„Es war ein gutes Match“

Sport / 02.06.2017 • 20:04 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
„Es war ein gutes Match“

Dominic Thiem steht ohne Satzverlust im Achtelfinale – morgen wartet Zeballos.

Paris. Dominic Thiem ist mit einer deutlich gesteigerten Leistung ins Achtelfinale der Tennis-French-Open eingezogen. Der als Nummer sechs gesetzte Niederösterreicher besiegte in Paris den US-Amerikaner Steve Johnson nach 2:03 Stunden mit 6:1, 7:6(4), 6:3 und hat damit in den ersten drei Runden keinen Satz abgegeben. Er trifft nun am Sonntag erstmals auf den Argentinier Horacio Zeballos.

Ein Blitzstart

Zeballos hatte zuvor von der Aufgabe von David Goffin profitiert. Für den Lichtenwörther Thiem ist es das fünfte Achtelfinale im 14. Major seiner Karriere bzw. sein drittes in Folge: Nach den US Open (2014, 2016), den French Open (2016) und den Australian Open (2017). Gegen Zeballos kämpft er um sein zweites Viertelfinale bei einem der Grand-Slam-Turniere nach dem Halbfinale in Roland Garros 2016.

Österreichs aktuell bester Sommersportler zeigte auf Platz eins, der auch die „Stierkampf-Arena“ genannt wird, seine bisher beste Leistung im Turnierverlauf. Im Gegensatz zur zweiten Runde startete Thiem wie ein Blitz in das Match, vielleicht auch um einer herannahenden Gewitterfront zu entkommen. Der Weltranglisten-7. überrannte den 26. im ATP-Ranking zu Beginn förmlich. Breaks zum 2:0 und 5:1 sorgten schnell einmal für die Hackordnung. Nach nur 23 Minuten hieß es 6:1 für Thiem. Im zweiten Durchgang steigerte sich allerdings auch sein Gegner. Bei 3:2 für Johnson sorgte ein Blitz samt beinahe gleichzeitigem Donner für kurze Diskussionen, ob das Spiel unterbrochen werden muss. In der hochklassigen Fortsetzung, die im Stadion auch für die „Welle“ der Zuschauer sorgte, hatte Thiem immer wieder Chancen auf das Break gegen den Amerikaner. Allerdings servierte dieser auch jedesmal in Gefahr ausgezeichnet, und urplötzlich fand Johnson selbst bei 5:4 zwei Break- und also Satzbälle vor. Thiem rettete sich aus der brenzligen Lage, konnte dann bei 5:5 selbst zwei Breakbälle nicht nutzen. Der Satz ging ins Tiebreak. In diesem lag Thiem 0:2 zurück, machte dann aber fünf Punkte en suite und nach 1:28 Stunden hatte der Favorit die 2:0-Satzführung hergestellt. Auch im dritten Satz hatte Thiem trotz Chancen zunächst Probleme, das Service seines Gegners zu durchbrechen. „Jetzt wird’s langsam fad“, meinte Thiem auf dem Platz, nachdem der Außenseiter neuerlich Breakbälle abgewehrt hatte.

Tiebreak als Schlüssel

Nach 1:50 Stunden war dann der Bann gebrochen, Thiem verwertete den vierten Breakball im vierten Game zum 3:1. Er musste postwendend nach zwei Doppelfehlern zwar den Aufschlag abgeben, holte aber zum 4:2 neuerlich das Service des Gegners. Thiem servierte in der Folge mit dem ersten Matchball zum 6:3 aus, sein Coach Günter Bresnik sprang auf und zeigte seinem Schützling die Siegerfaust.

„Ich denke, das war heute ein gutes Match. Der Schlüssel war, dass ich den zweiten Satz im Tiebreak gewonnen habe“, meinte Thiem im großen Interview-Raum im Stadion Philippe Chatrier zur versammelten Presse. Über Zeballos, den nächsten Gegner, weiß er nicht viel: „Der ist Linkshänder. Er kann auch sehr unangenehm werden, weil ich ihn ja gar nicht kenne.“

Tennis

French Open Paris, Grand Slam, 36 Mill. Euro, Sand

Herren, 3. Runde: Thiem (AUT/6) – Johnson (USA/25) 6:1, 7:6(4), 6:3, Djokovic (SRB/2) – Schwartzman (ARG) 5:7, 6:3, 3:6, 6:1, 6:1, Nadal (ESP/4) – Basilaschwili (GEO) 6:0, 6:1, 6:0, Zeballos (ARG) – Goffin (BEL/10) 4:5, 40:40 w.o., Raonic (CAN/5) – Garcia-Lopez (ESP) 6:1, 1:0 w.o., Busta (ESP/20) – Dimitrow (BUL/11) 7:5, 6:3, 6:4, Bautista Agut (ESP/17) – Vesely (CZE) 6:3, 6:4, 6:3. Achtelfinale (Sonntag): Thiem –Zeballos (ARG)

Herren, Doppel, 2. Runde: Verdasco/Zimonjic (ESP/SRB) – Knowle/Mayer (AUT/GER) 6:2, 2:6, 6:2

Damen, 3. Runde: Muguruza (ESP/4) – Putinzewa (KAZ/27) 7:5, 6:2, Ostapenko (LAT) – Tsurenko (UKR) 6:1, 6:4, Stosur (AUS/23) – Mattek-Sands (USA) 6:2, 6:2, Mladenovic (FRA/13) – Rogers (USA) 7:5, 4:6, 8:6.