Die Tür ganz weit aufgestoßen

Sport / 29.06.2017 • 21:51 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Siegtorschütze Louis-Clement Ngwat-Mahop lässt sich von den Altacher Fans im Nationalstadion von Tiflis feiern.  Foto: gepa
Siegtorschütze Louis-Clement Ngwat-Mahop lässt sich von den Altacher Fans im Nationalstadion von Tiflis feiern. Foto: gepa

Frühes Tor von Ngwat-Mahop sichert Altach 1:0-Sieg in Tiflis über FK Tschichura.

Tiflis. „Kein Tor erhalten, eines geschossen, das ist das Wichtigste“, freute sich nicht nur Philipp Netzer über den knappen, aber mehr als verdienten Auswärtssieg in Tiflis. Damit bleibt die Cashpoint-Elf auch im dritten Auswärtsspiel im Europacup ungeschlagen. Alles, so der SCRA-Kapitän weiter, habe noch nicht gepasst, aber es mache Spaß, in der Mannschaft zu spielen. Torhüter Martin Kobras sprach danach von einer guten Ausgangslage für das Rückspiel und der Torschütze Louis-Clement Ngwat-Mahop davon, dass es kein Ergebnis zum Ausruhen sei. „Wir mussten uns heute sicherlich überwinden“, sagte der Kameruner und ergänzte: „Es ist ein gutes Gefühl, wieder getroffen zu haben.“

Absoluter Traumstart

Es war ein Traumstart, den Altach erwischte. Der pünktlich zum Anpfiff einsetzende Starkregen hatte die Schmidt-Schützlinge regelrecht wachgeküsst. Denn Netzer und Co. begannen fast überfallartig, was sichtliche Unordnung in der Abwehr der Georgier verursachte. Und wie schon vor zwei Jahren war es Ngwat-Mahop, der im ersten EL-Spiel der Saison für den Führungstreffer sorgte. Gegen Guimarães noch 24 Minuten, so skorte er in Tiflis schon nach drei. Der agile und quirlige Christian Gebauer hatte über rechts die Vorarbeit geleistet. Sein Pass kam dahin, wo Altach schon im Vorfeld Schwächen beim Gegner ausgemacht hatte: ins Zentrum.

Nach dem Traumstart verabsäumten es die Rheindörfler, konsequent nachzusetzen. Vielmehr ließ man sich mit Fortdauer der Partie zu sehr nach hinten fallen. Somit eröffneten sich Tschichura, das mitten im Spielbetrieb steckt und die kurze Ligaunterbrechung zur intensiven Spielvorbereitung nutzte, zusehends Freiräume. Vor allem über die Seiten versuchten die Gastgeber Druck aufzubauen. Besonders Giorgi Karipadse nutzte diese Freiheiten und sorgte mit seinen Flankenbällen zumindest für einen Hauch von Gefahr. Den großen Druck vermochte der georgische Klub nämlich nicht aufzubauen, auch wenn bei den Heimischen die Abstimmung in der Defensive nicht immer passte. Was ob der sehr kurzen Vorbereitungszeit keine wirkliche Überraschung war. Dennoch blieb man zumeist Herr der Lage.

Rückkehr von Ngamaleu

Auf dem Posten zeigte sich zudem Martin Kobras bei seinem ersten internationalen Einsatz. Ob bei hohen Bällen oder auf dem rutschigen Grün, Altachs Goalie wirkte souverän. Glück hatte er vor der Pause nur nach 29 Minuten, als ein Kopfball von Dimitri Tatanaschwili nur wenige Zentimeter am langen Eck vorbeistrich.

Altach blieb sich auch nach dem Seitenwechsel treu. Mit einem ruhigen Spielaufbau und Diagonalbällen versuchte man Spieldominanz auszustrahlen. Oft nahm man bewusst das Tempo aus dem Spiel, um im richtigen Moment den Pass in die Tiefe zu suchen. Im letzten Drittel aber blieb vieles noch Stückwerk. Das blieb auch dem Trainer nicht verborgen, der erst mit Nicolas Moumi Ngamaleu und dann mit Adria Grbic zwei Stürmer einwechselte. Für den 22-jährigen Nationalspieler Kameruns waren en es nach seiner Rückkehr vom Confederations Cup die ersten Minuten im Altach-Dress in der neuen Saison.

Die spielerische Überlegenheit blieb auch in den Schlussminuten, wenngleich die großen Momente im Spiel auf beiden Seiten fehlte. Allein Altachs Stefan Nutz, schön freigespielt von Hannes Aigner, vergab in der 66. Minute die endgültige Entscheidung, als er freistehend Torhüter Dino Hamzic anschoss. So blieb es beim knappen Altacher Sieg. Netzer und Co. haben damit alle Chancen auf ein Weiterkommen und es am 6. Juli quasi selbst in der Hand, sich das Ticket für die zweite Quali-Runde zu sichern.

Das frühe Tor war wichtig, dann haben wir das 1:0 gut verwaltet.

Martin Kobras
Zurück in Altach: Nicolas Moumi Ngamaleu wurde kurz nach Seitenwechsel eingewechselt. Foto: gepa
Zurück in Altach: Nicolas Moumi Ngamaleu wurde kurz nach Seitenwechsel eingewechselt. Foto: gepa

Fußball

UEFA Europa League Qualifikation

Qualifikation, 1. Runde

Tschichura Satschkhere – Cashpoint SCR Altach 0:1 (0:1)

Tiflis, Boris-Paitschadse-Nationalstadion, 2000 Zuschauer, SR Papir (ISR)

Tor: 3. 0:1 Ngwat-Mahop

Gelbe Karten: 78. Kakubawa (Tschichura), 86. GGalvão (Altach/beide Foulspiel)

Tschichura Satschkhere (4-4-2): Hamzic; Koripadse, Kaschia, Kakubawa, Tschikwaidse; Gorgiaschwili 83. Gabedawa), Ganugrawa, Tschelidse (67. Poniava), Sardalischwili; Gelaschwili (71. Dekanoidse), Tatanaschwili

Cashpoint SCR Altach (4-4-1-1): Kobras; Sakic, Zech, Netzer, Galvão; Gebauer (64. Ngamaleu), Piesinger, Patrick Salomon, Ngwat-Mahop; Stefan Nutz (83. Dobras); Aigner (74. Grbic)

Cashpoint SCR Altach – Tschichura Satschkhere 6. Juli

Cashpoint-Arena, 20.30 Uhr