Bei Altach muss sich einiges ändern

17.04.2017 • 16:52 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Die Rapidler Maximilian Wöber und Torhüter Tobias Knoflach stören Altachs Nicolas Brice Moumi Ngamaleu mit Erfolg am Torschussversuch. Fotos: apa/2
Die Rapidler Maximilian Wöber und Torhüter Tobias Knoflach stören Altachs Nicolas Brice Moumi Ngamaleu mit Erfolg am Torschussversuch. Fotos: apa/2

Europa vor Augen, geht bei Altach nichts mehr. Die VN betrieben Ur­sachenforschung.

Wien. Die gute Nachricht zuerst. Altach ist auch nach der 0:3-Niederlage in Hütteldorf noch voll im Europacuprennen. Zwar ist man auf Platz vier abgerutscht. Auf den Zweiten Sturm Graz fehlt aber nur ein Punkt. Die schlechte Nachricht: Wenn man so weiterspielt wie jetzt, braucht man sich darüber keine Gedanken machen. Nur ein Zähler aus den letzten vier Partien. Seit 396 Minuten kein Tor erzielt, zehn erhalten. Es muss sich einiges ändern. Die VN begaben sich mit Sportdirektor Georg Zellhofer, Routinier Andi Lienhart und Trainer Martin Scherb auf Ursachenforschung, wo der Hebel anzusetzen ist.

Einstellung: Die gute Tabellensituation scheint mehr Belastung als Auftrieb. Zellhofer: „Dabei sollte sie uns beflügeln und Ruhe geben. Die ganze Diskussion um den Europacupplatz interessiert mich null. Ich weiß nicht, wie lange das schon Thema ist. Wir können uns für den guten Herbst nichts kaufen. Ich blicke auf die Frühjahrssaison. Zu sagen, wir sind eh noch vorne dabei, ist der falsche Ansatz.“

Lienhart bringt es kritisch auf den Punkt: „Wir haben gegen Rapid alles, was es braucht, um erfolgreich Fußball zu spielen, vermissen lassen. Keine Einstellung, keine taktische Disziplin. So kann man kein Spiel gewinnen. Vielleicht denken wir zu viel an die Chance, im Europacup zu spielen. Jetzt gilt es einmal Klartext zu sprechen, damit wir wieder zu unseren Stärken finden.“ Scherb mahnt dazu, die Ruhe zu bewahren: „Die Mannschaft ist sehr selbstkritisch.

Klar. Wir sind jetzt in der Kiste. Aber es ist wichtig, ruhig zu bleiben und keine Entscheidungen aus der Emotion heraus zu treffen. Die Mannschaft braucht keine Ansprache, sondern eine klare Analyse, was wir besser machen müssen.“

Defensive: Ob Altach, wie im Herbst mit Dreierkette in der Mitte oder wie in der letzten Partie mit Viererkette spielt, ist eigentlich egal, wenn man ein so haarsträubendes Abwehrverhalten an den Tag legt wie gegen Rapid. Zellhofer: „Wir haben mit Eigenfehlern einen verunsicherten Gegner stark gemacht. Wir haben es nicht geschafft, ruhig zu stehen. Und das Mittelfeld war nicht geordnet. Im Zentrum war ein riesen Loch, wo der Gegner durchgespielt hat.“

Scherb: „Beim ersten Tor stehen wir zwar gut, sind aber nur auf den Raum orientiert und lassen die Gegner so frei stehen, dass sie zum Abschluss kommen.“ Beim Elferfoul zum 0:2 traben zwei, drei Altach-Spieler nur mit Joelinton mit, ehe Zwischenbrugger höchst ungeschickt die Notbremse zieht. Scherb: „Wir müssen Joelinton schon vor dem Strafraum attackieren. Dann gibt es maximal einen 20-Meter-Freistoß für Rapid.“ Auch verpendelt man derzeit beim Herausspielen zu oft leichtsinnig den Ball. Lienhart: „Wir müssen hinten wieder konsequenter sein. Den Ball auch öfter mal einfach wegschießen.“

Offensive: „Wir sind jetzt schon fast 400 Minuten ohne Torerfolg“, rechnet Lienhart zerknirscht zusammen. „Vielleicht müssen wir vorne auch mal wieder schmutzigen Fußball spielen. Damit wir wieder zum Erfolg und mehr Selbstvertrauen finden.“ Gegen Rapid verlor man sich in dem einen oder anderen Gustostückerl – starb in Schönheit, während der Gegner den Ball viel schnörkelloser vor das Tor trieb. „Wir versuchen durch drei, vier Spieler durchzudribbeln. Das kann vielleicht der Messi, aber bei uns keiner. Wenn wir vorne nicht dahin gehen, wo es weh tut und nur 30 Meter vor dem Tor rumspielen, können wir keine Tore schießen. Wir müssen mehr Bälle in den Sechzehner bringen“, stellt Lienhart fest.

Scherb weiß, warum sich Altach damit gerade so schwer tut: „Wir treffen derzeit die falschen Entscheidungen. Dribbeln den Raum an, wenn eine Spielverlagerung gut wäre. Machen eine Spielverlagerung, wenn der Pass über einen Dritten leichter ist. Deshalb kommen wir nicht länger in die gefährliche Zone. Aus Stolz oder Freude über die Kulisse im Allianz Stadion zeigen wir Dinge, die man von uns nicht gewohnt ist. Wir halten den Ball zu lange und spielen zu kompliziert.“ Immerhin hat man am Samstag (18.30 Uhr) bereits die Chance, es gegen die Admira vor heimischer Kulisse besser zu machen. Allerdings kommt der Gegner mit breiter Brust in die Cashpoint-Arena. Die Südstädter haben von ihren letzten vier Partien drei gewonnen.

Fußball

Die Zahlen zum Spiel

SK Rapid Wien Cashpoint SCR Altach

 9 Schüsse gesamt 11

 6 Schüsse auf das Tor 1

51 % Ballbesitz 49 %

 4 Ecken 7

 8 Flanken aus dem Spiel 21

76,6 % Zweikampfquote 71,8 %

 5 Abseits 2

60,5 % Passquote 39,5 %

24 Fouls 29