Dortmund stürzt Bayern

26.04.2017 • 21:09 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Dortmunds Roman Bürk, im Bild gegen Arjen Robben, rettete mit einigen sensationellen Paraden gegen die Bayern-Stars. Foto: ap
Dortmunds Roman Bürk, im Bild gegen Arjen Robben, rettete mit einigen sensationellen Paraden gegen die Bayern-Stars. Foto: ap

Der BVB verpasst den Münchnern mit dem 3:2 in einem packenden Pokalkampf das nächste schwere K. o.

München. Eine Woche nach dem bitteren Champions-League-Aus gegen Real unterlag der Titelverteidiger dem Dauerrivalen im Halbfinale mit 2:3. Ousmane Dembélé schoss den BVB in der 74. Minute ins vierte Pokalendspiel nacheinander. Die Borussia trifft am 27. Mai im Berliner Olympiastadion auf Eintracht Frankfurt. Die Bayern, die sich in der ersten Saison mit Trainer Carlo Ancelotti wohl mit dem programmierten fünften Meistertitel am Stück bescheiden müssen, hatten durch Javi Martínez (28.) und den Ex-Dortmunder Mats Hummels (41.) geführt, vergaben aber durch Robert Lewandowski und Arjen Robben mehrere Großchancen zum vorentscheidenden 3:1.

Das Aufeinandertreffen der beiden deutschen Fußball-Schwergewichte entwickelte sich sofort zu einer hoch intensiven Begegnung, die neben großer fußballerischer Klasse und etlichen Wendungen auch jede Menge Torchancen, bissige Zweikämpfe und enorme Pokalspannung bot. Am Ende gelang den Dortmundern ein nicht mehr für möglich gehaltenes Comeback, während den Bayern nach der Auswechslung des immer noch angeschlagenen Weltmeisters Hummels letztlich Kraft und Ordnung fehlten.

Der Start gehörte den Gästen, die sich 18 Tage nach dem enttäuschenden 1:4 in der Liga gegen die Bayern wesentlich schlagkräftiger präsentierten. Schon nach vier Minuten hätte der BVB in Führung gehen müssen: Es entwickelte sich fix ein dynamisches Spitzenspiel, in dem sich Profis beider Teams auch immer wieder unnötige Patzer leisteten. Der zweifellos gröbste unterlief nach 19 Minuten Bayerns Martínez. Dessen zu kurzen Rückpass auf Manuel-Neuer-Vertreter Sven Ulreich im Bayern-Tor erlief Guerreiro. Der Schuss des Portugiesen landete am Pfosten, den Nachschuss aber verwertete Reus zum 1:0.

Doch die Bayern zeigten sofort, was sie in den vergangenen Jahren immer wieder auszeichnete: Sie schüttelten sich kurz und kamen umso gewaltiger zurück. Nur wenige Minuten nach dem Blackout korrigierte Martínez seinen eigenen Fehler mit einem Kopfballtreffer zum 1:1. Das bessere Ende im deutschen Clásico aber hatte der BVB, besonders bitter für Bayern-Kapitän Philipp Lahm, der sich das Finale zum Ende seiner Karriere gewünscht hatte.