Die Medaille blieb außer Reichweite

Sport / 14.02.2018 • 19:18 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Im schnellsten Rennen der Olympia-Geschichte etablierte sich die Tirolerin Vanessa Herzog (r.) mit Rang fünf in der Weltspitze.Apa
Im schnellsten Rennen der Olympia-Geschichte etablierte sich die Tirolerin Vanessa Herzog (r.) mit Rang fünf in der Weltspitze.Apa

Traum platzte. Traurig war Vanessa Herzog (22) aber nicht.

Eisschnelllauf „Olympic Record“, prangte von der Anzeigentafel des Ice Ovals von Ganeung. Die 1:13,56 Sekunden der späteren Olympiasiegerin Jorien ter Mors (NED) – eine Kampfansage. „Man versucht das natürlich auszublenden“, gestand die Tirolerin Vanessa Herzog rückblickend. Aber ganz war es der 22-Jährigen nicht gelungen, ihr Lauf gegen die Weltrekordlerin Nao Kodaira (JPN) hatte vorentscheidenden Charakter. Und so sehr sie sich im Nachhinein auch über ihre achtbaren 1:14,47 Sekunden freuen konnte (acht Zehntelsekunden unter ihrer persönlichen Bestzeit), so wenig half das der Europameisterin, die Fünfte wurde.

„Nach 700 Metern wurde es richtig zäh, aber ein Rennen gibt man nicht auf“, schilderte sie die Situation. Gleichauf mit Laufsiegerin Kodaira, die Zweite werden sollte, beendete sie die erste von zwei Runden. Rückblickend vielleicht zu schnell, wie sie konstatierte. Lernphasen, die sie nach ihren ersten Olympischen Winterspielen 2014 (damals Platz 24 über 1000 Meter) weiterbringen sollen. „Ich hab’ ja noch zwei, drei Olympische Spiele. Mit 27, 28 Jahren ist man beim Eisschnelllauf im besten Alter.“ Beeindruckend jedenfalls die Dominanz der Niederländer, die zum Zeitpunkt des gestrigen Rennens alle Bewerbe dieser Sportart für sich entschieden hatten.

Doch noch sind diese Olympischen Spiele für Vanessa Herzog nicht Vergangenheit, noch hofft sie auf gute Vorstellungen. Am Sonntag erfolgt der Start über 500 m, in dem ihr Trainer-Gatte Thomas durchaus Außenseiterchancen auf eine Medaille einräumt: „Dafür muss einfach alles passen, denn die ersten beiden scheinen außer Reichweite.“ Ein wenig hofft der Mann am Bahnrand, dass seine schnelle Ehefrau vom Heimvorteil der Südkoreanerinnen etwas abbekommt. Thomas Herzog will mitbekommen haben, dass stets pünktlich zum Start einer Dame aus dem Gastgeberland die Ventilatoren zu surren beginnen und in einem komplizierten Wechselspiel aus Luftfeuchtigkeit und Temperaturwechsel zu schnellerem Eis beitragen. Eine Theorie möglicherweise, aber auf die lohnt es sich aufzubauen.

Am 24. Februar kann Vanessa Herzog indes entspannt zum Massenstart antreten. Die Aussichten auf eine Top-Platzierung sind überschaubar, das weiß auch sie. Olympia genießen, heißt es dann wohl. Und ein Stück weit genoss die Innsbruckerin schon gestern ihr Dasein in Südkorea: Nach einer halben Stunde Ausradeln gewährt ihr der Ehemann neuerdings Eis – diesmal allerdings süß, mit Geschmack und in einem Becher. F. Madl