Alarmstufe Rot beim Rekordmeister

Sport / 19.04.2017 • 20:54 Uhr / 5 Minuten Lesezeit

Bregenzer Handballer starten Viertelfinalserie mit 24:27-Heimniederlage gegen Schwaz.

Bregenz. Die K.-o.-Runde in der Handball-Liga Austria hat ihre erste große Überraschung. Allerdings ist sie aus Sicht von Rekordtitelträger Bregenz wenig erfreulich: Der neunmalige Meister (letztmals 2010) musste sich zum Auftakt der Best-of-three-Viertelfinalserie in eigener Halle gegen Schwaz Handball Tirol mit 24:27 geschlagen geben. Damit steht der Vizemeister der letzten beiden Saisonen am Sonntag in Schwaz unter Druck, will man von den Knappen aus der Silberstadt im Tiroler Unterinntal nicht früher als geplant in den Sommerurlaub geschickt werden.

Die erste Hälfte verlief aus dem Blick der Gastgeber von der ersten Sekunde an auf einer schiefen Ebene und die Tiroler lagen nach drei Minuten mit 3:0 vorne. Immer wieder liefen sich Tobias Warvne und Nebenleute am kompromisslos agierenden Abwehrriegel der Gäste fest. Dem kurzfristigen Aufwärtstrend zum 4:4 (9.) folgte postwendend wieder eine Schwächeperiode und Schwaz zog wieder auf 8:4 (15.) davon. Nach dem 9:10-Rückstand (20.) waren es wieder die Tiroler, die mit einem 6:3-Lauf für die 16:12-Pausenführung sorgten.

Als die Gäste auf 17:12 (31.) erhöhten, hatte die Stimmung in der Halle den Tiefpunkt erreicht. Doch die bis zu diesem Zeitpunkt viel schuldig gebliebenen Hausherren stemmten sich in einem wahren Kraftakt gegen die drohende Niederlage. Mit einem 10:2-Lauf stellten Lukas Frühstück und Co. die Partie buchstäblich auf den Kopf und lagen in der 48. Minute mit 22:19 vorne. Doch die Gelb-Schwarzen konnten das Momentum nicht nutzen und Schwaz schaffte wieder den 22:22-Gleichstand (51.). In einer auf Knopf und Spitz stehenden Partie wurden die Tiroler in der hektischen Schlussphase am Ende für ihren aufopferungsvollen Einsatz belohnt und sicherten sich mit dem 27:24-Auswärtserfolg den ersten Matchball in Richtung Halbfinale.

Verständlich enttäuscht zeigte sich Bregenz-Coach Robert Hedin nach Spielende: „Wir haben heute sicher nicht unseren besten Tag erwischt. Doch wir waren nicht die Einzigen: Was die beiden Schiedsrichter abgeliefert haben, ist weit von einer fairen und unparteiischen Spielleitung entfernt. Ich will ihnen nicht die Schuld für die Niederlage zuschreiben, aber sie haben von Beginn an nicht objektiv agiert und ihren Teil dazu beigetragen, dass wir am Ende verloren haben.“

Hard gegen Ferlach Favorit

Besser machen will es heute (19.30 Uhr) der Alpla HC Hard. Der Sieger des Grunddurchgangs und Erstplatzierte der Play-off-Runde geht nicht nur wegen des Heimvorteils als klarer Favorit in das K.-o.-Duell gegen den SC Ferlach. „Die Finalspielserie ist der Höhepunkt der Saison. Ich spüre schon eine gewisse Anspannung, aber auch eine Vorfreude in der Mannschaft“, so Hard-Trainer Petr Hrachovec. Die Tatsache, beide bisherigen Saisonduelle ohne große Probleme mit 38:20 (heim) und 37:30 (auswärts) für sich entschieden zu haben, ist für Hrachovec kein Grund, sich vor Anpfiff bereits auf der sicheren Seite zu sehen. „Es gibt überhaupt keinen Grund, den Gegner zu unterschätzen. Sie sind Aufsteiger, haben den Klassenerhalt geschafft, haben nichts zu verlieren und können ohne Druck agieren. Trotzdem wäre alles andere als ein Sieg von uns eine mehr als herbe Enttäuschung. Wir sind Favorit und müssen diese Rolle bestätigen“, gibt der 44-jährige Tscheche die Marschroute vor.

Handball

Handball-Liga Austria der Männer (HLA) 2016/17

» Viertelfinale (Best of three)

3. Oberes Play-off – 1. Unteres Play-off

Bregenz Handball – Schwaz Handball Tirol 24:27 (11:16)

Handballarena Rieden, SR Hofer/Schmidhuber

Zweiminutenstrafen: 5 bzw. 9

Torfolge: 3. 0:3, 9. 4:4, 15. 4:8, 20. 9:10, 28. 11:15, 31. 12:17, 39. 15:19, 44. 19:19, 48. 22:19, 51. 22:22, 55. 24:23, 56. 24:24, 58. 24:25, 59. 24:26

Bregenz Handball: Aleksic, Häusle; Amadeus Hedin (6/1), Frühstück (4/1), Beljanski (4), Klopcic, Lampert, Bammer (2), Schnabl, Esegovic (2), Belos (1), Obwexer, Mohr, Gangl, Glaser, Warvne (5)

Schwaz Handball Tirol: Alikadic, Kishou (1); Wanitschek (2), Kandolf (3), Manuel Schmid (2), Wilfling, Harbuz (6), Jespen (4), Steiger (6/3), Prakapenia (3), Hochleitner, Igibioba, Lochner, Huber

Schwaz Handball Tirol – Bregenz Handball Sonntag, 23. 4., 17 Uhr

Sporthalle Ost, SR Hurich/Bolic

Bregenz Handball – Schwaz Handball Tirol 28. 4. (falls nötig)

1. Oberes Play-off – 3. Unteres Play-off

Alpla HC Hard – SC Ferlach Donnerstag, 19.30 Uhr

Sporthalle am See, SR Posch/Stangl

SC Ferlach – Alpla HC Hard Sonntag, 23. 4., 18 Uhr

Ballspielhalle Ferlach, SR Schober/Stollberg

Alpla HC Hard – SC Ferlach 28. April (falls nötig)

2. Oberes Play-off – 2. Unteres Play-off

HC Fivers WAT Margareten – HC Linz 20. 4., 20 Uhr, 23. 4., 18 Uhr

und 28. 4. (falls nötig)

4. Oberes Play-off – 5. Oberes Play-off

UHK Krems – SG Handball West Wien 20. 4., 20.20 Uhr, 23. 4., 17 Uhr

und 28. 4., 17.30 Uhr (falls nötig)

» Halbfinale (Best of three) 11., 14. und ggf. 20. Mai

Sieger Hard/Ferlach gegen Siege Krems/West Wien

Sieger Margareten/Linz gegen Sieger Bregenz/Schwaz

» Finale (Best of three) 25., 28. Mai und ggf. 2. Juni (jeweils 20.15 Uhr)

» In der K.-o.-Phase (Viertelfinale) hat das besser klassierte Team nach der Play-off-Runde im ersten und möglichen dritten Spiel jeweils Heimvorteil.