Emotionale Achterbahn im Eiskanal

01.02.2018 • 19:37 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der VN-Bericht über die erste Bludenzer Olympiamedaille.
Der VN-Bericht über die erste Bludenzer Olympiamedaille.

In zehn Jahren erlebte Tagwerker alle Hochs und Tiefs.

Bludenz Aufgewachsen in einem Umfeld von Rodelsportlern, die vor allem auf Landesebene äußerst erfolgreich waren, erfüllte sich Andrea Tagwerker bereits 1988 ihren sportlichen Traum von einem Olympiastart. Mit Rang zwölf legte die 17-Jährige auf der Olympiabahn von Calgary eine beachtliche Talentprobe ab und lag unter anderem vor allen drei erfahrenen Italienerinnen.

Vier Jahre später stand die Bludenzerin in La Plagne bereits vor dem insgeheim anvisierten Medaillengewinn, als sie nach dem ersten Tag hinter den Neuner-Schwestern auf Rang drei lag. Ein Fehler im dritten Lauf ließ dann jedoch alle Medaillenträume platzen. „Ich war so nervös am Start“, gestand sie nach dem siebten Schlussrang mit Tränen in den Augen, richtete aber gleichzeitig den Blick schon kämpferisch in die Zukunft: „Jetzt versuch‘ ich es eben bei den Spielen 1994 in Lillehammer.“

Olympiabronze als Highlight

Nur zwei Jahre später hatte Andrea Tagwerker in Norwegen die Gelegenheit zur Wiedergutmachung. Wieder Dritte nach zwei Läufen, hielt sie diesmal dem Druck stand und zeigte sich diesmal dank der inzwischen größeren Erfahrung auch nervenstark. Hinter der dominierenden Gerda Weißensteiner entwickelte sich zwischen ihr, Susi Erdmann und Angelika Neuner ein spannender Kampf um die Medaillen. Am Ende durfte sie nicht nur über Rang drei hinter der Südtirolerin und der Deutschen jubeln, sondern auch über die erste Bludenzer Olympiamedaille. „Ich bin unglaublich glücklich, jetzt hab‘ ich Stärke bewiesen“, meinte sie strahlend und so flossen diesmal Freudentränen.

Bei den Spielen 1998 in Nagano zählte Andrea Tagwerker nach ihrem Weltcupsieg 1996/97 zu den Mitfavoritinnen auf Edelmetall. Nach vier starken, aber nicht unbedingt überragenden Läufen reichte es bei ihrem zweitbesten Olympiaantreten letztlich nur zu Rang fünf, auf den Bronzerang fehlten 101 Tausendstel.

Nach ihren vierten und letzten Spielen konnte die inzwischen 27-Jährige eine mehr als zufriedene olympische Bilanz ziehen und verabschiedete sich nach einer weiteren Saison im Weltcup vom Spitzensport.

Am breitesten war das Strahlen von Rodlerin Andrea Tagwerker nach dem Gewinn der Bronzemedaille 1994 in Lillehammer.apa
Am breitesten war das Strahlen von Rodlerin Andrea Tagwerker nach dem Gewinn der Bronzemedaille 1994 in Lillehammer.apa