Karriere auf Umwegen

26.04.2017 • 20:36 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Patrick Spannring mit Zug aufs Tor – der Ländle-Cracks ist im letzten Abdruck auf den österreichischen WM-Zug aufgesprungen. Foto: gepa
Patrick Spannring mit Zug aufs Tor – der Ländle-Cracks ist im letzten Abdruck auf den österreichischen WM-Zug aufgesprungen. Foto: gepa

Der Dornbirner Patrick Spannring spielt in Kiew mit Österreich seine erste Eishockey-WM.

Kiew. Es war von Anbeginn eine Leidenschaft, und hat auch gleich Leiden geschafft. Im Alter von drei Jahren stand Patrick Spannring erstmals auf Schlittschuhen und bekam gleich die volle Härte des Eishockeysports zu spüren. „Wir waren auf dem Eislaufplatz in Hohenems, da hat mich ein Puck meines Bruders Stefan voll im Gesicht getroffen. Es gibt ein Foto, wie ich danach ausgeschaut habe. Es war auch in den VN, weil man gerade Werbung für den Sport gemacht hat.“

Absage an den Fußball

Als sich die jungen Hohenemser Talente Dornbirn anschlossen, war der „Spanni“ nicht mehr dabei. „Dort wollte ich nicht hin und habe mit dem Eishockey aufgehört.“ Der FC Lustenau wurde für den heute 26-Jährigen neue Heimat. Bruder Stefan, ebenfalls im Eishockey verwurzelt, erinnert sich: „Als Siebenjähriger, schnell und wendig unterwegs, hat er für den FC gleich einen Hattrick erzielt.“ Acht Jahre lang war der Ball im Mittelpunkt. „Irgendwann habe ich dann im Winter wieder mit dem Eishockey begonnen.“ Die Doppelgleisigkeit war aber zu Ende, als sich die Akademie für den jungen Kicker interessierte. „Ich bin bei einem Sichtungstraining auf der Birkenwiese übrig geblieben. Aber ich wurde vor die Wahl gestellt: Fußball oder Eishockey?“

Die Entscheidung ist bekannt – und war, so Spannring, eine leichte. „Eishockey war eigentlich immer mein Lieblingssport. Mein Bruder Stefan hat mich mitgenommen, war immer für mich da und ein richtiges Vorbild.“ Weil Stefan damals für Dornbirn spielte, wollte auch EHC-Lustenau-Crack Patrick zu den Bulldogs. Was auf einem auf Umweg, nämlich im Tausch für Pascal Kainz möglich wurde. „Es war schon damals mein Ziel, Profi zu werden.“ Nach zwei Jahren in der Nationalliga – in die auch die Ausbildung zum Installateur fiel – durfte Spannring beim KAC erstmals EBEL-Luft schnuppern.

Mit Linz machte aber ein anderer Erstligaklub das Rennen um den Flügelstürmer. „Dort habe ich einen großen Schritt gemacht, und herausgefunden, was mein Spielstil ist.“ Dem kurzen Flirt mit Dornbirn nach der Saison machte Freundin Julia ein Ende: „Sie hat einen sehr guten Job in Linz und es gefällt uns sehr gut“, begründet Spannring die Vertragsverlängerung bei den Black Wings.

Auf dem Radar

Umwege führten den gebürtigen Dornbirner in den Kader für die WM in Kiew. Nach dem Linzer Play-off-Aus genoss er schon die Ferien, als ihn der Ruf des Nationalteams erreichte. „Er war bei uns schon länger auf dem Radar“, sagt Teamchef Roger Bader. „Patrick passt in unser Konzept. Er bringt Tempo, Einsatzwille mit, hat aber auch eine gute Technik und einen starken Schuss.“

Für den Gelobten war die Rückkehr nach ein paar Tagen Urlaubsstimmung nicht einfach. „Beim zweiten Testspiel gegen Schweden bin ich ganz schön ins Schnaufen gekommen. Aber es wurde von Tag zu Tag besser. Und für das Nationalteam zu spielen, ist eine Ehre.“

Zur Person

Patrick Spannring

spielt mit der Eishockey-Nationalmannschaft in Kiew sein erstes WM-Turnier

Geboren: 6. November 1990

Ausbildung: Installateur

Laufbahn: SC Hohenems, SPG Dornbirn/Lustenau, Dornbirner EC, KAC, EHC Linz

Familie: Freundin Julia, Bruder Stefan ist Verteidiger bei der VEU Feldkirch