Schwaz schickt Bregenz früh in die Sommerferien

Sport / 23.04.2017 • 20:24 Uhr / 6 Minuten Lesezeit

Saisonende für Rekordmeister nach 23:28-Niederlage. Hard nach Schützenfest mühelos im Halbfinale.

Bregenz, Hard. (VN-jd) Aus, Schluss und vorbei – so früh wie noch nie zuvor in der 22-jährigen Vereinsgeschichte in der Handball-Liga Austria müssen die über viele Jahre erfolgsverwöhnten Bregenzer Handballer die Sommerpause antreten. Nach der 24:27-Heimniederlage zum Auftakt der Best-of-three-Viertelfinalserie musste sich der neunmalige Meister (letztmals 2010) auch im zweiten Duell gegen Schwaz Handball Tirol mit 23:28 (11:15) geschlagen geben.

Wie schon beim Auftritt vor eigenem Publikum erwischten die Festspielstädter beim Gastspiel in der Silberstadt im Tiroler Unterinntal einen miserablen Start und lagen schnell mit 1:6 (12.) bzw. 6:14 (25.) im Hintertreffen, ehe man mit einen Kraftakt noch bis zum Seitenwechsel den Rückstand auf 11:15 verringern konnte. „Wir haben uns vorgenommen, Schwaz mit denselben Waffen, wie sie es im ersten Spiel getan haben, unter Druck zu setzen und ein Entscheidungsspiel zu erzwingen. Doch eigentlich war es genau ein Spiegelbild der ersten Partie. Aufgrund der vielen technischen Fehler und unkosequent vorgetragenen Angriffe ist Schwaz immer wieder ohne große Probleme in Ballbesitz gekommen und hat uns die Schneid abgekauft“, betont Bregenz-Trainer Robert Hedin.

Auch die klaren Worte des 51-jährigen Schweden in der Kabine zeigten wenig Wirkung. Im zweiten Durchgang konnte Bregenz zwar das Spielgeschehen etwas ausgeglichener gestalten. An der optischen und zahlenmäßigen Überlegenheit der Tiroler änderte sich nichts. Auch deshalb, weil bei Bregenz wie schon im Hinspiel kein Akteur auch nur annähernd seine Normalform erreichte. Dazu kam, dass die durchaus vorhandenen Einwurfmöglichkeiten entweder neben oder über dem Tor der Schwazer landeten oder eine Beute des abermals überragend agierenden Aliaksei Kishou im Tor der Gäste wurden. Spätestens nach dem 24:17-Führungstreffer der Gastgeber war klar, dass es am vorzeitigen Saisonende nichts mehr zu rütteln gibt. „Obwohl es schmerzt, muss man fair anerkennen, dass Schwaz verdient gewonnen hat. Im Gegensatz zu uns sind sie mit der in solchen K.o.-Duellen notwendigen Einstellung zu Werke gegangen und stehen verdient im Halbfinale“, betont Hedin, der nach drei Saisonen mit zwei Vizemeistertiteln, einem zweiten Platz im ÖHB-Cup und dem Gewinn des Supercups zu Saisonbeginn Bregenz mit seiner persönlich schlechtesten Platzierung verlässt und ab 1. Juni Geschäftsführer und Sportdirektor beim norwegischen Serie-A-Klub St. Hallvard wird.

Gesamtskore 76:35 für Hard

Da es auch anders geht, stellte Lokalrivale Alpla HC Hard mehr als eindrucksvoll unter Beweis. Der Sieger des Grunddurchgangs und Erstplatzierte der Play-off-Runde hat nach dem souveränen 30:20-Heimsieg zum Auftakt auch im zweiten Vergleich auswärts bei Liganeuling Ferlach in beeindruckender Manier seine Favoritenrolle bestätigt. Die Equipe von Coach Petr Hrachovec hatte in der Büchsenmacherstadt in Kärnten ihr Visier optimal eingestellt und feierte einen 36:15-Kantersieg. „Wir haben heute wohl gegen den neuen Meister verloren“, betonte Ferlach-Kotrainer Wolfgang Wischounig neidlos. Gegner der Roten Teufel im Halbfinale ab 11. Mai ist entweder Krems oder West Wien.

