Große Aufregung um „Revolution“

Sport / 18.06.2017 • 22:24 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Mit Ideensammlung sorgen Regelhüter des Fußballs für große
Diskussionen.

moskau. Dauert ein Fußball-Spiel in Zukunft nur noch 60 statt 90 Minuten? Und muss eine Mannschaft bald auch einen Punktabzug befürchten, wenn sie sich zu heftig beim Schiedsrichter beklagt? Mit einer Ideensammlung unter dem Titel „Play Fair!“ haben die Regelhüter des International Football Association Board (IFAB) am Rande des Confed Cups für einige Diskussionen gesorgt.

Revolution braucht Zeit

Allerdings wird es eine Revolution des Spiels in absehbarer Zeit wohl nicht geben. Einige harmlose Inhalte des Strategiepapiers werden beim Confed-Cup umgesetzt. Andere Punkte sind erst einmal nicht mehr als reine „Ideen zur Entwicklung des Spiels“. Das IFAB ist ein achtköpfiges Gremium, das aus vier Mitgliedern der FIFA sowie je einem Vertreter der Fußball-Urverbände England, Nordirland, Schottland und Wales besteht. Allein diese Instanz berät und beschließt mögliche Regeländerungen – wenn am Ende sechs der acht Mitglieder einer Änderung zustimmen. Und das Gremium braucht traditionell viel Zeit: Bis zur Einführung der Torlinientechnik oder Modifizierung der umstrittenen Dreifachbestrafung vergingen viele Jahre.

Fußball

Ideensammlung und Vorschläge unter dem Titel „Play Fair!“ des International Football Association Board (IFAB)

» Spieldauer: Eine effektive Spielzeit von nur noch zweimal 30 Minuten, in der der Schiedsrichter die Uhr allerdings ähnlich wie beim Eishockey bei jeder Spielunterbrechung anhalten muss.

» Rote Karten: Eine Rote Karte für jeden Spieler, der ein Tor vorsätzlich mit der Hand erzielt.

» Elfmeter: Nach einem Elfmeter soll der Nachschuss verboten werden. Bei Scheitern soll das Spiel mit Abstoß fortgesetzt werden.

» Standards: Bei Standards sind mehrere Ballberührungen des ausführenden Spielers möglich. Der Spieler könnte sich somit den Ball selbst vorlegen oder einfach losdribbeln.

» Elfmeter II: Wenn der Tormann einen Rückpass mit der Hand aufnimmt, soll es in Zukunft Elfmeter geben.

» Schlusspfiff: Dieser soll erst dann möglich sein, wenn der Ball nicht mehr im Spiel ist.

» Handspiel: Bei einem Handspiel auf der Torlinie soll der Treffer zählen. Derzeit gibt es Elfmeter und bei Absicht zusätzlich Rote Karte.

» Mobbing: Ein noch radikaleres Durchgreifen, falls der Schiedsrichter von Spielern „gemobbt“ wird. In schweren Fällen könnte sogar mit Punktabzügen oder Geldstrafen geahndet werden.