In Korea kocht die Mama

06.02.2018 • 20:15 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Bernadette Schild macht nur fürs Tischfußball einen Abstecher ins Olympische Dorf, das Ski-Ass wohnt bei den Winterspielen in einem privaten Quartier.gepa
Bernadette Schild macht nur fürs Tischfußball einen Abstecher ins Olympische Dorf, das Ski-Ass wohnt bei den Winterspielen in einem privaten Quartier.gepa

Bernadette Schild ist eine der wenigen ÖOC-Athlet(inn)en mit Privatquartier.

Pyeongchang Insgesamt fünf vom Österreichischen Olympischen Komitee (ÖOC) betreute Quartiere gibt es für die 105-köpfige „Armada“ bei den Winterspielen in Pyeongchang. Einige wenige Sportler haben aber doch gebeten, auch außerhalb privat zu wohnen. Eine davon ist Bernadette Schild, die der Austria Presse Agentur verraten hat, dass sie in Südkorea Mamas Küche genießen darf. „Ich bin extern“, sagte Schild, die in Yongpyong das olympische Dorf besucht hat, beinahe kleinlaut. Die Medaillenkandidatin für den Slalom am Valentinstag (14.) hat sich im Gegensatz zu ihrem ersten Einsatz für ein Privatquartier entschieden.

Aus Fehlern muss man lernen

„Ich war in Sotschi im Dorf, und es war einfach die Überlegung da, weil meine Eltern kommen und auch mein Mann da ist. Die brauchen sowieso ein Quartier“, sagte Schild. Hauptgrund ist aber die gute Küche der Mama bzw. die in Sotschi gemachten Erfahrungen. „Für mich ist es auch wichtig, eine gewohnte Küche zu haben. Ich bin da relativ empfindlich. In Sotschi hat das nicht so funktioniert, und aus Fehlern muss man lernen“, gestand die jüngere Schwester der Ex-Slalom-Queen Marlies. „Es ist ja nicht weit weg, ich bin in zwei Minuten da. Es ist gleich neben dem Österreich-Haus.“ Was auch für eventuelle Feiern günstig wäre, oder? „Ja, da wäre es auch nicht weit“, sagte sie lachend.

Christoph Sieber, Chef de Mission des ÖOC, spricht von „ganz wenigen“, die privat wohnen. „Bernadette hat sicher das privateste Quartier.“ Und Superstar Marcel Hirscher? „Er wohnt mit den anderen in Jeongseon, hat aber auch eine andere Möglichkeit.“

Was offenbar alle Quartiere, ob olympische Dörfer, Hotels oder Herbergen, gemein haben, sind die harten Matratzen. „Die Betten sind steinhart. Ich weiß jetzt, warum die Asiaten alle so einen geraden Rücken haben. Aber das ist koreanisch, das ist die Kultur, und ich finde es eigentlich ganz schön, wenn man ein bisserl was von der Kultur und wie die Menschen da so leben mitkriegt“, sagte Schild. Auch wenn es eine Umstellung und gerade für einen Sportler noch „ein bisserl schwieriger“ sei.

Sieber jedenfalls ortet keinen Trend zu Privatquartieren, der auch nicht im Sinne des olympischen Gedankens wäre. „Die meisten genießen das olympische Dorf, und es ist auch ein ganz besonderer Teil der Spiele, den es ja in kaum einem anderen Lebensbereich gibt. Da lebt wirklich die gesamte Weltelite zusammen und isst gemeinsam an einem Tisch.“

Das ÖOC lässt Ausnahmen zu: „Wir sind keine Prinzipienreiter, sondern flexibel in der Gestaltung. Wir wollen, dass jeder auf seine Rechnung kommt. Solange alles in vernünftigem Rahmen ist.“ Extrawürste werden allerdings nicht aus der ÖOC-Kasse bezahlt. Auch nicht bei den Flügen. „Wir zahlen Economy-Flüge. Wenn jemand Business fliegen will, buchen wir das gerne, bezahlen die Differenz aber nicht. Das würde auch gegen den Gleichheitsgrundsatz verstoßen.“

„Die Betten sind steinhart. Ich weiß jetzt, warum die Asiaten so einen geraden Rücken haben.“