In zehn Minuten Partie gedreht

Sport / 18.06.2017 • 22:36 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Der Harder Robert Weber hatte mit insgesmt 30 Toren, davon sieben beim 34:32-Erfolg gegen Bosnien, maßgeblichen Anteil an der erfolgreichen Qualifikation für die EM-Endrunde 2018 in Kroatien. Foto: ÖHB/Pucher
Der Harder Robert Weber hatte mit insgesmt 30 Toren, davon sieben beim 34:32-Erfolg gegen Bosnien, maßgeblichen Anteil an der erfolgreichen Qualifikation für die EM-Endrunde 2018 in Kroatien. Foto: ÖHB/Pucher

Österreichs Handballer lösen mit 34:32-Heimsieg über Bosnien Ticket für EM-Endrunde 2018 in Kroatien.

Wien. (VN-jd) „Diese Qualifikation erfüllt mich mit Stolz. So wie sich die Mannschaft präsentiert hat, wie sie zusammengerückt ist, war einfach großartig. Sie haben alle Tiefen weggesteckt, waren zum richtigen Zeitpunkt topmotivert, haben nie den Glauben an das gesteckte Ziel verloren und wurden am Ende verdient belohnt.“ Patrekur Johannesson, Teamchef von Österreichs Handball-Männerteam, stellte in der Stunde des Erfolges die Leistung seiner Mannschaft und des Trainerteams in den Vordergrund und rückte seine eigene Arbeit in den Hintergrund.

Was der 44-jährige Isländer in seiner seit November 2011 bestehenden Zeit als ÖHB-Teamchef erreicht hat, gelang noch keinem österreichischen Teamchef vor ihm. Drei Mal schaffte man unter seiner Führung die Qualifikation für eine Endrunde – EM 2014, WM 2015 und nun die EURO 2018. Die Akribie, mit der der Isländer ans Werk geht, ist wohl einer der Schlüssel zum Erfolg: „Natürlich macht mich das stolz. Das ist die dritte Quali, das hat vor mit noch keiner geschafft. Man muss sich aber immer kritisch hinterfragen, doch heute ist auch mal ein Lob erlaubt.“

Von 21:23 auf 31:26 abgesetzt

In einem dramatischen Showdown behielt Rot-Weiß-Rot gegen Bosnien-Herzegowina mit 34:32 (17:17) die Oberhand und löste als Zweiter der Qualifikationsgruppe hinter Spanien das Ticket für die Endrunde vom 12. bis 28. Jänner 2018 in Kroatien.

Österreich trotzte in der mit rund 5000 Fans gut gefüllten Albert-Schultz-Halle in Wien seinen Personalsorgen ebenso wie dem stimmkräftigen bosnischen Anhang und sorgte mit dem dritten Sieg im sechsten Vorrundenspiel dafür, dass Bosnien wie schon im vergangenen November in Sarajevo als Verlierer vom Platz und in der Tabelle hinter der ÖHB-Auswahl ins Ziel ging.

Wie schon im Hinspiel lieferten sich beide Teams bis zur 40. Minute ein Duell auf Augenhöhe und steuerten in einer dramatischen und immer wieder hektischen Partie einem Herzschlagfinale zu. Am Ende mit einem Happy End aus Sicht der Gastgeber. Nach dem 21:23-Rückstand (39.) drehte Österreich mit einem 10:3-Lauf auf 31:26 (49.) die Partie zu seinen Gunsten. Auch deshalb, weil bei der Balkan-Truppe die zahlreichen berechtigte Zeitstrafen Spuren hinterließen und mit Fortdauer auch die Treffsicherheit nachließ. Nach dem Abpfiff betonte der Harder Robert Weber stolz: „Es war ein verdienter Sieg, weil wir bereit waren, alles zu geben. Man hat klar gesehen, dass der Wille auch Berge versetzen kann.“

Handball

13. Europameisterschaften der Männer 2018 in Kroatien

Internet: www.eurohandball.com

Tabellenendstände

Gruppe 1 S R N

1. Dänemark 5 1 0 194:135 11

2. Ungarn 4 1 1 174:156 9

3. Niederlande 2 0 4 155:179 4

4. Lettland 0 0 5 129:182 0

Gruppe 2

1. Weißrussland 3 2 1 177:152 8

2. Serbien 3 2 1 175:153 8

3. Polen 1 2 3 171:189 4

4. Rumänien 2 0 4 151:160 4

Gruppe 4

1. Mazedonien 3 1 2 174:158 7

2. Tschechien 3 0 3 161:161 6

3. Island 3 0 3 163:163 6

4. Ukraine 2 1 3 152:168 5

Gruppe 5

1. Deutschland (TV) 6 0 0 173:137 12

2. Slowenien 3 1 2 162:148 7

3. Portugal 2 1 3 148:165 5

4. Schweiz 0 0 6 137:171 0

Gruppe 6

1. Schweden 6 0 1 166:125 10

2. Montenegro 2 3 1 158:168 7

3. Russland 1 3 2 149:160 5

4. Slowakei 0 2 4 144:166 2

Gruppe 7

1. Frankreich 5 0 1 191:160 10

2. Norwegen 4 0 2 196:163 8

3. Litauen 3 0 3 163:179 6

4. Belgien 0 0 5 175:214 0

» Modus: Der Erste und Zweite der insgesamt sieben Gruppe bzw. der beste Dritte (Ergebnisse nur gegen die Aufsteiger werden berücksichtigt) qualifizieren sich für die Endrunde. Bei Punktegleichstand entscheiden die direkten Begegnungen.