Der wichtigste Kilometer ihres Lebens

Sport / 13.02.2018 • 20:25 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Vanessa Herzog kann ihren Start in Südkorea kaum mehr erwarten. TT
Vanessa Herzog kann ihren Start in Südkorea kaum mehr erwarten. TT

Heute peilt die Tiroler Eisschnellläuferin Vanessa Herzog (22) eine Medaille an.

Eisschnelllauf Sie heißen Nao Kodaira (JPN) oder Sang Hwa Kee (KOR) und genießen in ihren Ländern Kultstatus wie hierzulande Marcel Hirscher. Nur sind sie Eisschnellläuferinnen, was in Österreich unmittelbar vor der Ära Vanessa Herzog bisweilen exotisch anmutete. Doch sich sportlich auf Augenhöhe mit den beiden asiatischen Leichtgewichten zu befinden (61 bzw. 62 kg), bedeutet der athletisch veranlagten Tirolerin (69,5 kg) einiges: Mit 37,48 Sekunden pulverisierte die 22-Jährige im letzten Olympiatest ihre 500-m-Bestzeit auf Meeresniveau, sie war sogar schneller als bei ihrem EM-Titel. Vergessen die Grippe zwei Wochen vor den Olympischen Spielen; und bis auf eine Narbe auch vergessen der schwere Mountainbike-Unfall, als ein Lkw-Anhänger über ihren Oberschenkel rollte.

Und heute (11 Uhr MEZ) wartet in der Ganeung Ice Arena ausgerechnet jenes Rennen, dass die Synthese aus Sprint und Ausdauer darstellt, das einer groß gewachsenen Athletin wie ihr auf den Leib geschnitten scheint: der bislang wichtigste Kilometer im Leben der Vanessa Herzog.

Beeindruckende Trainings

„Ich kann es schon kaum mehr erwarten und träume jede Nacht von meinem perfekten 1000er“, ließ die Wahl-Kärntnerin wissen. Und Ihre Trainer-Gatte Thomas wusste, welch’ nachhaltige Wirkung die Leistungen seiner Holden im Vorfeld der Olympischen Wettkämpfe hinterlassen haben müssen: „Die Trainings waren mehr als beeindruckend, auch für die Konkurrenz. Wenn die Starts passen, ist viel möglich.“ 24 Jahre nach Emese Hunyady könnte Vanessa Herzog damit als legitime Nachfolgerin auftreten, die gebürtige Ungarin bejubelte bei den Spielen 1994 in Lillehammer (NOR) immerhin Gold (1500 m) und Silber (3000 m). F. Madl