„Wie eine tausendjährige Eiche“

11.04.2017 • 18:54 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Dominic Thiem bekommt Lob von Trainer Günter Bresnik: „Im Moment passt alles.“ Foto: gepa
Dominic Thiem bekommt Lob von Trainer Günter Bresnik: „Im Moment passt alles.“ Foto: gepa

Für Trainer Günter Bresnik ist Dominic Thiem wesentlich besser als vor einem Jahr.

Wien. Für Österreichs Tennis-Star Dominic Thiem geht es in die nächste heiße Turnierphase, für ihn die wichtigste des Jahres. Der 23-jährige Weltranglisten-Neunte beginnt beim Masters-1000-Turnier in Monte Carlo die europäische Sandplatzsaison. Thiem bereitet sich in der Südstadt akribisch vor, morgen fliegt er nach Monaco.

Coach Günter Bresnik berichtete im Gespräch mit der Austria Presse Agentur von Fortschritten und einer guten Vorbereitungsphase. „Die Vorbereitung läuft super. Da kann man wirklich gezielt wieder an ein paar Dingen arbeiten“, schilderte Bresnik. So wurde das Material wie Schläger und Schuhe neu adaptiert. Viel Umfang und viele Schläge habe sein Schützling trainiert.

Viel Selbstvertrauen auf Sand

Die Turnierplanung steht mit kleinen Änderungen: Thiem spielt vor Paris fix Monte Carlo, Barcelona, Madrid und Rom. Bresnik: „Ob er noch zusätzlich etwas spielt, das wird man sehen, wie es läuft.“ So ist weder München, wo Thiem Vorjahresfinalist war, noch das von Nizza nach Lyon übersiedelte Event unmittelbar vor den French Open fix. In Nizza hat Thiem 2015 und 2016 jeweils den Titel geholt.

Spielt Thiem aber bei den größeren Masters-1000er-Sand-Turnieren wie Monte Carlo (2016 Achtelfinale), Madrid (1. Runde) und Rom (Viertelfinale) besser, kann er auch weit besser punkten als bei den kleineren 250er-Events in München oder Lyon. „Es ist nicht so, dass das der Zenit war“, meinte auch Bresnik mit Blick auf die Vorjahresergebnisse.

Thiem hatte Roland Garros vor Kurzem zu seinem „wichtigsten Turnier in diesem Jahr“ erklärt. Bresnik sieht es nicht ganz so. „Alle Grand-Slam-Turniere sind für einen Tennisspieler ein Highlight. Alle vier. Es ist kein größeres Highlight, weil du dort letztes Jahr gut gespielt hast. Mir wäre es auch recht, wenn er in Australien, Wimbledon oder bei den US Open gut spielt.“ Auf Asche verfügt sein Schützling aber nach wie vor wohl auch über das größte Selbstvertrauen. „Auf Sand kennt er seinen Stellenwert.“ Wenn Bresnik seinen Schützling im Vergleich zu April 2016 sieht, hat der 55-Jährige ein klares Statement parat: „Man kann ganz objektiv sagen, dass er jetzt wesentlich besser Tennis spielt als vor einem Jahr.“ Natürlich hat sich auch die Konkurrenz verbessert. „Wie es in der Relation ausschaut, wird man sehen. Aber absolut gesehen, ist Dominic sicher heute der beste Tennisspieler, der er je war. Heute steht er da wie eine tausendjährige Eiche. Vor Verletzungen bist du nie gefeit, da kann immer eine Kleinigkeit passieren. Aber im Moment passt alles.“ Thiem agiere kompakter, ausdauernder, war immer schon außergewöhnlich schnell und „ist sicherlich ein Mann geworden in den letzten zwei, drei Jahren“.

Auf sehr hohem Niveau

Ist der Reifeprozess so weit fortgeschritten, dass Thiem ganz Großes erreichen kann? „Ich finde, dass Dominic momentan ein Niveau hat, wo es niemanden mehr überraschen würde, wenn er welches Turnier auch immer gewinnt“, sagt Bresnik. In Sachen Davis-Cup-Heimspiel im September gegen Rumänien gibt es positive Signale. „Im September ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass er dabei ist.“

Dominic ist heute der beste Tennisspieler, der er je war.

Günter Bresnik