. Mit einer grandiosen Leistung wiederholte die 25-jährige Feldkircherin ihren Vorjahrserfolg in Dubai und gab damit einen Monat vor der EKF-Europameisterschaft (4. bis 7. Mai) in Kocaeli (westlich von Istanbul) setzte ein Ausrufezeichen für ihre Konkurrentinnen. Mit 50 Kämpferinnen aus 32 Nationen war der Wettkampf in der 50-kg-Kategorie eine mehr als perfekte Generalprobe für die kontinentalen Titelkämpfe.

Von Beginn an fokussiert

Die WM-Dritte des Vorjahrs präsentierte sich nach dem überraschend frühen Aus vor zwei Wochen beim Premier-League-Turnier in Rotterdam von ihrer besten Seite. Nach dem 2:0-Sieg in der Auftakt­runde gegen die Deutsche Duygu Bugur (2:0) folgte ein 3:0 gegen Nasrin Dousti (Iran) und der Erfolg nach Kampfrichterentscheid über die Türkin Sevil Bas. Nach dem Poolsieg kam es im Halbfinale zum Vergleich gegen Srunita Sari aus Indonesien, den die HLSZ-Sportsoldatin klar mit 3:0 für sich entschied. „Ich bin von der ersten Sekunde an in den richtigen Rhythmus gekommen. Ich hatte die richtige Distanz zur Gegnerin, war perfekt eingestellt, konnte in allen Kämpfen von Beginn den Takt vorgeben. Lediglich beim Kampf gegen die Türkin haderte ich etwas mit den Schiedsrichtern, weil einige Angriffe von mir nicht gewertet wurden. Aufgrund der aktiveren Kampfweise fiel das Urteil beim Kampfrichterentscheid aber eindeutig aus“, erklärte Plank.

„Mächtig wie der Burj Khalifa“

Die richtige Einstimmung auf das Finalduell am kommenden Tag holte sich Plank bei einem Besuch des Burj Khalifa. „Da wir ziemlich früh fertig waren, und ich schon so viel über dieses Bauwerk gehört habe, wollte ich einfach die Chance nutzen. Es war eine willkommene Abwechslung, zumal es ja nicht so oft vorkommt, dass man während eines Wettkampfs Zeit findet, sich auch die Sehenswürdigkeiten anzusehen.“ Im Duell um Gold und die 500-Euro-Siegesprämie kam es dann zum ewig jungen Duell gegen die Türkin Serap Ozcelik, ihres Zeichen WM-Zweite 2016 in Linz. „Unmittelbar vor dem Kampf habe ich mich an die imposanten Eindrücke des Wolkenkratzers erinnert und mir vorgenommen, selbst stark wie ein Turm zu agieren.“

Mit Erfolg, denn 38 Sekunden vor dem Ende gelang Plank mit einer Yuko-Wertung der siegbringende Punkt. „Natürlich bin ich überglücklich. Obwohl ich gewusst habe, dass durch die Klausur an der Fachhochschule Linz die Vorbereitung auf das Turnier in Rotterdam nicht optimal war, hat das frühe Aus etwas an meinem Ego gekratzt. Doch jetzt habe ich wieder die richtige Balance gefunden und bin natürlich froh, vor der EM noch einmal Selbstvertrauen getankt zu haben“, betont die Wahl-Linzern.

Leistungsdichte gestiegen

Bezüglich Erwartungshaltung in Blickrichtung EM will die Feldkircherin den Ball ganz bewusst niedrig halten. „Nicht zuletzt durch die Aufnahme ins olympische Programm 2020 in Tokio ist die Leistungsdichte noch einmal gestiegen. Es gibt keine leichten Gegner und jede Unachtsamkeit kann bereits schnell alle Träume zum Platzen bringen. Ich werde mich so wie in der Vergangenheit seriös vorbereiten und versuchen, am Tag X mein maximales Leistungspotenzial aufzurufen.“

Das frühe Aus in Rotterdam hat doch etwas mehr an meinem Ego gekratzt als erwartet.

Bettina Plank