Barças Angst vor der Zukunft

20.04.2017 • 21:11 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Beim Brasilianer Neymar flossen nach dem Aus im Champions-League-Viertelfinale die Tränen. Foto: afp
Beim Brasilianer Neymar flossen nach dem Aus im Champions-League-Viertelfinale die Tränen. Foto: afp

Nach dem Champions-League-Aus herrscht Weltuntergangsstimmung in Barcelona.

barcelona. Bei Barça-Superstar Neymar flossen die Tränen in Strömen. An die Schulter von Gegenspieler und Landsmann Dani Alves gelehnt, heulte sich der Brasilianer nach dem verpassten CL-Halbfinale aus. Beim 0:0 im Viertelfinal-Rückspiel gegen Juventus hatte der FC Barcelona das 0:3 vom Hinspiel in Italien nicht wettmachen können. Auch der fünfmalige Weltfußballer Lionel Messi und die anderen Teamkollegen Neymars gingen gesenkten Hauptes vom Platz. „Das ist ein sehr harter Schlag“, räumte Abwehrroutinier Gerard Piqué ein.

Das deutliche Scheitern gegen den italienischen Serienmeister stimmte die Katalanen nicht nur tieftraurig, es bereitet Barça auch Zukunftsangst. Die Madrider Sportzeitung „Marca“, die zu Real Madrid hält, bezeichnete die Barcelona-Pleite als „Begräbnis“ und schrieb vom „Ende einer goldenen Ära“. Aber auch die in Barcelona erscheinenden Blätter fanden klare Worte: „Mundo Deportivo“ sprach von einem „Albtraum“, und „Sport“ forderte eine „dringende Erneuerung“ des Kaders.

Den Clásico vor Augen

Obwohl die Katalanen unter den 96.290 Zuschauern das Heimteam im ausverkauften Camp Nou unentwegt anfeuerten, hatten Messi & Co. nie den Hauch einer Chance. Nur einer von 19 Schüssen ging aufs Tor. Messi ging auch im dritten Spiel gegen Keeper Gianluigi Buffon leer aus – so wie auch beim 3:1-Finalerfolg 2015 in Berlin. „Das Duell haben wir schon in unserer schwachen ersten Halbzeit in Turin verloren. Die werde ich auch in Jahrhunderten nicht vergessen“, meinte der zu Saisonende scheidende Trainer Luis Enrique.

Schon am Sonntag steht der Clásico bei Real Madrid an. „Es ist ganz klar, das Aus wird Nachwirkungen haben, aber wir können in Madrid gewinnen“, beteuerte Piqué. Zeit zum Klagen und Hadern hat Barcelona nach dem drittem Viertelfinal-Aus der vergangenen vier Jahre in der Königsklasse also nicht – 2014 und 2016 war Atlético Madrid Endstation. Dazu wartet das spanische Pokalfinale.