Nach WM-Titel auch Olympiasieg

08.02.2018 • 17:54 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Egon Zimmermann auf seiner Triumphfahrt im Jahre 1964.os
Egon Zimmermann auf seiner Triumphfahrt im Jahre 1964.os

Egon Zimmermanns Siegesfahrt am Patscherkofel ließ 50.000 jubeln.

lech Erstmals für große Schlagzeilen sorgte Egon Zimmermann bei der Weltmeisterschaft 1962 in Chamonix, als er Gold im Riesenslalom und Bronze in der Abfahrt gewann. Seit da gehörte er zur absoluten Elite und wurde von Medien und Fans schon als neuer Toni Sailer bejubelt.

Im Olympiawinter 1963/64, der mit extremem Schneemangel so manchen Veranstalter vor große Probleme stellte, gab es vor dem Saisonhöhepunkt vor allem in der Abfahrt nur wenige Vergleichsmöglichkeiten. Die beiden einzigen Abfahrten fanden in Madonna statt, wobei beim Lecher mit den Rängen 25 und zwei Licht und Schatten wechselten. Als ganz großer Olympiafavorit galt der Weltmeister von 1962 hingegen im Riesenslalom. Nach Rang zwei in Hindelang gewann er kurz vor Olympia beide Konkurrenzen in Wengen (Ersatz für die Lauberhorn-Abfahrt).

Eine fehlerfreie Fahrt

In Innsbruck stand jedoch zunächst die Abfahrt vom Patscherkofel auf dem Programm. Die Liste der Sieg­anwärter war angesichts des Ausfalls der Klassiker lang. Eine erste Richtmarke setzte auf der 3120 m langen Strecke mit Startnummer vier Leo Lacroix. Mit Nummer sieben folgte bereits Egon Zimmermann, der dem hohen Erwartungsdruck standhielt und die Zeit des Franzosen mit 2:18,16 Min. gleich um 74 Hundertstel unterbot. Noch fehlten aber die beiden Saisonsieger Willy Bogner und Wolfgang Bartels aus Deutschland sowie die restlichen Österreicher. Außer Bartels, der auf Rang drei fuhr, erreichte aber kein Läufer mehr die Bestzeit des Lechers auch nur annähernd.

Nach seinem Triumph zählte Egon Zimmermann drei Tage später auch beim Riesenslalom in der Axamer Lizum zu den Goldkandidaten, schied aber bereits im ersten Durchgang aus. Für den Slalom musste er nach Trainerentscheid seinen Platz einem anderen überlassen, dem Lienzer Pepi Stiegler, der dann als Ersatzmann sensationell Olympiasieger wurde.

Nach einem Autounfall im Herbst 1964 kehrte der Lecher zwar in den Skizirkus zurück, konnte aber nie mehr an seine besten Zeiten anschließen. OS

Zur Person

egon zimmermann

gewann bei den Olympischen Spielen 1964 die Abfahrt

Geboren 8. Februar 1939

Wohnort Lech

Größe/Gewicht 1,80 m/ 80 kg

größte erfolge

Olympische Spiele:

1964: Sieger Abfahrt, dnf RTL

1968: 13. Abfahrt

Weltmeisterschaften:

1962: Sieger Riesenslalom, Dritter Abfahrt

1964: Sieger Abfahrt, dnf RTL

1966: Zwölfter Abfahrt

1968: 13. Abfahrt