Vettel schnell, aber nicht sorgenfrei

14.04.2017 • 20:08 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Wer sein Auto liebt, der schiebt. Sebastian Vettels Ferrari blieb im Training mit einem Kurzschluss liegen. Foto: ap
Wer sein Auto liebt, der schiebt. Sebastian Vettels Ferrari blieb im Training mit einem Kurzschluss liegen. Foto: ap

Bestzeit, aber auch Probleme am ersten Trainingstag – Hamilton nur Fünfter.

Sakhir. Technische Probleme an seinem Ferrari haben Sebastian Vettel im freien Training zum Großen Preis von Bahrain am Sonntag (17 Uhr) nur kurz ausgebremst. Der 29-Jährige fuhr bei Temperaturen von über 30 Grad in der Wüste von Sakhir in 1:31,310 Minuten die schnellste Zeit und distanzierte seinen Rivalen Lewis Hamilton deutlich.

Die Lücke schließen

Hinter Vettel landeten auf dem 5,412 km langen Kurs unter Flutlicht Mercedes-Pilot Valtteri Bottas (1:31,351) und der Australier Daniel Ricciardo (1:31,376) im Red Bull. Hamilton musste sich im zweiten Silberpfeil mit Rang fünf begnügen (1:31,594).

„Es war sehr eng, aber Ferrari war am schnellsten. Sie scheinen im Renntrimm ein paar Zehntel schneller zu sein“, sagte Hamilton über das Training: „Deshalb erwarte ich morgen und am Sonntag ein klasse Duell. Wir werden so hart wie möglich arbeiten, um die Lücke zu schließen.“ Teamkollege Bottas, nur knappe 41 Tausendstelsekunden hinter Vettel, will im WM-Kampf nicht nur mitfahren. „Es ist noch zu früh zu sagen, dass nur zwei Fahrer um die WM kämpfen“, sagte der WM-Vierte

Sorgen bereitete Vettel allerdings, dass sein Ferrari zwischenzeitlich komplett den Geist aufgegeben hatte. „Wir wissen noch nicht, was da los war“, sagte Vettel und vermutete einen Kurzschluss: „Auf einmal war das Auto aus.“ Trotzdem fühle sich der Wagen „gut an, aber da geht noch mehr. Und das müssen wir jetzt rauskitzeln“, sagte er. Glück für Vettel: Es passierte nicht allzuweit von der Einfahrt zur Boxengasse. Helfer schoben den Ferrari in die Box. Nach einigen Minuten fuhr der 29-Jährige wieder ohne Anschubhilfe auf die Strecke. Schon im ersten freien Training war am Wagen seines Teamkollegen Kimi Räikkönen der Motor kaputt gegangen.

Noch mehr Sorgen drohen wegen seiner angeblich „flexiblen“ Aerodynamik beim SF70H, die die Konkurrenz auf den Plan gerufen hat. So sollen sich beim Ferrari während der Fahrt Unterboden, Heckflügel und Diffusor absenken und für eine bessere Straßenlage sowie höhere Kurvengeschwindigkeit sorgen. Helmut Marko sprach von „sehr, sehr belastenden Bildern, wo ja nicht nur der Unterboden, sondern auch andere Teile viel Flexibilität gezeigt haben. Schauen wir einmal, wie die FIA reagiert. Aber es wäre schade, wenn Ferrari nur dadurch vorn wäre“, meinte der 73-jährige Steirer.

„Es ist eher ein Kompliment“

Vettel wurde nach dem Training darauf angesprochen und zeigte sich überrascht. „Das höre ich das erste Mal. Ich glaube, wenn man vorne ist, wird es immer irgendwas geben, was den Leuten nicht schmeckt. Deswegen, glaube ich, ist es eher ein Kompliment.“

Der Wagen fühlt sich gut an, aber es geht noch mehr.

Sebastian Vettel