Stoss bekennt sich zum ÖOC

27.04.2017 • 19:29 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Der Dornbirner Karl Stoss ist seit Oktober 2009 „Taktgeber“ beim Österreichischen Olympischen Comités. gepa
Der Dornbirner Karl Stoss ist seit Oktober 2009 „Taktgeber“ beim Österreichischen Olympischen Comités. gepa

60-jähriger Dornbirner bis 2021 Präsident des Österreichischen Olympischen Comités.

Innsbruck. Nachdem Karl Stoss Anfang der Woche seinen Rückzug von der Spitze der Casinos Austria mit Ende 2017 verkündet hatte, hat er nun bekräftigt, in jedem Fall bis 2021 Präsident des Österreichischen Olympischen Comités (ÖOC) zu bleiben. Er werde die vollen vier Jahre seiner dritten Amtszeit „dienen“, betonte Stoss in Innsbruck. Eine erneute Kandidatur nach 2021 ließ er offen.

Die Entscheidung, seinen heuer auslaufenden Vertrag als Vorstandsvorsitzender des teilstaatlichen Casinos-Austria-Konzerns nicht zu verlängern, habe keine Auswirkungen auf sein Amt beim ÖOC. Bei der Bilanzpressekonferenz der Casinos Austria hatte der Dornbirner persönliche Gründe für seinen Abgang genannt. Anfang März wurde Stoss einstimmig in seiner Funktion als ÖOC-Präsident, die er seit 22. Oktober 2009 bekleidet, für weitere vier Jahre bestätigt. Der 60-Jährige war als einziger Kandidat ins Rennen gegangen. Dass er sich nach Ablauf seines Vierjahresvertrags mit dem ÖOC ein weiteres Mal als Kandidat für den Posten des Präsidenten aufstellen werde, schloss Stoss indes nicht aus. In diese Entscheidung würden jedoch viele Faktoren einfließen, etwa die eigene Kraft und Energie, sodass er zum jetzigen Zeitpunkt noch keine definitive Aussage zu einer möglichen vierten Amtszeit treffen wolle.

Die Machbarkeitsstudie über die Bewerbung Innsbrucks für die Olympischen Winterspiele 2026 soll bis Ende Mai vorliegen, betonte Stoss. Ursprünglich hatte es geheißen, die 270.000 Euro teure Studie solle Ende März fertig sein. Anhand der Anfang Dezember von Land Tirol, Stadt Innsbruck und ÖOC bei einer Bietergemeinschaft aus mehreren Instituten in Auftrag gegebenen Studie soll die Politik entscheiden, ob sich Innsbruck tatsächlich bewirbt. Falls die Politik Ja sagt, soll eine Volksbefragung in ganz Tirol voraussichtlich im Herbst stattfinden. Die Studie befasst sich mit Kosten, Sportstätten, der Infrastruktur, mit ökologischen Fragen und dem Standort für das Olympische Dorf.

Nach der Gigantomanie von Sotschi soll Olympia wieder bescheidener und volksnäher werden, wünscht das Internationale Olympischen Komitee (IOC). Stoss: „Die Frage ist, wie führt man die Spiele mit wenig finanziellem Aufwand durch und wären sie ohne Steuergeld realisierbar?“ Eine allfällige Bewerbung müsste bis Herbst 2018 beim IOC eingehen, 2019 fällt dann die Entscheidung.

Dank der Agenda 2020, des Reformkonzepts für die Olympische Bewegung, wird es erstmals möglich, dass sich die Host City mit anderen Regionen oder Ländern zusammentut, um dem Steuerzahler Kosten zu sparen. Im Falle von Innsbruck sollten etwa die vorhandenen Sportstätten in Hochfilzen, Seefeld und St. Anton dabei sein. Daneben könnte man beispielsweise die Eisschnelllaufbahn in Inzell nutzen, Eishockey-Bewerbe könnten in Salzburg stattfinden.

Mögliche Mitbewerber sind laut OÖC Lillehammer (Nor), Erzurum in der Türkei und Vancouver sowie die Schweiz. Nachdem die Bevölkerung im Kanton Graubünden kürzlich zum zweiten Mal eine Bewerbung abgelehnt hat, schickt die Eidgenossenschaft nun Sion ins Rennen. Graubünden hatte die Bewerbungskosten mit mehr als 23 Mill. Euro veranschlagt und die Durchführung der Winterspiele mit 1,5 Mrd. Euro beziffert.