Kampfansage gegen drohenden Abschied

21.04.2017 • 18:07 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Boris Zivkovic und seine Roten Teufel wollen in Ferlach den Sack zumachen und das Halbfinalticket lösen. Foto: gepa
Boris Zivkovic und seine Roten Teufel wollen in Ferlach den Sack zumachen und das Halbfinalticket lösen. Foto: gepa

Bregenzer Handballer am Sonntag in Schwaz unter Zugzwang. Hard in Ferlach Favorit.

Schwarzach. „Jetzt gibt es keine Ausreden mehr. Wir haben uns die Ausgangslage selbst zuzuschreiben und jetzt gilt es, Flagge zu zeigen und zu liefern.“ Bregenz-Trainer Robert Hedin zeigt sich vor dem zweiten Duell in der Best-of-three-Viertelfinalserie am Sonntag (17 Uhr) bei Schwaz Handball Tirol kämpferisch und optimistisch zugleich, dass er nach zwei Vizemeistertiteln nicht mit seiner schlechtesten Platzierung zu Saisonende die Festspielstadt verlassen wird. Bereits zwei Stunden nach Spielende hat der 51-jährige Schwede zu Hause das Video der 24:27-Heimniederlage genau analysiert: „Wir müssen uns die Niederlage ganz klar selber zuschreiben. Wir waren in der ersten Hälfte einfach meilenweit von unserer Normalform entfernt. Und selbst als wir mit drei Toren (Anm. 45. Minute 22:19) vorne lagen, haben wir es nicht verstanden, dass Momentum für uns zu nutzen.“

Hedin, der ab 1. Juni Geschäftsführer und Sportdirektor beim norwegischen Serie-A-Klub St. Hallvard wird, lässt sich auch nicht von der beeindruckenden Heimserie der Tiroler beeindrucken. Schwaz musste in dieser Saison noch nach keinem der insgesamt 14 Auftritte in der Sporthalle Ost das Parkett als Verlierer verlassen. Elf Siege und drei Remis unterstreichen eindrucksvoll, dass die Sperre des Arlbergtunnels die kleinste Hürde sein wird, die der HLA-Rekordmeister zu überwinden hat. „Ich habe bereits vor der K.-o.-Phase betont, dass Schwaz meiner Meinung nach der unangenehmste Gegner sein wird. Sie haben nur knapp die Meisterrunde verpasst, haben sich mit der Verpflichtung des Dänen Matias Helt Jespen punktuell verstärkt und im Hinspiel meine Vorhersage bestätigt. Wenn wir im letzten Augenblick noch den Kopf aus der Schlinge ziehen wollen, dürfen wir uns keine Aussetzer wie im ersten Spiel vor der Pause erlauben. Wie es geht, hat uns Schwaz gezeigt. Sie waren von der ersten Sekunde bissig, haben den Kampf angenommen und sind am Ende für ihre Bemühungen belohnt worden. Jetzt gilt es, mit denselben Waffen zurückzuschlagen und ein Entscheidungsspiel zu erzwingen“, betont der 195-fache schwedische Teamspieler abschließend.

Ähnlich kämpferisch äußert sich Bregenz-Kapitän Bojan Beljanski: „Wir haben großteils berechtigt unseren Lektion erhalten. Doch was war, können wir nicht mehr ändern. Wir können es nur besser machen und ich erwarte, dass in Schwaz sich jeder so ins Zeug legt, als ob es um den Titel gehen würde.“

Hard will Sack zumachen

Wesentlich entspannter kann Lokalrivale Alpla HC Hard die Busreise ins knapp 600 Kilometer entfernte Ferlach antreten. Der Sieger des Grunddurchgangs und Erstplatzierte der Play-off-Runde hat sich mit dem souveränen 30:20-Heimsieg zum Auftakt der Best-of-three-Viertelfinalserie eine perfekte Ausgangslage dafür geschaffen, in der Minimalzeit von zwei Spielen das Halbfinalticket zu lösen. Doch Trainer Petr Hrachovec warnt, das Gastspiel am Sonntag (18 Uhr) in der südlichsten Stadtgemeinde Österreichs als „gelesene“ Messe zu betrachten und den Liganeuling nicht ernst zu nehmen: „Für Ferlach ist es das vermeintlich letzte Heimspiel in dieser Saison. Aus diesem Grund ist mit einer entsprechend starken Gegenwehr zu rechnen. Trotzdem wäre alles andere als ein Sieg für uns eine bittere Erkenntnis“, betont der 44-jährige Tscheche.

