Im Goldkanal gab’s nun auch Silber

Sport / 14.02.2018 • 19:39 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Die beiden Tiroler Peter Penz und Georg Fischler rasten im Eiskanal von Pyeongchang auf den zweiten Platz.GEPA
Die beiden Tiroler Peter Penz und Georg Fischler rasten im Eiskanal von Pyeongchang auf den zweiten Platz.GEPA

Penz/Fischler nur von den Deutschen Wendt/Arlt geschlagen. Thomas Steu sensationeller Vierter!

Rodeln Was für ein weiterer toller Rodelabend für Österreich im Olympic Sliding Centre von Pyeongchang. Die beiden Tiroler Peter Penz und Georg Fischler holten dort die zweite Medaille für das rot-weiß-rote Team. Und: Der Bludenzer Thomas Steu brachte mit seinem Partner Lorenz Koller ebenfalls eine grandiose Leistung. Das Duo belegte den hervorragenden vierten Rang.

„Restlos zufrieden bin ich nicht. Aber wir haben das Optimale herausgeholt, was für uns drinnen war“, fiel die erste Analyse von Thomas Steu (24) aus. „Wir wussten, dass die drei Medaillengewinner für uns unerreicht bleiben würden, wenn sie keine gravierenden Fehler machen. Und das haben sie nicht getan.“ Während der 24-Jährige bekannt sachlich die eigenen Fahrten noch einmal Revue passieren ließ, flippten seine Eltern auf der Zuschauertribüne fast aus. „Fantastisch, was sie geschafft haben“, jubelte Mama Martina und umarmte ihren Gatten Bernhard, der die exzellente Leistung seines Sohnemanns kaum in Worte fassen konnte. Gemeinsam mit Angehörigen und Freunden der Silbermediallengewinner Penz/Fischler verfolgten sie das spannende Rennen im Zielraum.

Silber feiern

Auch Einzel-Olympiasieger David Gleirscher war Zeuge der tollen Leistungen seiner Teamkollegen. „Peter und Georg haben sich diese Silbermedaille redlich verdient. Ihre Leistung war trotz zweier Fehler hervorragend. Ich traue mich sogar zu sagen, dass es Gold hätte werden können, hätten sie diese Fehler nicht gemacht. Aber man soll nicht Gold nachtrauern, sondern Silber feiern.“

Nach dem ersten Heat lagen Arlt/Arlt 71 Tausendstel vor den beiden Tirolern, auch nach zwei Läufen war es kein Zehntel. In der letzten Kurve machten sie einen kleinen Fehler und damit den Kampf um Gold noch einmal spannend. Letztlich ging es sich jedoch aus. Die neuen Olympiasieger konnten damit ihren Titel von Sotschi verteidigen. Noch im Training verzeichneten sie einen Sturz und galten nicht als Topfavoriten. Diese Rolle hatten die drittplatzierten Toni Eggert und Sascha Benecken inne. Sie gingen als die Dominatoren des Weltcups in den Kampf um die Medaillen. Im bisherigen Verlauf des Weltcups hatten sie zwei Drittel aller Rennen für sich entschieden. Doch sie hielten der Favoritenrolle nervlich nicht ganz stand.

Koreanische Emotionen

Penz/Fischler blieb in Sotschi noch eine Medaille verwehrt. Diese holten sie nun in Südkorea. In der Pause zwischen den beiden Läufen hatte ihnen Doppelolympiasieger Wolfgang Linger Gold zugetraut. „Die Deutschen zeigten im ersten Lauf ihr Optimum, Penz/Fischler noch nicht.“ Je ein Fehler der Österreicher in beiden Läufen brachte die Entscheidung im Kampf um Gold.

Kaum Fehler sah man bei Steu/Koller. „In den Burschen steckt einiges“, hatte schon Rodler-Legende Markus Prock gemeint. Und der Einzel-Olympiasieger David Gleirscher weiß, was aus den beiden künftig echte Medaillenkandidaten machen könnte: „Es ist nur die Konstanz. Sehr schnell sind sie ja. Die Konstanz hatte mir bis vor Olympia ja auch gefehlt.“

Die größten Emotionen lösten an diesem denkwürdigen Abend das koreanische Duo Jinyong Park und Jung Myung aus. Ihre Fahrt wurde frenetisch bejubelt und im Ziel feierten die Landsleute ihre Rodler wie Volkshelden. Park/Cho hatten sich im zweiten Lauf noch von Platz zehn auf den neunten Platz verbessert. VN-HK

Lorenz Koller und Thomas Steu (vorne) lieferten bei ihrer Olympiapremiere eine starke Vorstellung.GEPA
Lorenz Koller und Thomas Steu (vorne) lieferten bei ihrer Olympiapremiere eine starke Vorstellung.GEPA
Martina und Bernhard Steu feierten die tolle Leistung ihres Sohnes.VN/HK
Martina und Bernhard Steu feierten die tolle Leistung ihres Sohnes.VN/HK
Die Bludenzer Rodler-Familie rund um Olympiamedaillen-Gewinnerin Andrea Tagwerker (l.) fieberte mit Thomas Steu mit.
Die Bludenzer Rodler-Familie rund um Olympiamedaillen-Gewinnerin Andrea Tagwerker (l.) fieberte mit Thomas Steu mit.
Ein Traum ist in Erfüllung gegangen. Ich muss ganz ehrlich sein, ich bin nicht voll gefahren. Wenn wir angegriffen hätten, dann wäre sogar mehr möglich gewesen. Peter Penz, Olympia-Zweiter

Ein Traum ist in Erfüllung gegangen. Ich muss ganz ehrlich sein, ich bin nicht voll gefahren. Wenn wir angegriffen hätten, dann wäre sogar mehr möglich gewesen. Peter Penz, Olympia-Zweiter

Es waren auf jeden Fall teilweise harte Jahre für uns dabei, dieser Erfolg tut nun richtig, richtig gut. Wir schauen schon kurz ins Ö-Haus, auf ein Glaserl zum Anstoßen. Georg Fischler, Olympia-Zweiter

Es waren auf jeden Fall teilweise harte Jahre für uns dabei, dieser Erfolg tut nun richtig, richtig gut. Wir schauen schon kurz ins Ö-Haus, auf ein Glaserl zum Anstoßen. Georg Fischler, Olympia-Zweiter

Ich bin sehr zufrieden, zweiter, vierter Platz, was will man mehr. Wir haben morgen noch Großes vor, eine Teammedaille, die ist in Reichweite, wenn alles passt. Markus Prock, ÖRV-Sportdirektor

Ich bin sehr zufrieden, zweiter, vierter Platz, was will man mehr. Wir haben morgen noch Großes vor, eine Teammedaille, die ist in Reichweite, wenn alles passt. Markus Prock, ÖRV-Sportdirektor

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Die Fans von Thomas Steu

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