„Die Fäuste fliegen das ganze Jahr“

Sport / 12.06.2017 • 22:08 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Hamilton und Mercedes haben in Montréal zu alter Stärke zurückgefunden.

Montréal. Nach seiner Wiederauferstehung in Montréal bediente sich Lewis Hamilton eines Vergleichs aus dem Boxen. Man habe Ferrari und Sebastian Vettel „einen Schlag versetzt. Es ist wie ein rechter Haken“, sagte der Mercedes-Pilot nach seinem ungefährdeten Sieg beim Großen Preis von Kanada: „Aber die Fäuste werden noch das ganze Jahr fliegen. Wir hoffen, dass wir am Ende wie Mayweather sind.“

Floyd Mayweather. Der Boxer, der alle seine 49 Profikämpfe gewann, kein einziges Mal geschlagen aus dem Ring musste, dient Hamilton als Vorbild für das packende Duell um die Weltmeisterschaft. Die Silberpfeile meldeten sich in Montréal eindrucksvoll mit ihrem ersten Doppelsieg der Saison zurück, jagten Dauerrivale Ferrari zudem die Führung in der Konstrukteurswertung ab und scheinen zurück zu alter Stärke gefunden zu haben.

Doch ob diese Leistung von Dauer ist? „Ich würde nicht sagen, dass unsere Probleme gelöst sind, wir verstehen sie vielleicht nur besser“, mahnte Motorsportchef Toto Wolff. Nach dem verkorksten Wochenende von Monaco, als Hamilton nur Siebter wurde, hatte das Team alles auf den Prüfstand gestellt, analysierte akribisch die Probleme mit dem Auto, das Wolff selbst schon „eine Diva“ nannte.

Am Ende ist es ein Gewinn

Sebastian Vettel wieder sah geschafft aus. Die Haare zerzaust, nippte er mit müden Augen an seiner Milch, bevor er die kräftezehrende Aufholjagd von Montréal erklärte. „Wenn du nach fünf, sechs Runden Letzter bist, dann ist am Ende alles ein Gewinn“, sagte der Ferrari-Star. Erstmals hatte Vettel in diesem Jahr nichts mit dem Sieg zu tun. „Ich habe gar nicht gefragt, wo Lewis ist. Das war egal, ich war ja Letzter“, meinte er und lobte seinen Boliden nach dem Kraftakt: „Ich wusste, dass wir zurückkommen können, weil unser Auto sehr schnell ist.“