Jetzt gilt es, mit denselben Waffen zurückzuschlagen und ein Entscheidungsspiel zu erzwingen.

Robert Hedin
Siegen oder Saisonende heißt es für Lukas Frühstück und Co. am Sonntag beim Gastspiel in Schwaz. Foto: gepa
Siegen oder Saisonende heißt es für Lukas Frühstück und Co. am Sonntag beim Gastspiel in Schwaz. Foto: gepa

Handball

Handball-Liga Austria der Männer (HLA) 2016/17

» Viertelfinale (Best of three), 2. Spiel

SC Ferlach – Alpla HC Hard Sonntag, 18 Uhr

Ballspielhalle Ferlach, SR Schober/Stollberg

1. Spiel

Alpla HC Hard – SC Ferlach 30:20 (17:11)

Sporthalle am See, SR Posch/Stangl

Alpla HC Hard: Hurich, Pouget, Doknic; Schmid (3), Raschle (6), Zivkovic (3), Wüstner (1), Tanaskovic (1), Schwärzler, Schlinger (4/1), Knauth (2), Zech, Dicker (2), Herburger (2), Zeiner (5/2), Surac (1)

SC Ferlach: Meleschnig, Oslovnik, Strießnig; Arnaudovski (8/1),
Simic (1), Krobath (1), Markovic, Suppan, Rath (3), Mujanovic (2), Pomorisac (4), Gonzales-Martinez (1), Donesch, Fürstler

3. Spiel (falls nötig)

Alpla HC Hard – SC Ferlach Freitag, 28. April

Schwaz Handball Tirol – Bregenz Handball Sonntag, 17 Uhr

Sporthalle Ost, SR Hurich/Bolic

1. Spiel

Bregenz Handball – Schwaz Handball Tirol 24:27 (11:16)

Handballarena Rieden, SR Hofer/Schmidhuber

Bregenz Handball: Aleksic, Häusle; Amadeus Hedin (6/1), Frühstück (4/1), Beljanski (4), Klopcic, Lampert, Bammer (2), Schnabl,
Esegovic (2), Belos (1), Obwexer, Mohr, Gangl, Glaser, Warvne (5)

Schwaz HB Tirol: Alikadic, Kishou (1); Wanitschek (2), Kandolf (3), Manuel Schmid (2), Wilfling, Harbuz (6), Jespen (4), Steiger (6/3), Prakapenia (3), Hochleitner, Igibinoba, Lochner, Huber

3. Spiel (falls nötig)

Bregenz Handball – Schwaz Handball Tirol Freitag, 28. 4.

HC Linz – HC Fivers WAT Margareten Sonntag, 18 Uhr

SHS Kleinmünchen, SR Begovic/Bubalo

1. Spiel

HC Fivers WAT Margareten – HC Linz 30:29 (15:17)

Tore HC Fivers WAT Margareten: Ziura (5/1), Ivan Martinovic,
Jonas, Jovanovic, Riede, Seidl (je 4), Aljetic (2), Nikolic, Kolar (je 1), Marin Martinovic (1/1)

Tore HC Linz: Kainmüller (7), Kislinger (6/5), Preinfalk, Ascher-
bauer (je 4), Lehner, Vuckovic, Bajgoric (je 2), Hoflehner, Fuchs (je 1)

3. Spiel (falls nötig)

HC Fivers WAT Margareten – HC Linz Freitag, 28. 4., 19 Uhr

SG Handball West Wien – UHK Krems Sonntag, 17 Uhr

BSFZ Südstadt, SR Hofer/Schmidhuber

1. Spiel

UHK Krems – SG Handball West Wien 35:27 (16:12)

Tore UHK Krems: Schopf (8/1), Visy (8), Feichtinger (6), Posch (4), Mitkov (3/2), Tomann, Zupanac, Simek (je 2)

Tore SG Handball West Wien: Jochmann (7/1), Ranftl (4), Feuchtmann (3), Simon Pratschner, Führer, Rabenseifer, Schiffleitner, Julian Pratschner (je 2), Seitz, Jelinek (je 1), Frimmel (1/1)

3. Spiel (falls nötig)

UHK Krems – SG Handball West Wien Freitag, 28. 4., 17.30 Uhr

» Halbfinale (Best of three) 11., 14. und falls nötig 20. Mai

Sieger Hard/Ferlach – Sieger Krems/West Wien

Sieger Margareten/Linz – Sieger Bregenz/Schwaz

» Finale (Best of three) 25., 28. Mai und

falls nötig 2. Juni (jeweils 20.15 Uhr)