Spannung erreicht Siedepunkt

Sport / 10.05.2017 • 22:07 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Harder haben vier der fünf Saisonduelle gegen West Wien gewonnen. Lediglich auswärts gab es im Oktober eine 29:31-Niederlage. Foto: GEPA
Die Harder haben vier der fünf Saisonduelle gegen West Wien gewonnen. Lediglich auswärts gab es im Oktober eine 29:31-Niederlage. Foto: GEPA

Alpla HC Hard will mit Heimvorteil am Donnerstag (19.30 Uhr) in Halbfinalserie gegen West Wien vorlegen.

Hard. (VN-jd) Maximal 22 Tage noch, dann steht der Meister 2017 in der Handball-Liga Austria (HLA) fest. Einer der Favoriten auf die Krone in der höchsten nationalen Spielklasse im Männerhandball ist der Alpla HC Hard. Nach dem Sieg im Grunddurchgang und Platz eins in der Play-off-Runde empfangen die Roten Teufel vom Bodensee zum Auftakt der Best-of-three-Halbfinalserie am Donnerstag (19.30 Uhr) das Team der SG Handball West Wien. die zweite Partie steigt bereits am Sonntag (18.30 Uhr) in Wien, der mögliche dritte Vergleich würde am 20. Mai wieder in der Sporthalle am See in Hard über die Bühne gehen.

Psychologische Komponente

So weit denkt man aber beim HLA-Titelträger der Saisonen 2011 bis 2015 noch gar nicht und will es auch nicht so weit kommen lassen. Hard-Cheftrainer Petr Hrachovec: „Wir sind zwar Favorit, aber nicht so klar, wie man es aufgrund der vier Siege in den bisherigen fünf Saisonduellen vermuten könnte. Wir sind spielerisch sicher im Vorteil, müssen diesen mutmaßlichen Vorzug aber auch mental hinbekommen. In einer K.-o.-Phase spielt auch immer die psychologische Komponente eine große Rolle und eine zu sichere Erwartungshaltung kann sich als Bumerang erweisen.“

Respekt zeigte der 44-jährige Tscheche beim Videostudium vor der immer wieder vom Gegner angewendeten Defensiv-Variante: „Bei ihrer offensiven 3-2-1-Deckung heißt es cool zu bleiben und geduldig auf die richtige Situation zu warten. Auf jeden Fall ist West Wien eine Mannschaft mit Qualität, was sie mit ihrem Weiterkommen im Viertelfinale über Krems bestätigt hat.“

In Wettkampfmodus schalten

Basis zum Erfolg ist für den Hard-Trainer auch, wie schnell man nach der relativ langen Spielpause von 18 Tagen seit dem 36:15-Viertelfinalerfolg in Ferlach den Rhythmus findet. „Abgesehen von Teamspieler Gerald Zeiner haben wir knapp drei Wochen kein Punktespiel absolviert. Deshalb ist es immer mit einem Fragezeichen verbunden, wie schnell man vom Trainingsalltag in den Wettkampfmodus umschalten kann. Doch die Jungs sind heiß, wissen, um was es geht bzw. was auf dem Spiel steht und werden die notwendige Einstellung an den Tag legen“, so Hrachovec.

Sein Gegenüber, der Isländer Hannes Jon Jonsson, bezeichnet die Aufstiegschancen mit 60:40 für Hard: „Sie haben fast keine Schwächen, sind auf jeder Position gut und doppelt besetzt, haben individuelle Qualität ohne Ende und der K.-o.-Stress ist nicht neu für sie. Um gegen sie zu bestehen, muss wirklich alles klappen.“

Jetzt beginnen die wichtigsten drei Wochen der gesamten Saison und es geht ans Eingemachte.

Petr Hrachovec