Historischer Triumph von Real Madrid

Sport / 05.06.2017 • 18:53 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Zehntausende Fans säumten die Straßen der spanischen Hauptstadt Madrid, um den alten und neuen Champions-League-Sieger Real Madrid bei seinem Siegeszug frenetisch zu bejubeln. Foto: afp
Zehntausende Fans säumten die Straßen der spanischen Hauptstadt Madrid, um den alten und neuen Champions-League-Sieger Real Madrid bei seinem Siegeszug frenetisch zu bejubeln. Foto: afp

Rekordmann Ronaldo schoss „weißes Ballett“ zur Titelverteidigung in Champions League.

Madrid. Es war wieder einmal ein historischer Abend von Cristiano Ronaldo. Mit einem Doppelpack beim 4:1-Finalsieg über Juventus Turin in Cardiff ebnete der Portugiese seinem Verein Real Madrid den Weg zur ersten erfolgreichen Titelverteidigung in der Geschichte der Champions League und zum insgesamt zwölften Gewinn der begehrtesten europäischen Klub-Trophäe. Nebenbei holte der Stürmer zum fünften Mal in Folge und zum insgesamt sechsten Mal die Torjäger-Krone der „Königsklasse“, traf als erster Spieler in drei Champions-League-Endspielen, schraubte seine Bilanz in der Eliteliga auf unerreichte 105 Tore und hält nun bei 600 Treffern auf Klub- und Nationalteam-Ebene. „Das war einer der besten Momente in meiner Karriere. Und ich habe die Möglichkeit, das jedes Jahr zu sagen“, erklärte Ronaldo nach seinem insgesamt vierten Champions-League-Gewinn.

Tor-Maschine

Teamkollege Toni Kross bezeichnete Ronaldo als „unfassbar. Er hat uns ab dem Viertelfinale durch alle Runden geschossen. Wir haben da zwar immer gut gespielt, aber am Ende brauchst du einen, der die Tore macht, und das war er“, meinte der deutsche Mittelfeldspieler.

In den Partien gegen Bayern, Atletico Madrid und Juventus erzielte Ronaldo insgesamt zehn Tore. Diese Ausbeute erklärte der Europameister des Vorjahres auch damit, dass ihn Trainer Zinedine Zidane im Frühjahr in der Liga oft schonte. Die Kunst des Franzosen war es, seinem Star die Sinnhaftigkeit dieser Pausen zu vermitteln. „Dadurch bin ich bis Saisonende stark und spritzig geblieben“, erklärte Ronaldo.

Zidanes Kabinenpredigt

In seiner erst 17-monatigen Amtszeit als Chefcoach von Real Madrid hat es Zinedine Zidane geschafft, in den Kreis der erfolgreichsten Trainer der Welt aufzusteigen. Reals Klubchef Florentino Perez reagierte geradezu euphorisch, als er auf Zidane angesprochen wurde. „Er kann den Rest seines Lebens bei Real Madrid bleiben“, versprach Perez. „Jeder Real-Fan ist ihm dankbar. Er ist der beste Trainer der Welt.“ Im Überschwang der Gefühle behielt ausgerechnet Zidane selbst kühlen Kopf: „Ich kann nicht sagen, ob ich wirklich mein ganzes Leben lang bei Real bleibe. Ich bin auf jeden Fall dankbar dafür, was der Verein mir gegeben hat.“ Außerdem verriet der Ex-Weltmeister und frühere Juventus-Spieler Details zu seiner Kabinenpredigt. „Ich habe den Spielern gesagt, spielt einfach so, wie ihr wisst, dass man spielen muss. Es hat perfekt funktioniert – vier Tore gegen Juventus zu schießen, ist nicht einfach.“

Riesen-Party

Die Fiesta sollte erst Sonntagnacht nach einer großen Party vor 80.000 Fans im Santiago Bernabeu zu Ende gehen. Zum Stadion fuhren die „Königlichen“ im offenen Bus – unter Jubel und Beifall von Tausenden, die die Straßen säumten.

Ronaldo hat uns ab dem Viertelfinale zum Titel geschossen.

toni kroos
Cristiano Ronaldo war einmal mehr der Held für Real Madrid in der Königsklasse.Foto: afp
Cristiano Ronaldo war einmal mehr der Held für Real Madrid in der Königsklasse.
Foto: afp

Fußball

Champions-League-Finale

Juventus Turin – Real Madrid 1:4 (1:1)

Principality Stadium, Cardiff, 75.000 Zuschauer (ausverkauft), SR Brych (Ger)

Torfolge: 20. 0:1 Ronaldo, 27. 1:1 mandzukic, 61. 1:2 Casemiro, 64. 1:3 Ronaldo, 90. 1:4 Asensio

Gelbe Karten: Dybala, Pjanic, Sandro bzw. Ramos, Carvajal, Kroos

Gelb-rote Karte: Cuadrado (84. Tätlichkeit/Turin)

Juventus Turin: Buffon; Barzagli (66. Cuadrado), Bonucci, Chiellini; Alves, Khedira, Pjanic (71. Marchisio), Alex Sandro; Dybala (78. Lemina), Higuain, Mandzukic

Real Madrid: Navas; Carvajal, Varane, Ramos, Marcelo; Casemiro; Modric, Kroos (89. Morata), Isco (82. Asensio); Benzema (77. Bale), Ronaldo