Laibach vor Umstieg in die AHL

13.04.2017 • 20:12 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Den „Drachen“ aus Laibach – im Bild der nach Schweden abgewanderte Chris Langkow – geht es in der Erste Bank Liga an den Kragen.  Foto: gepa
Den „Drachen“ aus Laibach – im Bild der nach Schweden abgewanderte Chris Langkow – geht es in der Erste Bank Liga an den Kragen. Foto: gepa

Nach zehn Jahren stehen die Slowenen in der Erste Bank Liga vor dem Aus.

Schwarzach. (VN-ko) Die Klubbosse waren überrumpelt. „Ich weiß noch von nichts“, sagte Feldkirchs Michael Lampert zur Situation um Olmpija Laibach. Er habe nur über Umwege von den Plänen gehört, dass die Slowenen nicht mehr an der Erste Bank Liga teilnehmen, in die Alps Hockey League abgeschoben werden sollen. Er findet die Vorgangsweise „komisch“. Auch für Lustenaus Herbert Oberscheider wäre es „angenehm, wenn man gefragt werden würde“.

Mit 13 spielt es sich nicht

Beschlossen sei ja noch gar nichts. Die beiden Vereinschefs erwarten eine Einladung zu einer Sitzung, bei der für die Liga Nägel mit Köpfen gemacht werden sollen. Lampert: „Im Sinne der Planung wäre es fein zu wissen, wer dabei ist und nach welchem Regelwerk gespielt wird.“ Vom EC Bregenzerwald war gestern keine Stellungnahme zu erhalten.

Bei der EBEL dürfte man die Geduld mit den Slowenen verloren haben. In den vergangenen Jahren zeigten die „Drachen“ mit zunehmendem Verlauf der Punktejagd Auflösungserscheinungen. Ligachef Peter Mennel: „Wir werden die Generalversammlung von Laibach abwarten und dann selbst eine Ligasitzung einberufen.“ Mit Zagreb wurde bereits ein neuer Partner für 2017/18 akzeptiert, die ungerade Zahl von 13 Teilnehmern würde bei den Klubs wohl auf wenig Gegenliebe stoßen.

Für Laibach-Trainer Bojan Zajc ist das letzte Wort noch nicht gesprochen: „Wir glauben, dass sich die Dinge noch drehen lassen“, gibt sich Trainer Bojan Zajc in der slowenischen Tageszeitung „Delo“ optimistisch. „Uns wurde bis 26. April Zeit gegeben, um die Probleme zu lösen. Es gibt Anzeichen, dass wir einen Hauptsponsor gefunden haben.“ Sein Team hatte in der slowenischen Punktejagd keines der drei Finalspiele gegen Jesenice gewinnen können, der AHL-Klub holte seinen elften Meistertitel.

Noch mehr Interessenten?

Nicht nur wegen der slowenischen Derbys sieht Oberscheider in der Teilnahme von Laibach eine Bereicherung für die AHL. „Wenn es wirtschaftlich für Laibach stimmt, könnte diese Mannschaft unserer Liga weitere Stabilität bringen. Aber wer weiß: Möglich, dass es aus Italien noch Interesse gibt, auch Kapfenberg und St. Pölten haben ja ebenfalls angefragt.“

Es wäre schon angenehm, wenn man gefragt werden würde.

Herbert Oberscheider