„Werden ihnen nichts schenken“

14.04.2017 • 19:17 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Emanuel Sakic (rechts) möchte sich bei Trainer Martin Scherb für weitere Einsätze empfehlen. Foto: gepa
Emanuel Sakic (rechts) möchte sich bei Trainer Martin Scherb für weitere Einsätze empfehlen. Foto: gepa

Altachs Emanuel Sakic ist ein Spätstarter mit langjährigem Rapid-Hintergrund.

Wien. Brisant ist es allemal, wenn heute um 18.30 Uhr das Spiel der Altacher in der Rapid-„Kathedrale“ angepfiffen wird. Ob Emanuel Sakic dann zu seinem 13. Bundesliga-Einsatz kommen wird, steht noch in den Sternen. Trainer Martin Scherb lässt sich ja nicht gerne in die Karten schauen, wenngleich es sicher sein dürfte, dass er weiter auf eine Viererabwehr setzen wird. Nichtsdestotrotz kann der 26-jährige Altach-Verteidiger schon jetzt auf eine lange Rapid-Vergangenheit zurückblicken. In dieser hat er u. a. auch mit den jetzigen Teamkollegen Andreas Lukse, Boris Prokopic oder Daniel Luxbacher, aber auch mit England-Legionär Andreas Weimann zusammengespielt.

Im Gespräch mit den VN erinnert sich der gebürtige Döblinger an „alte Zeiten“, blickt aber auch auf ein Spiel mit sehr interessanten Details. Es war, so Sakic, während seiner Zeit im Sportgymnasium, als er von Fortuna 09 zum Rapid-Nachwuchs gewechselt war. „Ich war im Turnunterricht immer besser als meine Schulkollegen, die bei Rapid, Austria oder der Vienna spielten. Zudem war ich Kapitän der Schülerligamannschaft. Als dann die Anfrage von Rapid kam, habe ich nicht lange überlegt.“

Vorerst wohl auf der Bank

Das Ende aber war kein glückliches für den Verteidiger. Ein Kreuzbandriss mit 19 Jahren und anschließendem Infekt im operierten Knie warf ihn in seiner Entwicklung weit zurück. Erst als er dem ehemaligen Rapid-Nachwuchs­trainer Christian Prosenik zum FAC folgte, ging für ihn wieder etwas weiter. Über die Austria fand er den Weg zu Altach, wo er endlich seinem Traum, Bundesliga-Fußball, als Job nachgehen kann. Keine Frage, dass er sich auf die Rückkehr nach Hütteldorf freut. Dass sein Förderer Damir Canadi bei den Grün-Weißen nur eine kurze Zeit überdauerte und sein Abgang von vielen negativen Stimmen begleitet war, habe er natürlich mitverfolgt. Dennoch sagt er: „Ich habe mich für ihn gefreut, als er zu Rapid ging. Jeder weiß, dass er ein guter Trainer ist.“ Aber es gebe eben auch die Momente, wo man dies nicht wirklich rüberbringe. Allerdings, so Sakic, glaube er nicht, dass an der momentanen Krise von Rapid den Trainer eine Alleinschuld treffe. Was erwartet er nach dem Trainerwechsel? „Ein aggressiven Gegner.“ Rapid werde wohl versuchen, über Zweikämpfe ins Spiel zu finden. Zauberfußball werde man von den Wienern keinen erwarten können, vielmehr ein „körperbetontes Spiel“. Sorgen mache er sich deswegen aber keine. „Wir werden ihnen sicher nichts schenken“, lautet die Kampfansage des Altachers, der möglicherweise vorerst auf der Bank Platz nehmen wird müssen.

Nicht in der Favoritenrolle

Seinen Wechsel nach Altach hat der Wiener jedenfalls keine Minute bereut. Er fühlt sich nicht nur in der Mannschaft akzeptiert, sondern sieht sich auch selbst auf einem guten Weg. Und Sakic zeigt durchaus Geduld. Im Herbst sei es halt aufgrund der Erfolge schwierig gewesen, viele Spielminuten zu kreieren. „Der Trainer weiß, dass er mich jederzeit bringen kann“, sagt er selbstbewusst.

Selbstvertrauen wolle man auch heute bei Rapid an den Tag legen. Die sportliche Krise beim Rekordmeister soll den Altachern natürlich in die Karten spielen, auch wenn man sich nicht weiter damit beschäftigen will. Auch die Favoritenrolle wollen sich Sakic und Co. nicht umhängen lassen, unabhängig von der Tabellensituation. „Auswärts bei Rapid ist auch Salzburg nicht unbedingt der Favorit“, warnt Sakic. Nichtsdestotrotz sei man sich als Altach durchaus der eigenen Stärke bewusst. Deshalb sei auch die Torlosigkeit von nunmehr 306 Minuten kein Thema in der Mannschaft. Vielmehr denke man an mögliche Rekorde: Platz zwei reizt diesbezüglich ebenso wie die Tatsache, dass man gegen Rapid seit fünf Spielen ungeschlagen ist. Hält die Serie, wäre der Rekordmeister schon zehn Spiele sieglos – ein Novum in der Klubgeschichte.

Der Trainer weiß, dass er mich jederzeit bringen kann.

Emanuel Sakic

Fußball – tipico Bundesliga 2016/17

29. Spieltag

Wolfsberger AC – FC RB Salzburg heute

Lavanttal-Arena, 16 Uhr, SR Muckenhammer (OÖ) sky sport AustriA (live)

SK Rapid Wien – Cashpoint SCR Altach heute

Allianz Stadion, 18.30 Uhr, SR Hameter (NÖ) sky sport AustriA (Live/Konferenz)

FC Admira Wacker Mödling – SKN St. Pölten heute

BSFZ Arena, 18.30 Uhr, SR Gishamer (S) sky sport AustriA (Live/Konferenz)

SK Sturm Graz – SV Ried heute

Merkur Arena, 18.30 Uhr, SR Lechner (W) sky sport AustriA (Live/Konferenz)

SV Mattersburg – FK Austria Wien heute

Pappelstadion, 16.30 Uhr, SR Eisner (ST) sky sport AustriA (live)/ORF eins (live)

Tabelle

 1. FC RB Salzburg 28 19 5 4 61:18 + 43 62

 2. Cashpoint SCR Altach 28 15 5 8 41:36 +  5 50

 3. SK Sturm Graz 28 15 3 10 46:27 + 19 48

 4. FK Austria Wien 28 15 2 11 50:42 +  8 47

 5. FC Admira Wacker Mödling 28 10 6 12 26:40 – 14 36

 6. Wolfsberger AC 28 9 6 13 31:45 – 14 33

 7. SK Rapid Wien 28 7 10 11 37:34 +  3 31

 8. SKN St. Pölten 28 8 7 13 31:46 – 15 31

 9. SV Mattersburg 28 8 6 14 28:42 – 14 30

10. SV Ried 28 8 2 18 25:46 – 21 26

30. Spieltag (15./16. April 2017): SK Sturm Graz – SV Mattersburg (Samstag, 16 Uhr), Cashpoint SCR Altach – FC Admira Wacker Mödling , SKN St. Pölten – FC RB Salzburg, SV Ried – Wolfsberger AC (alle Samstag, 18.30 Uhr), SK Rapid Wien – FK Austria Wien (Sonntag, 16.30 Uhr)