Stärker als die Elemente

Sport / 14.02.2018 • 21:32 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Mein Pariser Flughafen-Freund Fan hat sich aus China bei mir gemeldet. Fragte mich, wie’s mir geht. „Gut“, schrieb ich ihm zurück und erkundigte mich über seine Befindlichkeit. Er sagte mir, er würde gerade Urlaub machen. „Dann bist du gar kein richtiger Chinese“, antwortete ich ihm. Ein Chinese und Urlaub – das geht doch nicht.

Urlaub bei den Winterspielen hier in Pyeongchang ist für die Beteiligten ein Fremdwort. Speziell die Organisatoren sind bei den Freiluft-Veranstaltungen tagtäglich vor große Probleme gestellt. Das Hauptproblem trägt einen kurzen Namen: Wind. Er kommt vor allem als Böe – orkanartig und von allen Seiten. Und er kommt jeden Tag.

Dabei wollte man zuletzt in der Früh glauben, es wird besser. Zumindest im Tal schien sich der Wind verflüchtigt zu haben. Es war heiter und ruhig. Leider nur eine Momentaufnahme. Was sich dann später zum Beispiel im Langlaufstadion wieder an unerwünschten Elementen vereinigte, hätte eine schlagartige Flucht gerechtfertigt.

Den Wind als gravierendes Problem können die Veranstalter nicht mehr weglächeln. Wenn jetzt bereits Slaloms abgesagt werden müssen, wie gestern bei den Damen, dann stellt sich die bange Frage: Wie soll das hier bei den Alpinen und bei den Skispringern weitergehen? Wie will man noch einen realistischen Zeitplan für die durchzuführenden Bewerbe einhalten?

Dem Wind die Stirn geboten hat bisher nur Marcel Hirscher. Selbst Böen konnten den Superstar nicht stoppen. Doch stärker als die Elemente kann eben nur ein Hirscher sein.

VN-Redakteur Klaus Hämmerle berichtet aus Pyeongchang.