„Jede Spielminute freut mich“

Sport / 21.04.2017 • 19:45 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Respekt vor dem Alter: Altachs Jüngster, Valentino Müller (rechts) überlässt Stürmerroutinier Hannes Aigner (36) das Steuer. Foto: Adam
Respekt vor dem Alter: Altachs Jüngster, Valentino Müller (rechts) überlässt Stürmerroutinier Hannes Aigner (36) das Steuer. Foto: Adam

BL-Debüt, U-18-Nationalteam und Matura: Altachs Müller erlebt ein bewegtes Jahr.

Altach. Gegen die Admira wird heute (18.30 Uhr) im Heimspiel der Altacher wohl das Duo Netzer/Jäger die Doppelsechs bilden. Doch mit Valentino Müller scharrt ein 18-Jähriger schon in den Startlöchern. Der Mittelfeldspieler ist nicht nur Hoffnungsträger der Rheindörfler, er könnte in Zukunft auch eine Vorarlberger Lücke in den Nationalteams füllen. Nach dem Abgang von Ramazan Özcan und dem altersbedingten U-21-Abschied liegt es nun am U-18-Teamkapitän. Zuletzt verlor er mit dem Team, in dem auch der Klostertaler Leonardo Zottele sowie Altach-Keeper Benjamin Ozegovic zum Einsatz kamen, einen Test gegen Deutschland mit 0:3. „In solchen Spielen merkt man, was noch fehlt“, sagt der Mehrerau-Schüler.

Die Matura steht an. Wie sehr sehnt sich der Fußballer Müller den Schulabschluss herbei?

Müller: Schon sehr, weil es doch eine zusätzliche Belastung ist. Ich freue mich auf die Zeit, wo ich mich ganz auf den Fußball konzentrieren kann. Gott sei Dank habe ich mir in der Schule relativ leicht getan. Ich muss auch den Verantwortlichen in der Mehrerau danken, die mich immer unterstützt haben. Zusammen mit der Akademie bildet die Mehrerau eine ideale Kombination. Im Mai beginnt jetzt die Matura, erst schriftlich, dann mündlich.

In dieser Saison sind Sie näher an den Profikader gerückt. Was waren für Sie die eindrucksvollsten Erlebnisse?

Müller: Das Bundesligadebüt (Anm. d. Red.: Beim Heimspiel gegen RB Salzburg – 0:0 – wurde er in der 87. Minute eingewechselt) werde ich nicht vergessen. Damit hat sich ein Kindheitstraum erfüllt. Insgesamt muss ich sagen, dass ich mich über jede Spielminute freue.

Mit Ihren 18 Jahren gelten Sie als Hoffnungsträger, nicht nur für Altach, sondern auch für ganz Vorarlberg. Sie gehören europaweit zu den wichtigsten Talenten im Fußball. Denken Sie daran?

Müller: Nein. Ich will einfach meinen Weg machen. Ich weiß, dass noch ein weiter Weg auf mich wartet. Nur weil ich in den Nachwuchs-Nationalteams spiele, habe ich noch nichts erreicht. Wirklich zählen tut erst das A-Team.

Sie wirken sehr geerdet und bodenständig. Woher kommt diese Eigenschaft?

Müller: Das haben mir meine Eltern mitgegeben. Sie leben es mir vor und ich versuche, es ihnen gleichzutun.

Wer ist denn Ihr größerer Fan, der Vater oder die Mutter?

Müller: Schwierig (lacht), ich denke beide. Sie sind jedenfalls immer beide im Stadion.

Wie zufrieden sind Sie mit Ihrer Saison?

Müller: Bis jetzt passt es gut. Ich habe alles selber in der Hand. Den Anspruch, mehr zu spielen, habe ich an mich. Was dafür zu tun ist, weiß ich auch.

Im U-18-Team sind Sie Kapitän und Führungsspieler. Sehen Sie sich als solcher auch in Altach?

Müller: Zumindest kann ich schon mal laut werden. Natürlich braucht es Führungsspieler in einem Team. In Altach bin ich aber noch der Jüngste. Wir haben jedoch eine Mannschaft mit richtig guten Typen. Da wird auch die Stimme von uns Jungen gehört.

Woran müssen Sie noch arbeiten?

Müller: Vor allem körperlich kann man noch viel tun. Das zeigte zuletzt das Match gegen Deutschland. Da haben wir mit Martin Hämmerle aber eh den besten Athletiktrainer.

Schulisch und fußballerisch top. Jetzt will Valentino Müller den nächsten Schritt machen. gepa
Schulisch und fußballerisch top. Jetzt will Valentino Müller den nächsten Schritt machen. gepa