Nach Derby-Pleite Rapid weiter in Turbulenzen

Sport / 24.04.2017 • 18:45 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Andreas Müller, ehemaliger Sportdirektor von Rapid Wien, übte harte Kritik an den den Verantwortlichen des Rekordmeisters.
Andreas Müller, ehemaliger Sportdirektor von Rapid Wien, übte harte Kritik an den den Verantwortlichen des Rekordmeisters.

Ex-Rapid-Wien-Sportdirektor Andreas Müller sorgt mit harter Kritik für viel Unruhe.

wien. Nach einer kurzen Verschnaufpause hat sich die Situation bei Rapid am Sonntag wieder verschärft. Die bittere 0:2-Heimniederlage im 321. Wiener Fußball-Derby gegen die Austria verblies den Hauch von Optimismus, den das vorwöchige 3:0 gegen Altach gebracht hatte. Zudem prasselt auf den Verein immer schärfere Kritik von außen herein.

Vor allem Hans Krankl und auch der frühere Sportdirektor Andreas Müller rechneten mit der Vereinsführung um Präsident Michael Krammer und Wirtschafts-Geschäftsführer Christoph Peschek ab. Dem Duo wird die Hauptschuld für die Rapid-Misere angelastet. Präsident Krammer startete am Sonntag vor laufenden Sky-Kameras einen Versöhnungsversuch mit Krankl. Dieser lehnte jedoch ab. „Sie haben bis jetzt nie um meine Meinung gefragt, schon viele, viele Jahre. Jetzt nach meiner Meinung zu fragen, ist eigentlich wurscht“, sagte die Rapid-Ikone.

Ex-Sportdirektor Andreas Müller fuhr in der Sky-Sendung „Talk und Tore“ schwere Geschütze gegen Rapids Führungsriege auf. „Ich hatte keine Rückendeckung. Ich bin nicht derjenige, der wie Krammer und Peschek mit den Ultras im Bett liegt“, erinnerte sich der Deutsche an seine Entlassung im vergangenen November. Müller zeigte sich besorgt über den Einfluss der Ultras im Verein. „Keiner im Verein hat die Courage, um aufzustehen und zu sagen, wir müssen eine Grenze setzen.“

Rekordmeister wehrt sich

Der SK Rapid hat die Aussagen des ehemaligen Sport­direktors Andreas Müller über den Einfluss der Fan-Gruppierung „Ultras“ beim Verein entschieden zurückgewiesen. Keine Fangruppe sei in irgendeiner Form bei den Personalentscheidungen der vergangenen Monate mitentscheidend gewesen, betonte Wirtschafts-Geschäftsführer Christoph Peschek in einer Aussendung.

„Rapid ist ein Verein, der auf den Dialog mit seinen Mitgliedern, Fans, aber auch Sponsoren und Partnern setzt. Dies heißt aber nicht, dass dabei relevante Personalien gemeinsam entschieden würden“, erklärte Peschek.