Reichshofstadion neu wird konkret

Sport / 22.09.2017 • 22:53 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

Lustenauer Gemeindevertretung gab grünes Licht für Architekturwettbewerb.

Lustenau Die Lustenauer Fußballinfrastruktur seht vor einer Zeitenwende. Sowohl für die Kenntnisnahme des Strategiepapiers zum umfassenden Fußballkonzept als auch für den Start des Architekturwettbewerbs zur grundlegenden Restaurierung des Reichshofstadions gab es vom 35-köpfigen Gremium eine klare Mehrheit. Nur die Freiheitlichen stimmten gegen die Anträge. Und auch das nicht zu hundert Prozent. Ein FPÖ-Mandatar, früher Nachwuchsleiter bei der Austria, stimmte mit den anderen Fraktionen für das generelle Konzept und enthielt sich der Stimme in Sachen Reichshofstadion. Das Fußballstrategiepapier umfasst die Pläne für den Bau eines Nachwuchszentrums an der südlichen Peripherie der Gemeinde als auch die Restaurierung des Reichshofstadions. Fixe Baubeschlüsse sind beide Antragsentscheidungen freilich noch nicht, jedoch klare Absichtserklärungen.

Fischer und das Geschichtsbuch

Im Zusammenhang mit der zeitlich drängenden Stadionfrage bezogen Bürgermeister Kurt Fischer (54, ÖVP) und Sportreferent Bernd Bösch (56, Grüne) eindeutig Stellung. Bösch sprach von einem „großen Wurf für den Fußball in Lustenau, wenn diese zwei Projekte realisiert werden.“ Der Grüne verwies in diesem Zusammenhang auf den integrativen Wert des Fußballsportes für die Gemeinde. „Es sind bei der Austria und dem FC 700 Kinder und Jugendliche in etwas aktiv, was sie sich leisten können.“

Bürgermeister Fischer verwies unter anderem auf die Bedeutung des Profifußballs für Lustenau. Dieser sei für die Gemeinde eine Marke geworden und trage den Namen Austria. Die Investitionen in ein neues Reichshofstadion habe sich der Fußball verdient, aber auch der Klub. „Ich würde jedenfalls nie bei der Präsentation eines Geschichtsbuches über die Gemeinde dabei sein wollen, in dem das Ende des Profifußballs vorkommt, nur weil die Politik das so beschlossen hatte“, meinte Fischer in Richtung der FPÖ-Fraktion.

Deren Chef Martin Fitz (46) begründete das Nein zur Freigabe des Architekturwettbewerbs fürs Stadion mit der Unsicherheit in puncto Finanzierung. Es gebe eine zu wenig konkrete Zusicherung des Landes für eine Zweidrittel-Finanzierung des Projekts, meinte Fitz. Dabei hatte Landeshauptmann Markus Wallner (50) zuvor schon eine adäquate Unterstützung des Stadionprojekts durch das Land signalisiert.

15 Millionen Euro Kosten

Das Stadionkonzept, federführend von der Architekturwerkstatt Dworzak-Grabher erstellt, sieht den Bau einer mit vier Tribünen geschlossenen Anlage vor, die 7000 Zuschauern Platz bieten soll. Davon sollen 3000 Sitzplätze sein. Die 4000 Stehplätze können bei Bedarf auch noch in eine – freilich geringere Zahl – an Sitzplätzen umgebaut werden. Erhalten bleiben soll das Austria-Dorf, ebenso der VIP-Bereich im Glashaus, für den eine Erweiterung vorgesehen wäre. Der frühestmögliche Zeitplan für die Umsetzung des Stadionprojekts sieht die Vergabe des Planungsauftrages für April kommenden Jahres vor. Der offizielle Baustart ist für Mai 2019 geplant, wobei Spielfeld und Flutlicht schon 2018 errichtet werden sollen. Die geschätzten Gesamtkosten liegen bei rund 15 Millionen Euro. VN-hk

„Die Umsetzung dieser Projekte wäre ein großer Wurf für den Fußball in Lustenau.“