Die Berufung zum Beruf gemacht

18.04.2017 • 18:16 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Auf Ennet Bandit feierte Sutterlüty in Linz zwei Siege. Foto: gepa
Auf Ennet Bandit feierte Sutterlüty in Linz zwei Siege. Foto: gepa

Springreiterin Laura Sutterlüty bestätigt beim CSIO in Linz ihre Ambitionen für eine EM-Nominierung.

Egg. (VN-jd) Nach einem Bruch des Schlüsselbeins und dem damit verbundenen Verzicht auf die Teilnahme an der Europameisterschaft letzte Saison hat Springreiterin Laura Sutterlüty in den letzten acht Monaten ihre sportliche Zielsetzung neu geordnet. Um ihre Karriere noch zielorientierter verfolgen zu können, hat die 20-jährige Amazone des Reit- und Fahrvereins Bregenzerwald ihre Berufung zum Beruf gemacht. Seit Herbst 2016 arbeitet die Bregenzerwälderin vollberuflich bei ihrem langjährigen Mentor und Förderer Bruno Candrian, einem der erfolgreichsten Schweizer Springreiter aller Zeiten, in dessen Reitanlage in Sevelen im St. Galler Rheintal. Auf Empfehlung von Candrian verbrachte Sutterlüty auch zu Beginn des Jahres drei Monate im Gestüt des niederländischen Olympiasiegers, Welt- und Europameisters Jeroen Dubbeldam in Zwolle. „Es war eine enorm strenge, aber ungemein lehrreiche Zeit für mich. Ich musste praktisch alle Tätigkeiten, vom Stallmisten bis zum Zureiten der Pferde übernehmen. Natürlich habe ich all diese Arbeiten auch im Stall von Bruno Candrian zu erledigen. Doch es ist etwas anderes, ob man nach der Arbeit mit den Pferden täglich nach Hause ins eigene Bett geht, oder eben nach der Arbeit noch die täglichen Dingen erledigen muss, die einem zu Hause oft abgenommen werden“, blickt Sutterlüty zurück.

Zehn Top-Ten-Plätze

Dass sich die Lehrzeit in den Niederlanden gelohnt hat, stellte Sutterlüty beim CSIO-Turnier in Linz-Ebelsberg unter Beweis. Mit ihren fünf Pferden erreichte die Bregenzerwälderin nicht weniger als zehn Top-Ten-Platzierungen, darunter Siege auf Ennet Bandit bei Prüfungen mit Hindernissen über 1,25 bzw. 1,30 Meter sowie mit Nachwuchspferd Quater Past im Bewerb für sechsjährige Pferde. Dazu kamen je ein zweiter und dritter Rang sowie ein vierter Platz mit ihrem Paradepferd Saphir VIII im Standardspringen (1,45 m) unter 64 Startern.

Bereits in 14 Tagen steht mit der Qualifikation in der Schweizer Meisterschaft in Uster die nächste Bewährungsprobe auf dem Programm. Anschließend geht es bei den CSIO-Springen in Lamprechtshausen (Mai) bzw. Hagen (Juni) und der Staatsmeisterschaft in Ebreichsdorf (Juli) darum, sich für die EM im August zu empfehlen. „Da ich mein Hobby zum Beruf gemacht habe, kann ich mich nicht mehr ausschließlich auf den Sport konzentrieren, sondern muss auch die tägliche Arbeit erledigen. Was dies bedeutet, habe ich nach dem Turnier in Linz gemerkt. Statt mit dem Pkw nach Hause zu fahren, habe ich mich nach fünf anstregenden Turniertagen hinter das Lenkrad des Pferdetransporters gesetzt und bin die zwölf Stunden nach Hause gefahren. Natürlich ist dies eine Umstellung, doch ich habe Ziele – und es heißt nicht umsonst, ohne Fleiß kein Preis.“

Die Zeit bei Jeroen Dubbeldam war streng und lehrreich.

Laura Sutterlüty