Für rosa hielt Dumoulin durch

Sport / 16.05.2017 • 21:43 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Tom Dumoulin, Kapitän der deutschen Sunweb-Equipe, nahm dem zweitplatzierten Geraint Thomas 49 Sekunden ab. Foto: ap
Tom Dumoulin, Kapitän der deutschen Sunweb-Equipe, nahm dem zweitplatzierten Geraint Thomas 49 Sekunden ab. Foto: ap

Der Niederländer ist nach dem Zeitfahren auf der zehnten Etappe neuer Giro-Leader.

Montefalco. Tom Dumoulin hat mit dem Sieg im Einzelzeitfahren der 10. Etappe des Giro d‘Italia auch die Gesamtführung übernommen. Der 26-jährige Teamkollege des Steirers Georg Preidler löste den Kolumbianer Nairo Quintana an der Spitze ab, der auf den 39,8 Kilometern von Foligno nach Montefalco 2:53 Minuten einbüßte (23. Platz) und als Zweiter nun 2:23 Minuten zurückliegt.

Auf die Fahrer des Sunweb-Teams von Dumoulin und damit auch auf Preidler wartet nun viel Arbeit, schon heute folgt ab Florenz eine schwierige 161-km-Etappe. Einer der wichtigsten Helfer Dumoulins in den Bergen, der Niederländer Wilco Kelderman, war nach einem Fingerbruch ausgeschieden. In der Prüfung gegen die Uhr in Umbrien war der Olympia-Zweite von Rio eine Klasse für sich. Er gewann 49 Sekunden vor dem Briten Geraint Thomas – ebenfalls ein Sturzopfer am Sonntag – und 56 vor dem Luxemburger Bob Jungels. „Ehrlich gesagt habe ich mich heute nicht wirklich gut gefühlt und musste mit mir selbst kämpfen“, sagte Dumoulin: „Ich habe aber anders als in den letzten Zeitfahren nicht aufgegeben. Mein Vorsprung auf Quintana ist schön, aber aus eigener Erfahrung weiß ich, dass der Giro damit noch lange nicht vorbei ist.“

Respektabler Abstand

Dumoulin sicherte sich gegenüber den von Quintana angeführten Kletter-Spezialisten ein respektables Guthaben von rund zweieinhalb Minuten und mehr. Vorjahrssieger Vincenzo Nibali (Italien) ist mit 2:47 Minuten Rückstand Fünfter hinter Bauke Mollema (Niederlande/2:38) und Thibaut Pinot (Frankreich/2:40).

Österreichs Exmeister Preidler präsentierte sich stark und landete als Bester des Österreicher-Quintetts mit 2:27 Minuten Rückstand an der 14. Stelle. Felix Großschartner (CCC(+2:56) klassierte sich knapp hinter Quintana. Patrick Konrad büßte 5:31 Minuten ein (67.), behielt als bestplatzierter Österreicher aber den 31. Platz (+20:15 Min.) in der Gesamtwertung. Der Bora-Profi ist wie Großschartner eventuell schon am Mittwoch ein Kandidat für eine Ausreißergruppe.

Rad

100. Giro d‘Italia Internet: www.giroditalia.it

10. Etappe Foligno – Montefalco (39,8/Einzelzeitfahren)

1. Tom Dumoulin (NED) Sunweb 50:37 Min.

2. Geraint Thomas (GBR) Sky +0:49 Min.

3. Bob Jungels (LUX) Quick-Step +0:56

4. Luis Leon Sanchez (ESP) Astana +1:40

5. Wasil Kirijenka (BLR) Sky +2:00

6. Vincenzo Nibali (ITA) +2:07

7. Maxime Montfort (BEL) Lotto +2:13

8. Jan Tratnik (SLO) CCC +2:13

9. Jos van Emden (NED) LottoNL +2:15

10. Andrey Amador (CRC) Movistar +2:16

14. Georg Preidler (AUT) Sunweb +2:27

19. Thibaut Pinot (FRA) FDJ +2:42

23. Nairo Quintana (COL) Movistar +2:53

26. Felix Großschartner (AUT) CCC +2:56

67. Patrick Konrad (AUT) Bora +5:31

140. Lukas Pöstlberger (AUT) Bora +7:51

155. Gregor Mühlberger (AUT) Bora +8:17

Gesamtwertung:

1. Dumoulin 42:57:16 Std., 2. Quintana +2:23 Min. , 3. Mollema 2:38, 4. Pinot 2:40, 5. Nibali 2:47, 6. Jungels 3:56, 7. Domenico Pozzovivo (ITA) AG2R 4:05, 8. Ilnur Sakarin (RUS) Katjuscha 4:17, 9. Amador 4:39, 10. Steven Kruiswijk (NED) LottoNL 5:19, 11. Thomas 5:33, 46. Preidler 34:18, 72. Mühlberger 45:09, 82. Großschartner 52:44,91. Pöstlberger 1:00:28 Std.

Heute 11. Etappe: Florenz – Bagno di Romagna (161)

18. Mai 12. Etappe: Forli – Reggio Emilia (234)