Johnson ist der große Favorit

05.04.2017 • 20:43 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Dustin Johnson, die Nummer eins, wird in Augusta gejagt.  Foto: ap
Dustin Johnson, die Nummer eins, wird in Augusta gejagt. Foto: ap

Bernd Wiesberger geht in Augusta mit zwei Major-Siegern auf die Runde.

AUgusta. Dustin Johnson ist der große Favorit beim 81. Golf-Masters in Augusta. Der Weltranglisten-Erste aus den USA dominiert derzeit die Golf-Szene und hat seine jüngsten drei Turniere gewonnen. Guten Mutes tritt auch Bernd Wiesberger zum ersten Major des Jahres an. Der Burgenländer war 2015 als erster Österreicher überhaupt dabei und als 22. auf Anhieb bester Debütant.

Zum bereits dritten Mal in Folge spielt nun der 31-Jährige aus Oberwart beim US-Masters. „Es ist immer wieder toll, nach Augusta zu kommen. Aber Routine ist es hier in gewisser Weise nie“, erklärte Wiesberger am Tag vor dem Turnierstart im Interview der Austria Presseagentur seine Ausgangslage vor dem prestigeträchtigsten und wieder mit zehn Millionen Dollar dotierten Golfturnier der Welt.

Spielt das Wetter mit?

Das Wetter wird 2017 womöglich eine mitentscheidende Rolle spielen, Wiesberger rechnet aber dennoch mit trockenen Bedingungen und knüppelharten, pfeilschnellen Grüns. „Da spielt sich der Platz besonders schwer, aber das kommt mir entgegen.“

Das Masters ist bekanntlich das einzige Golf-Major, das immer auf demselben Platz gespielt wird. An der berühmten Magnolien-Allee, die von der Washington Road zum Golfplatz führt, gibt sich auch bei der 81. Auflage mit Ausnahme von Tiger Woods, der nur zum Champions Dinner anreiste, die Golfwelt ein Stelldichein. So auch der vierfache Major-Sieger Ernie Els, der Südafrikaner ist eines von Wiesbergers Jugend-Idolen.

Der Österreicher schlägt in den ersten beiden Runden mit Els und dem Amerikaner Jason Dufner ab, los geht es für das Trio heute kurz nach Mittag (Ortszeit), um 18.13 Uhr MESZ. Der mittlerweile 47-jährige Els gehörte einst mit Woods, Phil Mickelsen und Vija Singh zu den „Fab Four“, die praktisch bei jedem Major zu den Turnierfavoriten gehörten. „Es freut mich, in einer Gruppe mit gleich zwei Major-Siegern zu spielen. Ich bin echt happy, so eine gute Gruppe erwischt zu haben“, sagte Wiesberger.

Favorit ist und bleibt aber Johnson. Der 1,93 Meter große Hüne aus South Carolina schlägt seine Drives regelmäßig über die 300-Meter-Marke. Es ist allerdings schon 15 Jahre her (Woods 2002), dass sich eine aktuelle Nummer eins der Weltrangliste auch das „Green Jacket“ geholt hat. Der US-Open-Champion des Vorjahrs gab sich deshalb vor dem ersten Abschlag im Augusta National Golf Club zurückhaltend. „Mein Spiel ist zur Zeit sehr solide. Aber Golf ist komisch. Du kannst gut drauf sein und dennoch nicht gewinnen“, sagte der 32-Jährige, der mit Paulina Gretzky, der Tochter von Eishockey-Legende Wayne Gretzky, liiert ist.

Konkurrenz ist nicht in Form

Der Kreis jener Spieler, die Johnson schlagen können, ist überschaubar. Der englische Titelverteidiger Danny Willett hat seit seinem Vorjahrs-triumph kein Turnier mehr gewonnen. Auch Jordan Spieth, der Masters-Champion von 2015 und Vorjahrs-zweite aus den USA, spielt derzeit nicht gut.

Neben dem jungen Saison-Aufsteiger Jon Rahm (22) aus Spanien wird es am ehesten Assen wie Jason Day, dem schon 41-jährigen Schweden Henrik Stenson, vor allem aber Rory McIlroy (27) zugetraut, Johnson zu fordern. Das Masters ist das einzige Major, das McIlroy noch nicht gewonnen hat. Der Weltranglisten-Zweite aus Nordirland hat heuer wegen seiner Rippenverletzung aber viele Wochen versäumt. Er habe gelernt, dass man in Augusta nicht zu gierig sein dürfe, betonte McIlroy. Der vierfache Major-Sieger hat in den zwei Wochen vor dem Masters sage und schreibe 99 Probelöcher in Augusta gespielt.

Ich mache derzeit nicht allzu viele Fehler und bin guter Dinge.

Bernd Wiesberger