Schuss vor den Bug im Unternehmen Titeljagd

Sport / 14.04.2017 • 19:30 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Ivan Martinovic riss sechs Sekunden vor dem Ende mit seinem Treffer zum 30:29 die Roten Teufel aus ihren Titelträumen im ÖHB-Cup. Foto: gepa
Ivan Martinovic riss sechs Sekunden vor dem Ende mit seinem Treffer zum 30:29 die Roten Teufel aus ihren Titelträumen im ÖHB-Cup. Foto: gepa

Harder Handballer verpassen mit 29:30-Niederlage gegen Fivers Einzug ins Cupfinale.

Graz. Halbfinalfrust statt Titelträume – der Alpla HC Hard wurde nach einer Erfolgsserie von ligaübergreifend 14 Siegen und zwei Remis beim Ansturm auf den ersten Titelgewinn vom Dauerrivalen Fivers Margareten aus den Träumen gerissen. Nach einer katastrophalen ersten Halbzeit und einer deutlichen Leistungssteigerung nach der Pause haben die Roten Teufel vom Bodensee mit der 29:30-Niederlage im Halbfinale beim Final-Four-Turnier des ÖHB-Cups in Graz einen Schuss vor dem Bug erhalten.

Wer einen Kampf auf Biegen und Brechen im Duell der aktuell besten zwei HLA-Teams erwartet hat, sah sich zumindest in der ersten Hälfte enttäuscht. Die aufgrund des bisherigen Saisonverlaufes leicht favorisierten Harder konnten in keiner Phase an die Leistungen der letzten Wochen anschließen. In der Abwehr fehlte die erforderliche Gegenwehr und im Angriff prägten ideen- und konzeptlose Aktionen das Harder Spiel. Besonders Fivers-Spielmacher Vitas Ziura konnte schalten und walten wie er wollte und hatte mit sieben Toren, davon fünf per Siebenmeter, maßgeblichen Anteil an der 16:12-Führung des Titelverteidigers. Signifikant für die Harmlosigkeit die Tatsache, dass kein Harder Treffer vor der Pause über die rechte Angriffsseite oder aus einem Tempogegenstoß resultierte. „Im Prinzip waren wir mit den vier Toren Rückstand noch gut bedient“, betonte Hard-Trainer Petr Hrachovec.

Nach der Pause aufgewacht

Nach der berechtigten Standpauke von Hrachovec in der Pause agierte Hard im zweiten Durchgang wesentlich kompakter und aggressiver, was sich nach einem 9:5-Lauf auf 21:21 (43.) auch auf der Anzeigetafel niederschlug. Dominik Schmid und seine Nebenleute hatten jetzt ihre Betriebstemperatur erreicht und die Fans bekamen mit 45-minütiger Verspätung jenen Handballkrimi zu sehen, den man eigentlich ab der erste Spielminute erwartet hatte. Beide Teams lieferten sich nun einen offenen Schlagabtausch, in dem zunächst die Harder dank des Weckrufs bei Goalgetter Marko Tanaskovic und seinen sechs Toren nach dem Seitenwechsel bis drei Minuten vor dem Ende mit 28:27 in Front lagen. Doch selbst als Goalie Golub Doknic beim Stand von 28:28 (58.) einen Siebenmeter von Ziura abwehrte, konnte Hard das Momentum nicht für sich nutzen. Am Ende war es Ivan Martinovic, der mit seinem Stemmwurf vier Sekunden vor dem Ende zum 30:29-Endstand die Fivers zum fünften Mal in den letzten sechs Jahren ins Endspiel hievte und die Titelträume der Harder in die am Donnerstag beginnende Viertelfinalserie in der Handball-Liga Austria „verbannte“.

„Natürlich ist es bitter, wenn man so knapp verliert. Doch in Summe geht der Erfolg der Fivers in Ordnung. Bei uns fehlte die notwendige Einstellung für ein K.-o.-Duell und ich hoffe, die Jungs nehmen sich diesen Warnschuss zu Herzen“, so Hrachovec abschließend.

Einziger positiver Aspekt ist, dass wir nach der Pause Charakter gezeigt und gekämpft haben.

Petr Hrachovec

Handball

Österreichischer Cup der Männer 2017

Final-Four in Graz, Halbfinale

Alpla HC Hard – HC Fivers WAT Margareten 29:30 (12:16)

ASKÖ-Halle Graz-Eggenberg, SR Hofer/Schmidhuber

Zweiminutenstrafen: 4 bzw. 5

Torfolge: 4. 0:3, 10. 2:8, 12. 4:8, 18. 5:11, 22. 8:13, 27. 9:15,
32. 14:17, 42. 20:21, 47. 23:22, 53. 24:25, 57. 28:27, 60. 28:29

HC Hard: Hurich, Pouget, Doknic; Herburger (2), Schmid (4),
Raschle (5), Zivkovic (2), Wüstner, Tanaskovic (6), Schlinger (6/2), Knauth, Zech, Dicker, Maier, Zeiner (2), Surac (2)

HC Fivers WAT Margareten: Tanic, Pilipovic; Ivan Martinovic (5), Nikolic, Müller (1), Schweiger (1), Stummer, Ziura (11/6), Marin Martinovic (1/1), Jonas (1), Kolar (3), Aljetic (3), Riede, Brandfellner (2), Seidl (2)

HSG Graz (BL) – HC Linz 30:26 (14:10)

ASKÖ-Halle Graz-Eggenberg, SR Hurich/Bolic

Zweiminutenstrafen: 4 bzw. 3; Rote Karten: 41. Juric, 60. Borovnik

HSG Graz: Eichberger (1), Weinhappl; Melnjak (4), Prettenthaler, Schalk, Pajicic, Maier, Spendier (4), Ivanjko (1), Pajovic (5), Uttler, Borovnik (7), Kuchling, Schweighofer (4), Pusterhofer (4/1), Raschid

HC Linz: Mijailovic, Spörk, Maric; Ecker, Lehner (3/1), Reisinger, Hoflehner (3), Kislinger (8), Preinfalk, Juric, Kainmüller (1), Vuckovic (2), Ascherbauer (1), Fuchs, Kikanovic (3), Bajgoric (5)

Finale

HC Fivers WAT Margareten – HSG Graz Samstag, 18 Uhr

ASKÖ-Halle Graz-Eggenberg, SR Brkic/Jusufhodzic