Mikaela Shiffrin und der erste Akt bei Olympia

15.02.2018 • 18:43 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Mikaela Shiffrin fand in den vergangenen Tagen wieder zur alten Form zurück.GEPA
Mikaela Shiffrin fand in den vergangenen Tagen wieder zur alten Form zurück.GEPA

Shiffrin siegte im Riesentorlauf.
Österreicherinnen enttäuschten.

Riesentorlauf Es scheint, als könnten das wirklich die Spiele der Mikaela Shiffrin werden. Die 22-jährige US-Amerikanerin legte zumindest im Riesentorlauf genau so los, wie man sich das wünscht: Mit Gold vor Ragnhilkd Mowinckel und Federica Brignone – die beste Motivationsspritze für den Slalom, der in der Nacht auf heute auch noch wartete.

Für die Österreicherinnen aber war der Riesentorlauf nur für eine Motivation: Nämlich für Anna Veith, die als beste ÖSV-Dame auf Rang zwölf fuhr. Insgesamt enttäuschten sie aber auf allen Linien. Stephanie Brunner schied im zweiten Lauf aus, Ricarda Haaser wurde 17. und Bernadette Schild sogar noch hinter Snowboard-Weltmeisterin Ester Ledecka 24.

Miller sorgt für Aufregung

Dabei waren die ÖSV-Damen aber nur am Rand das Gesprächsthema – denn das lieferte Bode Miller. Der fungierte bei NBC als Co-Kommentator des Riesentorlaufs und als Anna Veith fuhr, versuchte Reporterlegende Dan Hicks deren Rückfall zu erklären. Und kam, wenig überraschend, auf ihre Knieverletzungen zu sprechen. Das konterte Miller mit: „Das Knie ist sicher ein Thema. Aber ich will auch betonen, dass sie geheiratet hat. Und historisch gesehen ist es schwierig im Weltcup, wenn man eine Familie hat und verheiratet ist.“ Und weiter: „Ich will den Ehemännern nichts vorwerfen, ich will nur in den Raum stellen, dass ihr Mann schuld sein kann, dass es nicht mehr so läuft.“

In den USA wurde Miller dafür noch während des Rennens kritisiert, später versuchte er auf Twitter zurückzurudern. „Ich will das aufklären: Ich mache Annas Mann nicht für das Fehlen von Ergebnissen verantwortlich. Aber eine Ehe ändert nun einmal die Perspektive.“ Und dann weiter: „Ich selbst wurde durch meine Heirat komplett. Ich weiß, was das für eine Unterstützung sein kann. Und gerade am Valentinstag wollte ich keine Ehemänner vor den Bus werfen – und das werde ich von meiner Frau auch noch hören …“

Anna Veith selbst kommentierte dies alles auf Nachfrage so: „Ich finde, man muss nicht alles kommentieren, was so gesagt wird. Aber immerhin hat es Bode ja geschafft, sich noch on air zu entschuldigen. Für mich ist das damit abgehakt!“

Zurück zum Sportlichen, zurück zu Mikaela Shiffrin: Die fand in den letzten Tagen wieder zur alten Form: „Ich habe gemerkt, wie das Selbstvertrauen wieder da ist, wie ich wieder zur alten Mikaela Shiffrin wurde“, sagte sie. Gold im Riesentorlauf, das ist für die 22-Jährige „etwas Besonders, weil ich so eine Art Hassliebe zu dieser Disziplin habe. Deshalb macht es das heute noch süßer.“

Viel Zeit zur Erholung bleibt nicht – und so wie es aussieht, scheint Shiffrin hier nicht Jagd auf vier Goldmedaillen zu machen. Nachdem beide Technikrennen an zwei Tagen hintereinander stattfinden, deutete sie an, auf den Super-G am Samstag verzichten zu wollen. „Das wird sich nicht ausgehen, ich brauche Ruhe vor den Abfahrtstrainings für die Kombination.“ M. Schuen