WM-Titel als i-Tüpfelchen einer perfekten Freeride-Saison

03.04.2017 • 18:36 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Das Siegerbild der Freeride-World-Tour mit Weltmeisterin Lorraine Huber in der Mitte. Links die Österreicherin Eva Walkner und rechts die Italienerin Arianna Tricomi. Foto: FTW-Daher
Das Siegerbild der Freeride-World-Tour mit Weltmeisterin Lorraine Huber in der Mitte. Links die Österreicherin Eva Walkner und rechts die Italienerin Arianna Tricomi. Foto: FTW-Daher

Lorraine Huber in Verbier zuoberst auf dem Podest. Lecherin triumphiert erstmals.

Verbier. Die Kategorie Ski Damen auf der Freeride World Tour (FWT) ist weiter fest in österreichischen Händen, und mit Lorraine Huber triumphiert 2017 zum zweiten Mal eine Athletin aus Vorarlberg. War es 2013 der späteren Doppelweltmeisterin Nadine Wallner (27) als jüngster Fahrerin gelungen, den WM-Titel zu holen, so darf sich nun mit der Lecherin die „Grande Dame“ des Freeride-Sports über den Titel freuen. „Ein sehr emotionaler Tag“, sagte Huber im VN-Gespräch. „Es war so ein intensives Erlebnis. Aber mir ist es gut gelungen, alles auszuschalten, auch den Medienrummel. Ich konnte mich total auf meinen Lauf konzentrieren.“

Konzentration auf die Linie

Immer wieder hatte Huber in der knapp drei Monate dauernden, intensiven World-Tour betont, ihr Fokus liege klar darauf, beim Skifahren in den „Fluss zu kommen“. Die Erklärung dazu liefert die 37-Jährige, die in Bregenz ein Studium zum Mentalcoach absolviert, gleich dazu: „Das kognitive Denken musst du bei der Fahrt ausschalten, das muss im Freeride-Sport vorher passieren. Nach dem Start muss das Unterbewusste passieren, muss eigentlich alles automatisch ablaufen.“ Genau das ist ihr in dieser Saison besser als je zuvor gelungen. Auch weil sie gelernt habe, nicht mehr den Fokus auf Resultate zu legen. „Dann bin ich zu nervös und vergleiche mich zu sehr mit den anderen.“

In Verbier gelang es der Vorarlbergerin einmal mehr, sich auf die Fahrt und die ausgesuchte Linie zu konzentrieren. „Das ist mir gut gelungen, ich habe es richtig genossen.“ Am Ende durfte sie sich über den dritten Tagesrang und den Gewinn des FWT-Titels freuen. „Für mich ist das das i-Tüpfelchen auf die Saison.“

Viel Dankbarkeit

Als Weltmeisterin verspürt Huber vor allem Dankbarkeit, kennt sie doch auch andere Momente in dem mit großem Risiko behafteten Sport. Vor allem die schwierigen Momente, wenn gute Freunde bei Lawinenunfällen ihr Leben lassen, sind bei ihr immer abgespeichert. „Da wird dir auch immer das enorme Risiko bewusst.“

Und so genießt sie den Moment und denkt noch nicht zu weit in die Zukunft. Ihre nächsten Ziele sind Filmaufnahmen in Alaska sowie eine dreiwöchige Tour durch die Westalpen. „Danach schaue ich, wie es weitergeht“, meinte sie mit einem leichten Schmunzeln, bevor es zur WM-Party ging.

Mit dabei waren mit Fabio Studer und Thomas Feuerstein zwei weitere Vorarlberger. Letzterer war erstmals am Bec des Rosses in der Schweiz am Start. Der Snowboarder aus dem Montafon belegte Platz vier, was ihm auch den vierten Endrang einbrachte. Studer wurde in der Endabrechnung Zehnter.

Ich freue mich sehr, weil es ein intensiver, emotionaler Tag war.

Lorraine Huber
Zum Saisonabschluss fuhr Lorraine Huber am Bec des Rosses bei Verbier auf den dritten Tagesrang. Foto: FWT-Bernard
Zum Saisonabschluss fuhr Lorraine Huber am Bec des Rosses bei Verbier auf den dritten Tagesrang. Foto: FWT-Bernard

Freeride World Tour

Verbier, letzter Stopp

Snowboard Damen

 1. Anne-Flore Marxer (SUI)

Snowboard Herren

 1. Sammy Luebke (USA)

 4. Thomas Feurstein (AUT/V)

Ski Damen

 1. Eva Walkner (AUT)

 3. Lorraine Huber (AUT/V)

Ski Herren

 1. Rene Barkered (SWE)

 8. Fabio Studer (AUT/V)

Endwertung 2017

Snowboard Damen

 1. Marion Haerty (FRA)

 2. Anne-Flore Marxker (SUI)

 3. Shannan Yates (USA)

Snowboard Herren

 1. Sammy Luebke (USA)

 2. Jonathan Penfield (USA)

 3. Davey Baird (USA)

 4. Thomas Feuerstein (AUT/V)

Ski Damen

 1. Lorraine Huber (AUT/V)

 5. Eva Walkner (AUT)

 2. Arianna Tricomi (ITA)

 9. Nadine Wallner (AUT/V)

Ski Herren

 1. Léo Slemett (FRA)

 2. Reine Barkered (SWE)

 3. Kristofer Turdell (SWE)

10. Fabio Studer (AUT/V)

Zur Person

Lorraine Huber

Die Lecherin holt erstmals den WM-Titel auf der Freeride-World-Tour

Geboren: 13. März 1980 in Feldkirch/Lech

Größe/Gewicht: 168 cm/64 kg

Ausbildung: abgeschlossenes BWL-Studium an der Uni Innsbruck, staatlich geprüfte Ski- und Snowboardlehrerin, Skiführerin, Mentalcoach-Studium in Bregenz

Hobbys: Klettern, Surfen, Reisen, Klavier und Mountainbike

Familienstand: ledig

Erfolge auf der Freeride World Tour

2017: WM-Titelgewinn, 3. Platz in Verbier, 2. Platz in Haines, 1. Platz in Fieberbrunn,
9. Platz in Vallnord-Arcalis Andorra, 1. Platz in Chamonix Mont Blanc

2016: 4. Platz in Fieberbrunn

2015: 3. Platz in Fieberbrunn

2014: 3. Platz in Chamonix Mont Blanc,
3. Platz in Fieberbrunn, 1. Platz in Snowbird

2013: 2. Platz in Verbier, 4. Platz in Chamonix Mont Blanc; Siegerin der Qualifying-Tour

2012: 2. Platz in Röldal/NOR

2009/10: 3. Platz in Fieberbrunn, 4. Platz in Chamonix Mont Blanc

Sponsoren: Kästle, Scott, Bergans of Norway, Lech Zürs, Snowlife

Internet: www.lorrainehuber.com