Bronze fürs „Land der Pratzler“

Sport / 15.02.2018 • 18:28 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Nach Gold und Silber ließen die Österreicher Bronze in der Staffel folgen.AP
Nach Gold und Silber ließen die Österreicher Bronze in der Staffel folgen.AP

Österreichs Rodler­ sorgen für beste Olympiabilanz seit 1992.

Rodeln „Wenn mir das einer vor zwei Wochen gesagt hätte…“ Ungläubig schaute David Gleirscher ins Leere. Nach seiner Goldmedaille im Einzel ließen er, seine Tiroler Kollegen Peter Penz/Georg Fischler (zuvor bereits Doppelsitzer-Silber) sowie Madeleine Egle gestern Bronze in der Team-Staffel folgen. Vor allem die 19-Jährige vom SV Rinn überraschte alle: „Tiefsten Respekt vor ihr, ich kann nur gratulieren“, huldigte ihr Peter Penz. Und sie selbst gestand: „Ich wollte nur nicht das schwächste Glied in der Kette sein. Auf eine Medaille habe ich gehofft, aber nicht damit gerechnet“, gestand sie. Ihr „richtig geiler“ Lauf nach der Bestzeit von David Gleirscher sollte die Basis der Medaille hinter Deutschland (+0,471) und Kanada (+0,116) sein.

Für den Österreichischen Rodelverband konnte sich die Bilanz 2018 wahrlich sehen lassen, nur bei den Olympischen Spielen 1992 in Albertville (FRA) war die Kufen-Fraktion dank Doris Neuner (Gold), dem amtierenden Sportdirektor Markus Prock und Angelika Neuner (jeweils Silber) sowie Markus Schmidt (Bronze) besser. Und die gleiche Bilanz hatte man in Innsbruck 1964 vorzuweisen.

Erfolgreiche Rodel-Familie

Österreich, das Land der Pratzler, das Land des Rodel-Wunders? „Nein, Wunder ist das keines. Wir arbeiten, angefangen von unserer Material- und Athletik-Abteilung, hart“, winkt Cheftrainer René Friedl nüchtern ab. Dazu gehört u. a. Tobias Schiegl, der Tiroler Fünffach-Weltmeister im Doppelsitzer, dessen Kufen-Zauber den vermeintlichen Rückstand auf die ressourcenstarken Deutschen wettmacht. Für Sportdirektor Markus Prock sind Personalien wie Schiegl der Grund, dass Österreich dem Sport augenblicklich den Stempel aufzudrücken vermag: „Es gibt keinen Ex-Rodler, der sich im Verband nicht einbringen würde, der Zusammenhalt ist groß. Von einer Rodel-Familie zu sprechen, ist nicht übertrieben.“

Erfolge wie gestern sollen nicht abreißen, unter den 100 aktiven Wettkampfrodlern befänden sich noch etliche heiße Eisen. Und die derzeit tonangebenden Athleten haben noch lange nicht genug – wie Olympiasieger David Gleirscher mit gerade 23 Jahren. F. Madl