Austria will mit Lipa ganz nach oben

06.04.2017 • 19:50 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Alles im Griff – Christopher Knett ist Austrias Rückhalt.
Alles im Griff – Christopher Knett ist Austrias Rückhalt.

Ex-Spieler neuer Lustenau-Trainer. Gegen Wattens heute noch mit Coach Ernemann.

Lustenau. „Natürlich ist es ein Hauptthema in der Kabine“, gibt Austria-Lustenau-Torhüter Christopher Knett, auf die Trainer-Diskussion der letzten Wochen angesprochen, ganz offen zu. Nun ist das Geheimnis gelüftet: Andreas Lipa, der insgesamt sechs Jahre als Spieler für die Grün-Weißen aktiv war, wird das Traineramt übernehmen. Vorerst für ein Jahr, mit einer „automatischen Verlängerung bei Aufstieg“ (Hubert Nagel). Letztendlich war es eine schnelle Entscheidung des Austria-Präsidenten, nachdem Andreas Heraf weiter U-18-Trainer beim ÖFB bleibt. „Am Mittwoch haben wir telefoniert, dann habe ich auch noch mit Daniel Ernemann gesprochen und gestern hat mich der Präsident informiert“, erzählt Lipa.

Start nach Ostern

In der Osterwoche wird der 49-Jährige dann erstmals mit der Mannschaft zusammentreffen. „Ich werde mir die Partie gegen den LASK anschauen“, erzählt Lipa im VN-Telefonat, und führt aus, dass er sich auf seine neue Aufgabe sehr freut. Davor aber wartet auf ihn noch eine intensive Woche in Sachen UEFA-Pro-Lizenz. Von Montag bis Donnerstag wird er im UEFA-Hauptquartier Nyon, u. a. mit Lassaad Chabbi, auf die im Herbst wartende Trainerprüfung lernen.

Sein Dienstantritt im Reichshofstadion wird dann am Dienstag nach Ostern erfolgen. „Es ist ja doch überraschend gekommen und jetzt ist es ein wenig hektisch“, erklärt der Jungvater. Andererseits ist er froh, dass die Entscheidung zehn Spieltage vor Saisonende gefallen ist und somit noch genügend Zeit bleibt, um die Mannschaft zusammenzustellen. „So kann ich die Spieler kennenlernen und wir werden sehen, wer den Weg mit uns mitgehen will. Es bleibt genügend Zeit, um den Kader für die kommende Saison seriös zusammenzustellen.“ Das Ziel ist klar: Lipa soll die Austria in die Bundesliga führen, wie es mit ihm als Spieler auch 1997 gelang. „Er war schon als Spieler sehr ehrgeizig und das ist er jetzt auch als Trainer“, ist Nagel (65) von seinem neuen Coach überzeugt. „Wir haben uns nie aus den Augen verloren und ich habe seinen Werdegang als Trainer stets mit Interesse verfolgt.“

Ich habe noch was gutzu-machen, denn beim zweiten Mal als Spieler sind wir nicht aufgestiegen.

Andreas Lipa
Für einen Job im Profifußball lässt Bisamberg Andreas Lipa ziehen. Der 49-Jährige wird in Horn sein Debüt auf der Austria-Bank feiern. gepa/2
Für einen Job im Profifußball lässt Bisamberg Andreas Lipa ziehen. Der 49-Jährige wird in Horn sein Debüt auf der Austria-Bank feiern. gepa/2
Bereits am 3. März berichteten die VN über Lipas Interesse.
Bereits am 3. März berichteten die VN über Lipas Interesse.

„Wir alle wollen den zweiten Platz“

Lustenau. Austria-Keeper Christopher Knett will gegen Wattens einen Dreier einfahren. Kein Wunder, spielt der Keeper der Austria, der heute (20.30 Uhr) vor seinem 137. Spiel für die Grün-Weißen steht, doch seit Wochen auf konstant hohem Niveau. Nie war er so wertvoll wie jetzt, dabei ist der Bundesligazug für die Mannschaft schon abgefahren. „Natürlich sind wir alle mit den Ergebnissen nicht zufrieden“, so der 26-Jährige. „In einigen Spielen hatten wir sicherlich Pech, in anderen fehlte im Frühjahr ein Dwamena vom Herbst und zuletzt in Wr. Neustadt waren wir schlecht.“ Angesichts der Tatsache, dass viele Verträge im Sommer auslaufen, sei es dennoch wichtig, sich zu präsentieren. „Wir wollen Platz zwei“, sagt der Jungvater mit Blickrichtung Wattens. Wie seine Mitspieler weiß auch er, dass kein Spaziergang auf die Mannschaft wartet, denn der Aufsteiger aus dem Tirol entpuppte sich zuletzt als sehr laufstarke und kompakte Einheit.

Extraschichten für die Fitness

Für Knett und viele seine Mitspieler geht es in den letzten zehn Spielen auch um die eigene Zukunft. „Wie viele andere habe auch ich Anfragen, doch die Austria ist natürlich mein erster Ansprechpartner.“ Nach vier Jahren in Lustenau reizt den Torhüter ein sportlicher Aufstieg, am liebsten natürlich mit dem Klub aus dem Ländle. Dafür hat er im vergangenen Jahr sehr hart an seiner Fitness gearbeitet. „Hier möchte ich vor allem Tamas Tiefenbach Danke sagen. Mit ihm habe ich viele Extraeinheiten geschoben. Das macht sich nun bezahlt.“

In den bislang sechs Spielen im Frühjahr blieb er dreimal ohne Gegentreffer, nur viermal musste er hinter sich greifen. In 26 Partien bislang hielt er seinen Kasten achtmal rein und ist somit auf dem besten Wege seinen Rekord aus der Saison 2013/14 – 14 Spiele ohne Gegentor – zu egalisieren.

Zur Person

Andreas Lipa

Hat als Spieler einmal für das ÖFB-Team gespielt, am 26. April 2000 gegen Kroatien (1:2).

Geboren: 26. April 1971 in Wien

Ausbildung: asdf

Laufbahn als Spieler: Vienna, Casino Salzburg, LASK Linz, Austria Lustenau, GAK, Xanthi, Port Vale FC, Austria Lustenau, Wr. Sportclub, Wienerberg, Lassee, Mischendorf

Laufbahn als Trainer (UEFA-A-Lizenz): Lassee, Vienna, Bisamberg

Familie: verheiratet mit Sarah-Adams-Lipa, ein Sohn