Daniel Dicker und sein Alpla HC Hard waren in beiden Viertelfinalduellen unerreichbar für Aufsteiger SC Ferlach.  Foto: gepa
Daniel Dicker und sein Alpla HC Hard waren in beiden Viertelfinalduellen unerreichbar für Aufsteiger SC Ferlach. Foto: gepa

Handball

Handball-Liga Austria der Männer (HLA) 2016/17

» Viertelfinale (Best of three), 2. Spiel

SC Ferlach – Alpla HC Hard 15:36 (8:16)

Ballspielhalle Ferlach, SR Schober/Stollberg

Zweiminuntenstrafen: 1 bzw. 4

Torfolge: 11. 2:8, 22. 3:13, 27. 7:14, 34. 10:19, 38. 10:22, 44. 12:28, 50. 12:33, 55. 14:34,

SC Ferlach: Meleschnig, Oslovnik, Strießnig; Arnaudovski (3), Simic, Krobath, Markovic (1/1), Suppan, Rath (1), Mujanovic (1), Spitzinger, Pomorisac (7), Gonzales-Martinez (1), Fürstler (1)

Alpla HC Hard: Hurich, Doknic; Manuel Maier (2), Schmid (1),
Raschle (4), Zivkovic (3/2), Wüstner (2), Schiller, Tanaskovic (3), Schlinger (2), Knauth (1), Zech (1), Dicker (4), Herburger (3),
Zeiner (6), Surac (4)

1. Spiel

Alpla HC Hard – SC Ferlach 30:20 (17:11)

Sporthalle am See, SR Posch/Stangl

Alpla HC Hard: Hurich, Pouget, Doknic; Schmid (3), Raschle (6), Zivkovic (3), Wüstner (1), Tanaskovic (1), Schwärzler, Schlinger (4/1), Knauth (2), Zech, Dicker (2), Herburger (2), Zeiner (5/2), Surac (1)

SC Ferlach: Meleschnig, Oslovnik, Strießnig; Arnaudovski (8/1),
Simic (1), Krobath (1), Markovic, Suppan, Rath (3), Mujanovic (2), Pomorisac (4), Gonzales-Martinez (1), Donesch, Fürstler

Schwaz Handball Tirol – Bregenz Handball 28:23 (15:11)

Sporthalle Ost, SR Hurich/Bolic

Zweiminuntenstrafen: 3 bzw. 3

Torfolge: 5. 0:1, 12. 6:1, 19. 10:4, 25. 14:6, 29. 14:10, 38. 18:15,
46. 21:15, 48. 22:15, 51. 24:17, 57. 25:22

Schwaz HB Tirol: Alikadic, Kishou; Wanitschek (3), Kandolf (5),
Manuel Schmid (1), Wilfling, Harbuz (2), Jespen (3), Steiger (4), Prakapenia (7), Hochleitner, Igibinoba, Lochner (3), Huber

Bregenz Handball: Aleksic, Häusle; Amadeus Hedin (5), Frühstück (3), Beljanski (4), Klopcic (1), Lampert, Bammer (1), Schnabl,
Esegovic (5/1), Belos, Mohr, Gangl, Glaser, Warvne (4)

1. Spiel

Bregenz Handball – Schwaz Handball Tirol 24:27 (11:16)

Handballarena Rieden, SR Hofer/Schmidhuber

Bregenz Handball: Aleksic, Häusle; Amadeus Hedin (6/1),
Frühstück (4/1), Beljanski (4), Klopcic, Lampert, Bammer (2), Schnabl, Esegovic (2), Belos (1), Obwexer, Mohr, Gangl, Glaser, Warvne (5)

Schwaz HB Tirol: Alikadic, Kishou (1); Wanitschek (2), Kandolf (3), Manuel Schmid (2), Wilfling, Harbuz (6), Jespen (4), Steiger (6/3), Prakapenia (3), Hochleitner, Igibinoba, Lochner, Huber

HC Linz – HC Fivers WAT Margareten 25:28 (13:13)

SHS Kleinmünchen, SR Begovic/Bubalo

Tore HC Linz: Hoflehner (6/1), Preinfalk (5), Kislinger (4), Lehner (3/1), Bajgoric (3), Ascherbauer (2), Vuckovic, Fuchs (je 1)

Tore HC Fivers WAT Margareten: Ivan Martinovic, Seidl (je 6), Ziura (5/3), Jonas, Aljetic (je 3), Nikolic (2), Kolar, Riede, Brandfellner (je 1)

1. Spiel

HC Fivers WAT Margareten – HC Linz 30:29 (15:17)

SG Handball West Wien – UHK Krems 32:31 n. 2. V.

(28:28, 25:25, 14:12)

BSFZ Südstadt, SR Hofer/Schmidhuber

Tore SG Handball West Wien: Frimmel (9/4), Feuchtmann (7), Jochmann (5/1), Ranftl (5), Jelinek (3), Simon Pratschner, Führer, Hajdu (je 1)

Tore UHK Krems: Schopf (10/6), Posch, Feichtinger (je 5), Schafler (4), Tomann, Mitkov, Simek (je 2), Visy (1)

1. Spiel

UHK Krems – SG Handball West Wien 35:27 (16:12)

3. Spiel

UHK Krems – SG Handball West Wien Freitag, 17.30 Uhr

» Halbfinale (Best of three) 11., 14. und falls nötig 20. Mai

Alpla HC Hard – Sieger Krems/West Wien

HC Fivers WAT Margareten – Schwaz Handball Tirol

» Finale (Best of three) 25., 28. Mai und

falls nötig 2. Juni (jeweils 20.15 Uhr)