Roli-Goal startet seine finale Titeljagd

13.04.2017 • 20:08 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Roland Schlinger greift am Wochenende mit dem Alpla HC Hard nach dem Titel im ÖHB-Cup. Foto: VN/Sams
Roland Schlinger greift am Wochenende mit dem Alpla HC Hard nach dem Titel im ÖHB-Cup. Foto: VN/Sams

Roland Schlinger greift mit dem Alpla HC Hard in Graz nach erstem Titel in dieser Saison.

Hard. Er war als Legionär in Spanien (bei Ademar Leon)und Deutschland (bei Balingen), holte mit Bregenz zwischen 2004 und 2010 sechs Mal die HLA-Krone und wurde 2003 und 2006 ÖHB-Cupsieger und holte sich 2015 mit dem Alpla HC Hard seinen persönlich neunten Titel – und am Ende der Saison wird Roland Schlinger seine äußerst erfolgreiche Karriere als Spieler beenden. Die dritte Spielperiode im Trikot der Roten Teufel vom Bodensee wird die letzte als Profi-Handballer für den im September 36 Jahre alt werdenden gebürtigen Wiener sein. „Es war die schwierigste Entscheidung in meinem Leben. Ich habe lange überlegt, was ich mache und was das Beste für mich, meinen Körper und meine Familie ist“, betont der einstige Bomber der Nation, der in 168 Länderspielen über 595 Toren jubeln konnte und in der ewigen Statistik des Österreichischen Handballbundes (ÖHB) jeweils den fünften Rang einnimmt. Obwohl die Zeichen auf Abschied stehen, ist der Erfolgshunger des zweimaligen Handballers des Jahres (Anm. 2006 und 2010) noch nicht gestillt und der Bomber der Nation will sich standesgemäß mit Titelgewinnen verabschieden. Den ersten Anlauf nimmt Schlinger am Wochenende beim in Graz ausgetragenen Finalturnier im ÖHB-Cup. Gegner von Schlinger und Co. im Halbfinale ist am Freitag (17 Uhr) Titelverteidiger HC Fivers WAT Margareten. Sollte Hard diese Hürde nehmen, würde man am Samstag (18 Uhr) im Finale auf den Sieger der Begegnung zwischen Turnierausrichter HSG Graz und dem HC Linz treffen. „Von der Papierform her ist das Halbfinale das vorweggenommene Finale. Ich denke, es wird ein Duell auf Augenhöhe, in dem wie in all den vorangegangen direkten Vergleichen wenige Nuancen am Ende über Sieg und Niederlage entscheiden werden“, blickt Schlinger voraus.

20 Jahre Profisportler

Am Entschluss, am Ende der Saison seine Karriere zu beenden, gibt es für den 35-Jährigen nichts zu rütteln. „Auch dann nicht, sollten wir Ende Mai den HLA-Titel holen. Für meinen Entschluss gibt es ja mehrere Gründe. Einer ist natürlich das Alter und nach über 20 Jahren als Profisportler tun die Knochen weh. Ich denke, ich habe den richtigen Zeitpunkt erwischt, Tschüss zu sagen. Für mich war immer wichtig, dass ich mein Karriereende selbst bestimme und nicht dazu gezwungen werde.“

Ein weiterer Grund für die Beendigung der aktiven Laufbahn ist der anstehende Einstieg ins Berufsleben. „Ich habe in den letzten Wochen die letzten Prüfungen meines Studiums der Rechtswissenschaften erfolgreich absolviert und habe gerade mit der Diplomarbeit begonnen. Zusätzlich werde ich meinen Lebensmittelpunkt nach Wien verlagern.“ Doch bis es in knapp zwei Monaten so weit ist, will Schlinger noch seine Erfolgsbilanz als Handballer aufpolieren. „Die erste Möglichkeit besteht am Wochenende im Cup. Erklärtes Ziel ist es aber, mich mit dem Titelgewinn in der Handball-Liga Austria aus dem Ländle zu verabschieden. Vorarlberg ist in den letzten 14 Jahren die zweite Heimat von mir geworden und ich denke, dies ist ein realistisches Vorhaben.“

Ein Blick auf den Saisonverlauf zeigt, dass das Vorhaben, sich als Titelträger zu verabschieden, berechtigt ist. Der Alpla HC Hard war die Nummer eins des Grunddurchgangs und konnte seine Pole Position im Play-off bestätigen. „Diese Erfolge wecken natürlich auch die Begehrlichkeiten. Mein Begierde nach Titeln ist noch nicht gestillt und es gäbe nichts Schöneres für mich, als wenn ich als Meister und Cupsieger meine Karriere krönen könnte“, so Schlinger.

Als Cupsieger und Meister die Bühne zu verlassen wäre ein mehr als perfektes Karriereende.

Roland Schlinger

Handball

Österreichischer Cup der Männer 2017

Final-Four in Graz, Halbfinale

Alpla HC Hard – HC Fivers WAT Margareten Freitag, 17 Uhr

ASKÖ-Halle Graz, SR Hofer/Schmidhuber

HSG Graz (BL) – HC Linz Freitag, 19 Uhr

ASKÖ-Halle Graz, SR Hurich/Bolic

Finale

Sieger Halbfinale Samstag, 18 Uhr

ASKÖ-Halle Graz, SR Brkic/Jusufhodzic

» Der Weg der vier Teams ins Halbfinale

1. Runde: HC Fivers WAT Margarten (BL) – HSG Graz 25:33; Achtelfinale: Alpla HC Hard – Bregenz Handball 29:23, HC Fivers WAT Margarten – Schwaz Handball Tirol 29:22, SK Traun – HC Linz 19:30, HSG Graz – ATV Trofaiach 27:24; Viertelfinale: HIB Graz – HC Linz 34:35 n. V., UHC Tulln – HC Fivers WAT Margarten 20:28, Alpla HC Hard – SG Handball West Wien 26:24, WAT Atzgersdorf – HSG Graz 37:43 n. V.

Handball-Liga Austria der Männer (HLA) 2016/17

» Viertelfinale (Best of three)

1. Oberes Play-off – 3. Unteres Play-off

Alpla HC Hard – SC Ferlach 20. 4., 19.30 Uhr

SC Ferlach – Alpla HC Hard 23. 4., 18 Uhr

Alpla HC Hard – SC Ferlach 28. April (falls nötig)


2. Oberes Play-off – 2. Unteres Play-off

HC Fivers WAT Margareten – HC Linz 20. 4., 20 Uhr, 23. 4., 18 Uhr und 28. 4. (falls nötig)


3. Oberes Play-off – 1. Unteres Play-off

Bregenz Handball – Schwaz Handball Tirol 19. 4, 19.30 Uhr

Schwaz Handball Tirol – Bregenz Handball 23. 4., 17 Uhr

Bregenz Handball – Schwaz Handball Tirol 28. 4. (falls nötig)

4. Oberes Play-off – 5. Oberes Play-off

UHK Krems – SG Handball West Wien 20. 4., 20.20 Uhr, 23. 4., 17 Uhr und 28. 4. (falls nötig)

» Der weitere Rahmen-Terminplan

Halbfinale (Best of three): 11., 14. und ggf. 20. Mai

Finale (Best of three): 25., 28. Mai und ggf. 2. Juni (jeweils 20.15 Uhr)

» Ab der K.-o.-Phase (Viertelfinale) hat das besser klassierte Team nach der Play-off-Runde im ersten und möglichen dritten Spiel jeweils Heimvorteil.