„Bin sicher nicht der Oberlehrer“

13.04.2017 • 16:40 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Im Heimspiel gegen Floridsdorf wird Andreas Lipa in einer Woche erstmals auf der Austria-Trainerbank Platz nehmen. Foto: gepa
Im Heimspiel gegen Floridsdorf wird Andreas Lipa in einer Woche erstmals auf der Austria-Trainerbank Platz nehmen. Foto: gepa

Nach dem Horn-Spiel am Dienstag beginnt bei Austria Lustenau die Ära Andreas Lipa.

Nyon, Lustenau. Nach vier anstrengenden Tagen in Nyon beim UEFA-Pro-Lizenz-Kurs ging es für Andreas Lipa gestern wieder nach Hause zur Familie. Ein Osterfest, unterbrochen mit dem LASK-Spiel der Austria heute in Linz – und dann beginnt am Dienstag erneut eine Austria-Zeit für den 45-jährigen Wiener, zum dritten Mal in seiner Karriere. Als Spieler war er schon zweimal bei den Grün-Weißen und spielte dabei u. a. mit Daniel Ernemann (41) oder Tamás Tiefenbach (44). Das Duo soll auch in den Zukunftsplanungen von Lipa eine große Rolle spielen, plant der neue Chefcoach doch mit ihnen im Trainerteam. Was die Mannschaft betrifft, will er sich in den nächsten Spielen bzw. Trainingswochen selbst ein Bild machen. Nach einigen Videostunden, u. a. mit dem letzten Spiel gegen Wattens, ist der Wiener heute erstmals live im Stadion. In der „Beobachterrolle“, wie er ganz bewusst betont. Gegenüber den VN aber wurde er konkreter.

Wie viel Lipa steckt heute beim Spiel gegen den LASK in der Austria-Mannschaft?

Lipa: Keiner, Daniel Ernemann wird ganz normal die Mannschaft vorbereiten und die Aufstellung machen. Es wäre absolut unseriös und unprofessionell, wenn ich mich bereits zu Wort melde, bevor ich noch offiziell angefangen habe. Das wird dann nach dem Horn-Spiel passieren, da habe ich dann bis zum nächsten Match ein paar Einheiten mit der Mannschaft.

Sie sprechen es an, mit nächster Woche beginnt eine neue Zeitrechnung bei der Austria. Viele kennen Sie noch als Spieler, aber was sind Sie für ein Trainertyp? Reden Sie viel mit den Spielern?

Lipa: Ich würde sage, extrem viel. Sowohl Einzelgespräche als auch in der Gruppe. Mir ist das sehr wichtig. Diesbezüglich hat sich der Fußball gewandelt. Ich bin nicht der Oberlehrer, sondern will eine Mannschaft, will Spieler, die selbstständig handeln und denken. Für mich als Trainer ist es wichtig, das Beste aus den Spielern rauszuholen. Wenn sie dann am Platz stehen, müssen sie imstande sein, selbst Entscheidungen zu treffen.

Sie werden jetzt die Mannschaft zweimal live beobachten. Haben Sie schon eine Vorstellung, wie der Kader ausschauen soll? Immerhin laufen doch sehr viele Verträge aus.

Lipa: Es wäre natürlich gut, wenn es gelingen würde, die Leistungsträger weiter an den Klub zu binden. Ich habe mich schon mit dem Präsidenten (Anm. d. Red.: Hubert Nagel) unterhalten und auch deponiert, wie ich mir die Kaderzusammenstellung vorstellen könnte. Wichtig ist mir aber erst der persönliche Kontakt zu den Spielern und sie auch im Trainingsbetrieb zu sehen. Alles andere wäre, wie ich schon gesagt habe, unseriös. Außerdem habe ich volles Vertrauen in das Verhandlungsgeschick des Präsidenten. Er hat in der Vergangenheit gute Mannschaften zusammengestellt und das wird auch jetzt so sein.

Sie haben die vergangenen Tage mit Ex-Austria-Lustenau-Trainer Lassaad im Rahmen der Trainerlizenz verbracht. Haben Sie sich Tipps geben lassen oder mit ihm über die Mannschaft gesprochen?

Lipa: Die Tage in Nyon waren sehr intensiv. Ehrlich, wir hatten nicht die Gelegenheit, um ein Gespräch zu führen. Außerdem möchte ich mir, wie schon gesagt, selbst ein Bild machen. Also die Sache völlig unbelastet angehen.

Die Hoffnungen an Sie sind groß. Alle erwarten den Aufstieg?

Lipa: Die Zielsetzung ist ganz klar: Wir wollen in die Bundesliga aufsteigen. Deshalb ist es wichtig, dass ich noch ein paar Wochen Zeit habe, mit der Mannschaft zu arbeiten und parallel dazu die Planungen für die nächste Saison laufen zu lassen.